FIFA - Zeitdruck für die 48er-WM steigt

Bauarbeiter auf der Baustelle des Al Rayyan Stadions in Katar (Dezember, 2018)

Entscheidung spätestens im Sommer

FIFA - Zeitdruck für die 48er-WM steigt

Von Chaled Nahar

Bei der Entscheidung, ob die Fußball-WM schon 2022 mit 48 statt mit 32 Mannschaften ausgetragen wird, entsteht langsam Zeitdruck - denn die Qualifikation für das Turnier beginnt im Herbst. Im März könnte eine Vorentscheidung fallen.

Die Fußball-WM wird bald mit 48 Mannschaften ausgetragen, soviel steht fest. Zur WM 2026, beschloss der FIFA-Rat, werden 48 statt 32 Teams mitspielen. Die FIFA und einige Mitgliedsverbände wollen aber schon bei der WM 2022 in Katar 48 Teams. Schließlich versprechen mehr Teilnehmer mehr Spiele und damit mehr Geld.

FIFA-Rat entscheidet im März, Kongress im Juni

Die FIFA gab eine Machbarkeitsstudie in Auftrag, um zu erörtern, wie die 48er-WM trotz der politischen Konflikte um Katar umsetzbar sein könnte. Die Ergebnisse sollen am 14./15. März dem FIFA-Rat bei dessen Sitzung in Miami vorgelegt werden. Hält es der FIFA-Rat für möglich, die WM schon in Katar mit 48 Mannschaften auszutragen, könnte er die Entscheidung an den FIFA-Kongress abgeben, wie der Weltverband sportschau.de bestätigte. Der Kongress mit allen Mitgliedsverbänden kommt am 5. Juni in Paris zusammen. Lehnt der FIFA-Rat nach der Studie die Ausweitung ab, dürfte es bei 32 Teams bleiben.

Infantino will die WM mit 48 Mannschaften - wie soll das gehen? Sportschau 23.12.2018 04:14 Min. Verfügbar bis 23.12.2019 Das Erste

Weiter vertagen kann man die Entscheidung nicht mehr. Denn im Herbst startet in den Konföderationen die WM-Qualifikation. Bis dahin muss auch das Format des Wettbewerbs stehen, damit jede Konföderation Klarheit darüber hat, wie viele Plätze es in seiner Qualifikation zu vergeben hat. Nach jetzigem Stand erhält die UEFA 13 Plätze bei der Endrunde, bei einer WM mit 48 Mannschaften wären es 16 Plätze.

Politik spricht gegen die vergrößerte WM in Katar

Das Problem für die FIFA ist bekanntlich die Größe Katars. Neben der Zahl der Mannschaften würde die der Spiele von 64 auf 80 steigen. Es braucht mehr Stadien, mehr Unterkünfte, mehr Trainingsplätze - all das fehlt in Katar. Hinzu kommt das kleine Zeitfenster, die WM findet bekanntlich im Dezember innerhalb von nur 27 Tagen statt. Das Turnier in Russland hatte mit 32 Mannschaften satte 31 Tage Zeit.

Doch all das hält die FIFA nicht ab. Präsident Gianni Infantino würde gerne in Katars Nachbarländern spielen - die stehen dem WM-Gastgeber derzeit komplett feindselig gegenüber. Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain brachen gemeinsam mit Ägypten alle Verbindungen unter dem Vorwurf einer Terrorunterstützung durch Katar ab. Am ehesten sind gemeinsame Spiele wohl auf der anderen Seite des Golfs im Iran denkbar.

Treffen in Rom: Infantino macht Werbung für seine Pläne

Von Montag (25.02.2019) bis Mittwoch hält die FIFA den vierten ihrer vier "Fußball-Gipfel" ab. Nach Doha (Katar), Marrakesch (Marokko) und Istanbul (Türkei) ist nun Rom die letzte Veranstaltung. Wie bei den drei Terminen zuvor wird Gianni Infantino sich mit Vertretern der Verbände treffen. Für den DFB wird Präsident Reinhard Grindel am Mittwoch in Rom erwartet.

Der Termin in Europa ist besonders wichtig für Infantino. Denn nirgends werden seine Vorschläge zur Entwicklung der Wettbewerbe so kritisch gesehen wie dort. Neben der Ausweitung der WM stehen noch die beiden Wettbewerbe, die die FIFA für 25 Milliarden US-Dollar an einen noch nicht genannten mysteriösen Geldgeber verkaufen will, zur Debatte. Eine alle vier Jahre stattfindende Klub-WM mit 24 Mannschaften und eine weltweite Nations League sind die Vorschläge, die in Europa noch auf Ablehnung stoßen.

Gianni Infantinos FIFA-Pläne: Täuschung und Verrat sport inside 21.11.2018 10:50 Min. Verfügbar bis 21.11.2019 WDR

Stand: 25.02.2019, 15:03

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