"Ich fühle nichts" - Rekord mit Liverpool lässt Klopp kalt

Liverpools Teammanager Jürgen Klopp

Premier League

"Ich fühle nichts" - Rekord mit Liverpool lässt Klopp kalt

So erfolgreich wie der FC Liverpool war in der Geschichte der englischen Premier League noch keine Mannschaft nach 21 Spielen. Für Jürgen Klopp ist das aber noch kein Grund zum Feiern.

Stolz? Glück? Freude? Nein, Trainer Jürgen Klopp fühlte nach dem Startrekord mit dem FC Liverpool in der englischen Premier League: nichts. "Als mir das eben jemand gesagt hat, habe ich nichts gefühlt", sagte Klopp. 61 Punkte aus den ersten 21 Spielen habe er immer für unmöglich gehalten, "jetzt ist es passiert, aber es fühlt sich nicht so an. Ich weiß nicht, was mit mir nicht stimmt", sagte Klopp.

Die gedämpfte Freude über die beste Punkteausbeute eines englischen Klubs zu diesem Zeitpunkt der Saison ist womöglich nur ein Symbol für die unbändige Gier der Mannschaft. Selbstzufriedenheit ist für die "Reds" unter Klopp ein Fremdwort, auch nach dem 1:0-Sieg bei Tottenham und vorübergehend 16 Zählern Vorsprung will Liverpool keinen Gang runterschalten. Der erste Meistertitel seit 1990 soll unter keinen Umständen gefährdet werden.

20 Siege, ein Unentschieden, keine Niederlage

"Erst wenn du die Trophäe hast, ist es getan. Bis dahin müssen wir weiter kämpfen", sagte Klopp der "BBC": "Unsere Konkurrenten sind stark. Pep Guardiola wird nicht aufgeben." Teammanager Guardiola tritt am Sonntagnachmittag (12.01.2020) mit Manchester City bei Aston Villa an, doch auch der Titelverteidiger hat bereits einen großen Rückstand auf Liverpool.

Die Rekordserie von 20 Siegen und einem Unentschieden sei "cool", gab Klopp zu, und vielleicht werde er "in fünf Jahren mal darauf zurückblicken". Aber für seine jetzige Aufgabe habe der Startrekord keinerlei Bedeutung. "Alles, was wir im Moment machen, ist, eine gute Basis für den Rest der Saison zu schaffen", sagte Klopp.

Firmino trifft und ärgert sich

Für den verdienten Sieg gegen Tottenham sorgte der Brasilianer Roberto Firmino mit seinem Tor in der 37. Minute. Doch zufrieden sei der ehemalige Hoffenheimer nach dem Sieg trotzdem nicht gewesen, sagte Klopp. Im Gegenteil: "Als ich zu ihm lief und ihn umarmen wollte, hat er mich gestoppt und gesagt: 'Ich weiß, ich hätte mehr Tore schießen müssen.' Dabei war das absolut nicht das, was ich ihm sagen wollte."

Für José Mourinho, Teammanager von Tottenham, waren aber andere verantwortlich für die eigene Niederlage. Sein Zorn traf mal wieder die Schiedsrichter. Der Video-Assistent sei wohl "Tee trinken" gegangen, das klare Foul von Andrew Robertson an Japhet Tanganga habe er sich jedenfalls nicht angeschaut, schimpfte Mourinho. Auch über einen Einwurf für Liverpool vor dem 0:1 beschwerte sich der Portugiese. Und über Liverpool sagte Mourinho: "Sie haben Glück gehabt." Der Portugiese verschwieg jedoch die vielen hochkarätigen Chancen, die Liverpool leichtfertig ausgelassen hatte.

"Nicht unser bestes Spiel"

"Wir haben verdient gewonnen. Es war nicht unser bestes Spiel", sagte Klopp, "aber ein sehr gutes." Davon wollen die "Reds" in dieser Saison noch viele zeigen. Die 100-Punkte-Marke, die Manchester City vor zwei Jahren aufstellte, ist realistisch.

Sollte Liverpool auch diese Marke knacken, stiege die Wahrscheinlichkeit noch einmal, dass der Meister am Ende der Saison tatsächlich der LFC wäre. Und dann, davon darf man durchaus ausgehen, wäre sicher auch Jürgen Klopp stolz - auf sich und auf seine Mannschaft.

sid/red | Stand: 12.01.2020, 12:25

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