Ralph Hasenhüttl - auf der Achterbahn beim FC Southampton

Ralph Hasenhüttl Trainer vom FC Southampton

Trainer in der Premier League

Ralph Hasenhüttl - auf der Achterbahn beim FC Southampton

Von Lukas Stellmach

Das erste Jahr von Ralph Hasenhüttl beim FC Southampton verlief turbulent - mit Höhen in der vergangenen und Tiefen in der aktuellen Spielzeit der Premier League. Jetzt stehen die angeschlagenen "Saints" vor wegweisenden Wochen.

Am 6. Dezember 2018 trat Ralph Hasenhüttl das Traineramt beim FC Southampton an. Nach einer Auftaktniederlage gegen Aufsteiger Cardiff City nutzte der Österreicher die einwöchige Vorbereitungszeit und schwor seine Mannschaft auf das Heimspiel gegen den FC Arsenal ein. Der 3:2-Erfolg war die Initialzündung für die benötigte Punktejagd und der Beweis, dass Southampton zu Hasenhüttls Idee vom Fußball passen könnte.

In der Folge hauchte dieser den Südengländern neues Leben ein, stabilisierte die Abwehr, ließ höher und mutiger attackieren. Die Spieler gewannen ihr verloren gegangenes Selbstvertrauen zurück. Die Folge: Unter dem 52-Jährigen schossen die "Saints" pro Spiel ein halbes Tor mehr und kassierten eines weniger. Das Ergebnis waren 30 Punkte in 23 Saisonspielen - und der vorzeitige Klassenerhalt.

Die Hoffnung auf die Vorbereitung und die Neuzugänge

In der Sommerpause kehrte Ruhe an der Südküste ein. Der Kader sollte an die Anforderungen des Trainers angepasst und die Vorbereitung genutzt werden, um die Ideen des Fußballlehrers weiter zu verinnerlichen. Prominentester Neuzugang ist Danny Ings, der schon die vergangene Spielzeit per Leihe in Southampton verbrachte. Dazu kehrten mehrere Spieler von ihren Leihstationen zurück. Der mit dem größten Potenzial ausgestattete Neuzugang ist Moussa Djenepo.

Der Malier wechselte von Standard Lüttich in die englische Hafenstadt. Die kolportierten 15,7 Millionen Euro Ablöse sind bemerkenswert, wechselte der 21-Jährige zwei Jahre zuvor für lediglich 50.000 Euro aus Mali nach Belgien. Sein Potenzial deutete er seit dem Sommer mehrfach an, letztlich sind seine Leistungen aber zu wechselhaft und seine Adaption an die englische Eliteklasse noch nicht abgeschlossen. Dennoch weckt der Flügelstürmer die Hoffnung auf die dringend benötigte Torgefahr.

Hasenhüttl nach historischer Pleite schon vor dem Aus

Nach mehr als einem Drittel der Saison haben sich die Neuzugänge noch nicht als die benötigte Verstärkung herausgestellt. Die ernüchternde Bilanz: 12 Punkte nach 14 Spielen. Dazu stellt Southampton als Tabellenachtzehnter die schlechteste Defensive der Liga. Vor allem die historische 0:9-Niederlage gegen Leicester City wiegt schwer.

Nach dem Spiel wurden Gerüchte um die Entlassung Hasenhüttls laut. Zwei Niederlagen später und vor der Länderspielpause noch lauter. Hasenhüttl dazu: "Es ist nicht unsere Art, defensiv zu verteidigen und passiv zu agieren, für das aktive Spiel fehlt uns momentan allerdings der Mut.“

Mutlos und verunsichert zeigte sich die Mannschaft bislang zu oft. Die vielen unterschiedlichen Spielsysteme, mit denen Hasenhüttl seine Elf auf den Rasen schickte, dürften nicht allzu förderlich gewesen sein. Zeugt taktische Flexibilität und das Rotieren in der Startelf im Erfolgsfall von großen Trainerqualitäten, flogen diese dem Übungsleiter aufgrund der vielen enttäuschenden Leistungen mitunter um die Ohren.

"Saints" tanken Selbstvertrauen

Doch anders als erwartet wurde dem Trainer der Rücken gestärkt, um gegen Arsenal erneut die Trendwende zu schaffen. Der beherzte Auswärts-Auftritt seiner Elf wurde durch den 2:2-Ausgleich in der Nachspielzeit aber nur teilweise belohnt. Am Wochenende nun drehte Southampton das Kellerduell gegen den FC Watford spät. Der erste Heimsieg der Saison könnte zu einem "Brustlöser" vor wegweisenden Spielen werden.

Showdown im Abstiegskampf

In diesen wartet ein Showdown nach dem anderen im Abstiegskampf. In den nächsten vier Begegnungen trifft der FC Southampton auf direkte Konkurrenten.

Für den Österreicher ist es die Möglichkeit, erneut im Dezember eine Trendwende zu schaffen, um die "Saints" auch langfristig in ruhigere Fahrwasser zu manövrieren. Nur dann dürfte er Chancen auf sein zweijähriges Jubiläum besitzen.

Stand: 03.12.2019, 03:00

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