Manchester City und das bange Warten auf das CAS-Urteil

Trainer Pep Guardiola hofft auf die Aufhebung der Sperre gegen seinen Club Manchester City

Champions-League-Ausschluss möglich

Manchester City und das bange Warten auf das CAS-Urteil

Manchester City hat gegen das Financial Fairplay verstoßen, sagt die UEFA. Die Frage ist nun: Wie entscheidet der CAS? Es geht um einen Ausschluss aus der Champions League und um Geld, um sehr viel Geld.

Pep Guardiola machte nicht den Eindruck, als bringe ihn das bevorstehende CAS-Urteil gegen seinen Arbeitgeber Manchester City um den Schlaf. Als Guardiola vor einigen Tagen gefragt wurde, ob er zuversichtlich sei vor der Urteilsverkündung am Montag (13.07.2020), sagte er nur: "Sehr." Doch es könnte sein, dass Guardiola irrt. Dass die Champions League in den nächsten beiden Jahre ohne die "Citizens" stattfinden wird.

Mitte Februar hatte das unabhängige Finanzkontrollgremium der Europäischen Fußball-Union (UEFA) Manchester City aufgrund von "schwerwiegenden Verstößen" gegen das Financial Fairplay mit einem Bann belegte. Auslöser der Ermittlungen waren klubinterne E-Mails und Dokumente, die von der Plattform Football Leaks öffentlich gemacht wurden. City hingegen bestritt die Vorwürfe, unrechtmäßige Geldzuwendungen durch seine arabischen Investoren erhalten zu haben, und zog vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS.

Manchester City - Financial Fair Play und die Rolle von Football Leaks Sportschau 15.02.2020 03:21 Min. Verfügbar bis 15.02.2021 Das Erste

"Eine angemessene Strafe"

Zwischen 2012 und 2016 soll Man City den UEFA-Finanzinspektoren zufolge Sponsoreneinkünfte weit über Gebühr bewertet haben. Gelder, die als Einnahmen durch Sponsoren aus Abu Dhabi deklariert wurden, sollen in Wirklichkeit von Klub-Besitzer Scheich Mansour gezahlt worden sein. Darunter sind demnach auch Zahlungen von Etihad Airways, Citys Hauptsponsor. Etihad ist die nationale Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate.

"Ich denke, es ist sehr wichtig, dass die Sperre bestehen bleibt. Und ich meine, zwei Jahre sind auch gerechtfertigt und die angemessene Strafe", sagte der frühere UEFA-Chefermittler Brian Quinn schon vor der Verhandlung der ARD-Radio-Recherche Sport. Die dreitägige CAS-Anhörung fand Anfang Juni per Videoschalten statt.

Manchester City: Too big to fail?

Sportschau 13.07.2020 02:16 Min. Verfügbar bis 13.07.2021 ARD Von Kilian Medele

Guardiola wirbt für Freispruch

Sollte der CAS die Sperre bestätigen, wäre in der kommenden Saison der Tabellenfünfte der aktuellen Premier-League-Spielzeit für die Gruppenphase der Champions League qualifiziert, weil Manchester nicht mehr von den Plätzen zwei bis vier verdrängt werden kann. Gerade hat sich der Klub mit einem 5:0-Sieg bei Brighton und Hove Albion sportlich für die Teilnahme an der Champions League qualifiziert.

Der Trainer Guardiola nutzte den Anlass, um noch einmal für einen Freispruch zu werben. "Wir verdienen die Qualifikation, wir haben sie auf dem Platz gewonnen", sagte er. "Hoffentlich kann die UEFA uns erlauben, auf dem Level zu spielen, das dieses Team und diese Spieler verdienen."

Es geht um Geld, um sehr viel Geld

Bei City rechnen sie, das hat das US-Magazin "Sports Illustrated" mit Verweis auf Informationen aus Vereinskreisen berichtet, mit einem Freispruch. Sollten sie sich irren, würde das teuer für den Klub aus der Arbeiterstadt Manchester. Rund 30 Millionen Euro würden dann alleine an Strafzahlungen fällig, hinzu kämen die Verluste durch entgangene Preis- und TV-Gelder. In der vergangenen Saison hat City nur dadurch 93 Millionen verdient.

Auswirkungen hätte eine Sperre auch auf das Sportliche. Guardiola hat sich zwar zu Manchester City bekannt, doch die Frage ist nun, ob seine Stars bereit wären, auf Spiele in der Königsklasse zu verzichten. Der Spielmacher Kevin De Bruyne, 29, hat kürzlich im Gespräch mit der belgischen Tageszeitung "Het laatste Nieuws" gesagt: "Zwei Jahre sind eine lange Zeit. Mit einem Jahr könnte ich umgehen."

Prozess um Europapokalsperre gegen ManCity startet Morgenmagazin 08.06.2020 02:09 Min. Verfügbar bis 08.06.2021 Das Erste

red/sid/dpa | Stand: 12.07.2020, 19:33

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