Staatsbegräbnis für Maradona - Grab neben den Eltern

Gedenken an Diego Maradona in Buenos Aires

Fußball-Idol stirbt mit 60 Jahren

Staatsbegräbnis für Maradona - Grab neben den Eltern

Argentinien wird noch an diesem Donnerstag mit einem Staatsbegräbnis Abschied von Diego Maradona nehmen. Er wird neben seinen Eltern beigesetzt werden. Das Fußball-Idol war am Mittwoch im Alter von 60 Jahren gestorben.

Maradona wird seine letzte Ruhe auf dem Friedhof Jardin de Paz vor den Toren der Hauptstadt Buenos Aires finden. Dort sind auch seine Eltern zu Grabe getragen worden.

Maradona war am Mittwoch keine vier Wochen nach seinem 60. Geburtstag an einem Herzinfarkt gestorben. Sein Leichnam wurde im argentinischen Präsidentenpalast aufgebahrt. Die Totenwache für die breite Öffentlichkeit begann am Donnerstag um 6 Uhr Ortszeit. Die Regierung hatte zuvor bereits eine dreitägige Staatstrauer angeordnet und erklärt, Maradona werde ein Staatsbegräbnis erhalten.

Maradona - Rückblick auf ein bewegtes Leben Sportschau 25.11.2020 01:31 Min. Verfügbar bis 25.11.2021 Das Erste

"Der argentinische Fußballverband und sein Präsident Claudio Tapia spüren tiefen Schmerz über den Tod unserer Legende, Diego Armando Maradona. Du wirst immer in unseren Herzen sein", schrieb der Verband über Twitter.

"Es ist schrecklich, ich bin am Boden zerstört"

Cesar Luis Menotti, Argentiniens Weltmeistertrainer von 1978, sprach seinen Landsleuten aus dem Herzen: "Es ist schrecklich. Ich bin am Boden zerstört, ich kann es nicht glauben."

Maradona, der am 30. Oktober 60 Jahre alt geworden war, war am 3. November in einer Privatklinik in Buenos Aires wegen eines Blutgerinnsels im Gehirn operiert worden. Acht Tage nach dem Eingriff hatte er das Krankenhaus verlassen dürfen. Maradonas Leibarzt Leopoldo Luque hatte seinen Zustand zu diesem Zeitpunkt noch als "zufriedenstellend" bezeichnet, zugleich aber eine Entzugstherapie für Maradona empfohlen und von "Rückfällen beim Alkohol" gesprochen.

Die Krankenakte des Weltmeisters von 1986 war lang: So erlitt er zwei Herzinfarkte, erkrankte an Hepatitis und ließ sich wegen Übergewichts einen Magen-Bypass legen. Zudem war Maradona mehrfach wegen Drogensucht in Behandlung. Nach Angaben seiner Ärzte nahm er regelmäßig Psychopharmaka ein.

Argentinien trauert um Diego Maradona Sportschau 25.11.2020 02:29 Min. Verfügbar bis 25.11.2021 Das Erste

Weltmeister 1986 und erfolgreiche Jahre bei Napoli

Maradona galt als einer der besten Fußballer aller Zeiten. Er wuchs am Rande von Buenos Aires in ärmlichen Verhältnissen auf und wurde schon in jungen Jahren vom Erstligisten Argentinos Juniors entdeckt. Bereits mit 15 Jahren gab er sein Debüt in der ersten Liga, mit 16 Jahren spielte er erstmals für die argentinische Nationalmannschaft, und mit 19 Jahren wurde er zum ersten Mal zu Südamerikas Fußballer des Jahres gewählt. Mit Argentinien wurde Maradona 1986 Weltmeister, 1989 gewann er mit Neapel den UEFA-Pokal.

Fußball-Legende Maradona ist tot

Sportschau 25.11.2020 01:07 Min. Verfügbar bis 25.11.2021 ARD Von Ivo Marusczyk


Abseits des Spielfeldes geriet er aber auch immer wieder wegen seines Drogenkonsums, diverser Affären und Kontakten zur Camorra in die Schlagzeilen. Nach dem Ende seiner Profikarriere trainierte Maradona die argentinische Nationalmannschaft, Al-Fujairah SC aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und den mexikanischen Zweitligisten Dorados Sinaloa. Zuletzt war Maradona als Trainer des Fußballclubs Gimnasia y Esgrima La Plata tätig, wirkte aber gesundheitlich angeschlagen.

Die "Hand Gottes" - legendäres WM-Spiel 1986 gegen England

Unvergessen machten ihn seine zwei Tore im WM-Viertelfinale 1986 gegen England: Beim Führungstor beförderte er den Ball mit der Faust ins Tor - oder mit der "Hand Gottes", wie er im Anschluss zitiert wurde. Den zweiten Treffer erzielte er nach einem Jahrhundert-Solo über den halben Platz.

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"Sein Leben war gesegnet, aber auch mit Problemen beladen. Hoffentlich findet er etwas Trost in Gottes Händen", schrieb Gary Lineker, englischer Torschütze im berühmten Viertelfinalspiel. "Im Rückblick war er sicher der beste Spieler meiner Generation, vielleicht auch der Größte aller Zeiten."

Pele: "Eines Tages spielen wir hoffentlich Fußball im Himmel"

Auch Brasiliens Fußball-Idol Pele kondolierte: "Ich habe einen großen Freund verloren, die Welt eine Legende. Eines Tages spielen wir hoffentlich gemeinsam Fußball im Himmel."

"Diego Maradonas Tod trifft mich sehr", sagte Rudi Völler, der ihm in zwei WM-Endspielen gegenüberstand. "Er war mein Jahrgang, wir waren bei Weltmeisterschaften und in Italien oft Gegner. Ein wunderbarer Spieler. Sein früher Tod ist ein herber Schlag für den Fußball und für Diegos Familie."

Diego Maradona - Legende zwischen Genie und Wahnsinn Sportschau 29.10.2020 05:31 Min. Verfügbar bis 29.10.2021 Das Erste

red/dpa/sid | Stand: 26.11.2020, 06:30

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