Kritik an Klopps "Kids"-Strategie im FA Cup

Liverpools Trainer Jürgen Klopp wird mit Nachwuchsspielern im FA Cup antreten

FA Cup

Kritik an Klopps "Kids"-Strategie im FA Cup

Von Joris Wittkugel

In diesem Jahr findet erstmals in der Premier League eine Winterpause statt. Der FC Liverpool muss trotzdem auf den Platz - in der vierten Runde des FA Cups steht ein Wiederholungsspiel an. Trainer Jürgen Klopp lässt eine Nachwuchself auflaufen - und erntet damit Kritik.

"Es werden die 'Kids' sein, die das Spiel spielen", sagte Klopp. Mit den "Kids" meint er Nachwuchsspieler - und eben die sollen am Dienstagabend (04.02.2020) gegen den Drittligisten Shrewsbury Town antreten. Es ist das Wiederholungsspiel der vierten Runde des FA Cups - und Klopps Personal-Strategie sorgt für Diskussionen im englischen Fußball.

FA Cup trotz Winterpause

Der Hintergrund: In diesem Jahr findet erstmals in der Premier League eine Winterpause statt. Die Liga hat die Klubs gebeten, die Winterpause in den ersten zwei Februar-Wochen zu respektieren. Die FA wiederum ließ in einer Mitteilung verlauten, dass vor der Saison alle Vereine akzeptiert haben, "dass die Wiederholungsspiele der vierten Runde des FA Cups in der ersten Woche der Spielpause stattfinden müssen."

Der FC Liverpool hält sich an die Vorgabe der Premier League - und macht aus der Partie ein kostengünstiges Familienevent: Die Tickets werden deutlich reduziert für 15 Pfund angeboten. Der Eintritt für Kinder kostet gar nur einen Pfund und war damit eher symbolischer Natur.

Shrewsbury von Liverpools Preispolitik enttäuscht

Während die Liverpool-Stars samt Trainer eine Pause einlegen dürfen, und einige Nachwuchstalente sich auf einen Höhepunkt ihrer jungen Karriere im ausverkauften Anfield Stadion freuen können, ist man beim Drittligisten aus dem englischen Westen weniger erfreut.

Cheftrainer Sam Ricketts - immerhin einst walisischer Nationalspieler - spricht gegenüber dem "Mirror" von bis zu 500.000 Pfund fehlender Einnahmen: "Wenn du gegen Liverpools erstes Team spielst, generierst du bis zu 600.000 Pfund." Denn die Einnahmen durch den Kartenverkauf gehen zu zehn Prozent an die FA und werden ansonsten zwischen den beiden Vereinen aufgeteilt.

Aufgrund von Liverpools besonderer Preispolitik rechne er für den heutigen Abend nur mit 100.000 bis 150.000 Pfund. "Für einen Verein wie unseren zählt jeder Penny", so der 38-Jährige. "Das ist die größte Enttäuschung, dass uns Einnahmen fehlen." 2016 brachte ein FA-Cup-Spiel gegen Manchester United dem Verein rund eine Million Pfund ein, die für den Bau eines neuen Trainingsplatzes genutzt werden konnten.

Klopp schickt Jugend-Trainer

Auch Klopp selbst wird nicht vor Ort sein - stattdessen soll U23-Trainer Neil Critchley an der Seitenlinie stehen. "Ich möchte gar nicht im Mittelpunkt dieser ganzen Diskussion stehen", sagte Klopp. "Ich bin kein Revoluzzer, der zeigen möchte, wie stark er ist oder was weiß ich." Wenn die Leute denken würden, dass er faul sei, weil er nicht bei dem Spiel sein werde, könne er das auch nicht ändern. "Aber es interessiert mich auch nicht allzusehr, denn ich bin nur den Spielern gegenüber verantwortlich."

Für Klopps Vorgehen haben bei weitem nicht alle Verständnis. "Chaotisch und respektlos" für Shrewsbury, schrieb der "Shropshire Star". Die Kommentare des 52 Jahre alten Deutschen vor der "magischen Gelegenheit" für Shrewsbury seien "widerlich" und "stur". Immerhin: Klopp habe sich im Anschluss der ersten Partie jedoch 20 bis 30 Minuten Zeit genommen, ihm die Entscheidung erklärt und sich entschuldigt, erklärte Ricketts.

Shrewsburys Hoffnung auf die nächste Runde

Am Ende gibt es die großen Einnahmen aber vielleicht auch eine Runde später. Schafft Shrewsbury heute den Sieg gegen die "Kids" aus Liverpool, wartet im Achtelfinale das nächste Top-Team: der FC Chelsea.

Stand: 04.02.2020, 13:31

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