Espanyol Barcelona - große Depression vor Stadt-Derby

Victor Campuazo, Espanyol Barcelona

Primera Division, 19. Spieltag

Espanyol Barcelona - große Depression vor Stadt-Derby

In Barcelona steht am Samstag (04.01.2020) das Derby zwischen Espanyol und dem FC auf dem Programm. Für den Gastgeber könnte es der letzte große Auftritt gegen den Stadtrivalen für längere Zeit werden.

Zum rettenden Platz 17 sind es fünf Zähler Rückstand, in 18 Partien gelangen lediglich zwölf eigene Treffer - Espanyol Barcelona steckt in der spanischen Primera Division in einer prekären Situation. Ausgerechnet jetzt empfängt der Tabellenletzte den "großen Bruder": Am Samstag kommt Spitzenreiter FC Barcelona in den südwestlichen Vorort Cornello, wo seit 2009 Espanyols vereinseigenes "RCDE Stadium" steht.

Stolz auf kleine Erfolge

Natürlich reichen die Handvoll Erfolge von Espanyol nicht im entferntesten an die des großen Stadtrivalen heran. Doch gerade deswegen sind sie bei den "Wellensittichen" umso stolzer auf die vier nationalen Pokalsiege, die der Verein erreicht hat, sowie die beiden Einzüge in die Finalspiele des Uefa-Pokals (1988 gegen Bayer Leverkusen) und der Europa League (2007 gegen den FC Sevilla), die indes beide im Elfmeterschießen verlorengingen.

Auch nach der vergangenen Spielzeit hatte sich das Team als Tabellen-Siebter für die Europa League-Qualifikationsspiele qualifiziert - beschwingt ging man also in die Spielzeit 19/20. Doch hier kam das böse Erwachen. Gerade wegen der vielen internationalen Spiele und der nur kurzen Vorbereitungsphase - so analysierte man später - kam das Team ganz mies aus den Liga-Startlöchern. Von Beginn an rangierte man in der Abstiegsregion, aus der sich die Mannschaft trotz aller Bemühungen nicht befreien konnte.

Hinten nicht stabil, vorn ungefährlich

Ganz im Gegenteil: Je länger die Saison lief, desto verzweifelter gestaltete sich Espanyols Lage. Hinten bekam man keine Stabilität in die Defensive, vorn agierte das Team frappierend ungefährlich. Die dramatische Lage wirkte sich naturgemäß auch auf den Cheftrainer-Posten aus. Zunächst wurde im Herbst Trainer David Gallego entlassen, sein Nachfolger Pablo Machin musste nach wenigen Wochen ebenfalls gehen.

Seit den Weihnachtstagen sitzt nun mit dem ehemaligen Nationalspieler Abelardo der dritte Trainer der laufenden Spielzeit auf der Trainerbank. Und Abelardo hat natürlich ausgerechnet eine große Vergangenheit beim Rivalen: Zwischen 1994 und 2002 stand er als Abwehrspieler beim FC Barcelona unter Vertrag.

Trainer Abelardo soll's richten

Aber nicht nur auf den neuen Trainer hoffen sie bei Espanyol, das in der Europa League in der Zwischenrunde steht und dort auf die Wolverhampton Wanderers trifft. Verstärkungen im Angriff sollen her. Im Visier sind Mariano Diaz von Real Madrid und sogar Brasiliens ehemaliger Nationalspieler Hulk, der in China bei Shanghai Dongya unter Vertrag steht. Gegen den FC Barcelona wird man allerdings zunächst noch ohne personelle Stürmer-Verstärkung auskommen müssen.

120 Jahre Barca - wo das Beste gerade gut genug ist Sportschau 29.11.2019 01:27 Min. Verfügbar bis 29.11.2020 Das Erste

oja | Stand: 03.01.2020, 14:39

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