Maradona beigesetzt - Tumulte bei Totenwache

Maradona - Argentinien trauert um sein Sportidol Morgenmagazin 27.11.2020 01:19 Min. Verfügbar bis 27.11.2021 Das Erste Von Matthias Ebert

Tod der Fußballlegende

Maradona beigesetzt - Tumulte bei Totenwache

Einen Tag nach seinem Tod ist die argentinische Fußball-Legende Diego Armando Maradona in einem Vorort von Buenos Aires beigesetzt worden. An der Beerdigungsfeier nahmen nur enge Angehörige teil. Zuvor war es bei der Totenwache zu Ausschreitungen mit Verletzten gekommen.

An der Beerdigungsfeier auf dem Friedhof Jardín Bella Vista nahmen am Donnerstag nur zwei Dutzend Trauernde - Familienangehörige und enge Freunde - des Ex-Ausnahmesportlers teil, der nach einem Leben voller Triumphe und Abstürze am Mittwoch im Alter von 60 Jahren an einer Herzattacke starb. Bestattet wurde Maradona neben den Gräbern seiner Eltern, Dalma und Diego.

Der intime Charakter der Zeremonie stand in scharfem Kontrast zur übersprudelnden Emotionalität, mit der Stunden zuvor Zehntausende Menschen Abschied von dem Ballkünstler nahmen. Die Szenerie erinnerte an einen Staatsakt mit eigentümlicher Stadionatmosphäre, bei der Totenwache kam es zu Ausschreitungen mit Verletzten und Festnahmen.

Gummigeschosse und Tränengas

Die Beisetzung auf dem Friedhof Jardin Bella Vista

Die Beisetzung auf dem Friedhof Jardin Bella Vista

Nach einer Zugangsbeschränkung seitens der Einsatzkräfte hatten Zehntausende seit Stunden wartende Menschen Angst, nicht mehr rechtzeitig zum aufgebahrten Sarg in der "Casa Rosada" an der Plaza de Mayo gelangen zu können.

Einige rissen Absperrungen nieder, was Panik auslöste. Die Polizei setzte der Nachrichtenagentur AFP zufolge Gummigeschosse und Tränengas ein, Wasserwerfer fuhren vor. Argentinische Medien zeigten im Internet Fotos und Videos chaotischer Szenen. Polizisten wurden mit Flaschen und Steinen beworfen.

Aufbahrung abgebrochen

Fans stehen an vor dem Presidential Palace in Buenos Aires an

Fans stehen an vor dem Presidential Palace in Buenos Aires an.

Nachdem Fans in einen Innenhof vorgedrungen waren, wurde der Sarg aus Sicherheitsgründen in einen anderen Saal gebracht. Die Regierung entschied, den Zugang zur Deeskalation um drei Stunden bis 19 Uhr Ortszeit (23 Uhr MEZ) zu verlängern. Gegen 17 Uhr (21 Uhr MEZ) allerdings wurde die Aufbahrung abgebrochen, die Palasttore schlossen sich.

Diego Maradona - Legende zwischen Genie und Wahnsinn Sportschau 29.10.2020 05:31 Min. Verfügbar bis 29.10.2021 Das Erste

red/dpa/sid | Stand: 26.11.2020, 23:12

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