Favoriten in der EM-Quali - Frankreich, Portugal und Co.

Frankreichs Paul Pogba (l.) und Antoine Griezmann feixen beim Training

Europas Elite mit den höchsten Zielen

Favoriten in der EM-Quali - Frankreich, Portugal und Co.

Von Julian Tilders

Runde eins im Qualifikations-Wettstreit für die EM 2020 steht an. Alle europäischen Spitzenteams müssen sich beweisen - sportschau.de macht den Formcheck.

Nachdem zuletzt der teils verwirrende Qualifikationsmodus für die EM 2020, die Rolle der Nations League und auch logistische Herausforderungen des Pan-Europa-Turniers die Schlagzeilen beherrschten, geht es nun um das sportliche Kerngeschäft: Fußball spielen.

Am Freitagabend (22.03.2019) beginnt auch der Rest von Europas Elite mit den Qualifikationspartien - sportschau.de nimmt einige der Top-Mannschaften unter die Lupe.

Weltmeister Frankreich noch lange nicht satt

"Es ist nicht leicht, sich neue Ziele zu setzen, nachdem man eine Weltmeisterschaft gewonnen hat. Aber das ist unser Job", erklärte Frankreichs Superstar Paul Pogba im Vorfeld des ersten Spieltags der EM-Quali, ließ jedoch auch durchblicken, dass sich Frankreich beim Auftaktspiel in Moldawien am Freitag (22.03.2019, 20.45 Uhr) keine Illusionen ob der haushohen Favoritenrolle macht: "Wir möchten gewinnen und Gruppenerster werden."

EM 2020: Frankreich, Kroatien und Belgien starten in Qualifikation Sportschau 21.03.2019 01:11 Min. Verfügbar bis 21.03.2020 Das Erste

In der Qualifikationsgruppe H zweifelt wohl niemand am ungefährdeten Gruppensieg der Franzosen: Albanien, Andorra, Island, Moldawien und Türkei heißen die Kontrahenten. Schon am Montag (25.03.2019) geht es für Frankreich gegen Island.

"Les Bleus" unter Weltmeister-Trainer Didier Deschamps landeten in der Nations League A in Gruppe eins mit den Niederlanden und Deutschland auf Platz zwei, mussten sich unter anderem gegen die Niederlande mit 0:2 geschlagen geben. Eine kleine Delle in der ansonsten weltmeisterlichen Bilanz.

Fast alle großen Stars sind fit - unter anderem ist auch Bayern-Profi Kingsley Coman nach 16-monatiger Pause zurück im Aufgebot. Er hatte aufgrund vieler Verletzungen auch die WM 2018 verpasst. Allerdings fehlt Ousmane Dembélé vom FC Barcelona (Muskelriss im Oberschenkel).

Southgates England: die jungen Löwen

Englands Trainer Gareth Southgate (l.) gibt Talent Ross Barkley Anweisungen beim Training

Findet die richtigen Worte: Englands Nationaltrainer Gareth Southgate (l.) beim Training im Gespräch mit Talent Ross Barkley.

Etwas verloren Geglaubtes kommt auf der englischen Insel Stück für Stück wieder nach Hause: der Fußball. Der Song "Football's coming home" schallte bei der WM 2018 in Russland, die England als Vierter beendete, von den Rängen. Junge, hungrige Talente, die von Trainer Gareth Southgate und einigen erfahrenen Profis geleitet wurden, begeisterten England nach Jahren der spielerischen Durstrecke.

Und Southgates Schützlinge bestätigten ihre WM-Leistung. In der Nations League A (Gruppe vier) brachten es die "Three Lions" zum Gruppensieg über Spanien und Vizeweltmeister Kroatien - ein Fingerzeig für die Zukunft?

Jedenfalls scheint der Talente-Pool der Briten unerschöpflich zu sein. Zehn Neue stehen im Vergleich zum WM-Kader im Aufgebot, unter anderem auch der von Bayern München heiß umworbene Youngster Callum Hudson-Odoi (18 Jahre, FC Chelsea) wurde erstmals nominiert. Verteidiger Michael Keane über seinen Kollegen gegenüber der BBC: "Er ist sehr direkt, technisch versiert und schnell." Eine weitere interessante Personalie: Declan Rice (20 Jahre, West Ham United). Der zentral-defensive Mittelfeldmann entschied sich im Februar trotz größerer Konkurrenz für die "Three Lions" statt für die irische Nationalelf.

Mit Bulgarien, Tschechien, Montenegro und dem Kosovo misst sich England in EM-Quali-Gruppe A. Zum Start empfangen die Briten am Freitag Tschechien im Londoner Wembley-Stadion, am Montag geht es nach Montenegro. Liverpools Außenverteidiger Trent Alexander-Arnold fehlt mit Rückenproblemen.

Europameister Portugal baut auf Cristiano Ronaldo

Gefehlt habe sie ihm, die Seleção, berichtete Portugals Superstar Cristiano Ronaldo: "Sie ist mein Zuhause". Für Ronaldo, der nach der WM von Real Madrid zu Juventus Turin gewechselt war, geht es im Estadio da Luz von Lissabon gleich um wichtige Punkte: Titelverteidiger Portugal startet am Freitag gegen die Ukraine in die Qualifikation für die EM 2020, am Montag (25.03.2019, 20.45 Uhr) steht im selben Stadion die Partie gegen Serbien an. Es dürften die Einsätze 155 und 156 für Ronaldo werden. Tore bisher: 85.

Portugal holte sich in der Nations League A (Gruppe drei) den Gruppensieg vor Italien und Polen. Der aktuelle Europameister trifft in Quali-Gruppe B auf außerdem noch auf Litauen und Luxemburg.

Zwei skandinavische Gegner für Spanien

Auch Portugals direkter Nachbar zählt zum Favoritenkreis. Norwegen heißt der erste Gegner in der EM-Qualifikation für Spaniens Nationalauswahl am Samstag. Die Skandinavier haben ihre Nations-League-Gruppe gewonnen - allerdings in Liga C. Luis Enriques Spanier landeten in Liga A (Gruppe vier) auf dem zweiten Rang.

In der EM-Quali-Gruppe F könnte auch Schweden ein unangenehmer Gegner für die Iberer sein. Die übrigen Gegner heißen Rumänien, Malta und Färöer. Am Dienstag (26.03.2019, 20.45 Uhr) reisen Spaniens Edeltechniker nach Malta.

mit dpa | Stand: 22.03.2019, 09:20

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