Saudi-Arabien zieht Übernahmeangebot für Newcastle zurück

Vor dem Stadion von Newcastle United

Deal geplatzt

Saudi-Arabien zieht Übernahmeangebot für Newcastle zurück

Der Traditionsverein Newcastle United war das Objekt der Begierde eines saudi-arabischen Konsortiums. Trotz des erfolgreichen Restarts in der Premier League ist den Investoren die wirtschaftliche Situation jetzt allerdings zu ungewiss.

Der englische Fußballclub Newcastle United wird nicht an ein Konsortium mit saudischer Beteiligung verkauft. Wie der britische Sender "Sky Sports News" am Donnerstag (30.07.2020) berichtete, hat die Investorengruppe ein entsprechendes Angebot für den Premier-League-Verein wegen der wirtschaftlichen Unsicherheit durch die Coronavirus-Krise zurückgezogen.

Die Investition sei nicht mehr rentabel, hieß es demnach in einer Erklärung, die "Sky" vorliegt. Laut Medienberichten wollte das Konsortium, das von der britischen Geschäftsfrau Amanda Staveley angeführt wird, Newcastle für rund 300 Millionen Pfund (ca. 340 Millionen Euro) übernehmen. Der öffentliche Investmentfonds Saudi-Arabiens hält demnach 80 Prozent an dem Konsortium und wäre somit auch Mehrheitseigner des Klubs geworden.

Amnesty warnte vor Mohammed bin Salman

Zuvor hatte es scharfe Kritik an dem möglichen Besitzerwechsel gegeben. Denn der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman, dem schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden, ist der einflussreichste Mann des Fonds. Amnesty International warnte, Mohammed bin Salman würde faktisch "wirtschaftlicher Eigentümer" des Klubs.

Das Politikum um Saudi-Arabien und Newcastle Sportschau 31.05.2020 10:17 Min. Verfügbar bis 31.05.2021 Das Erste

Zudem hatte der katarische Fernsehsender "BeIN Sports" die 20 Vereine der Premier League und die Liga-Bosse in einem Brief vor dem Geschäft gewarnt. "BeIN Sports" warf dem saudischen Piratenkanal "BeoutQ" vor, illegal internationale Sportveranstaltungen zu übertragen und das Programm des katarischen Senders zu stehlen. Bundesliga, FIFA und UEFA halten die Vorwürfe aufgrund einer Studie für belegt.

US-Geschäftsmann soll 350 Millionen Pfund bieten

Wie es nun für Newcastle United weitergeht, ist unklar. Der bei den Fans unbeliebte Inhaber Mike Ashley will den Klub schon länger abgeben. Im Juni hatten Medien berichtet, der US-Geschäftsmann Henry Mauriss biete sogar 350 Millionen Pfund (ca. 390 Millionen Euro) und wolle die "Magpies" noch vor Beginn der nächsten Saison übernehmen. Die Gespräche mit Mauriss sollen angeblich fortgeführt werden.

sid | Stand: 30.07.2020, 17:19

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