16 Corona-Fälle bei Uruguays Nationalteam

Urugays Ersatzspieler beim WM-Qualifikationsspiel gegen Kolumbien

Nach WM-Qualifikation in Südamerika

16 Corona-Fälle bei Uruguays Nationalteam

Die Zahl der Coronafälle beim Nationalteam von Uruguay nach den Länderspielreisen ist auf 16 angewachsen. Uruguays Regierung hat sich eingeschaltet, auch spanische Klubs fordern Erklärungen.

Der massive Corona-Ausbruch beim zweimaligen Fußball-Weltmeister Uruguay im Laufe des Länderspiel-Doppelpacks in der südamerikanischen WM-Qualifikation hat die Landesregierung auf den Plan gerufen. Die Staatsführung belegte den nationalen Verband wegen Missachtung des vorgeschriebenen Kontrollprotokolls mit einer Geldstrafe von umgerechnet rund 12.500 Euro.

Gesundheitsminister Daniel Salinas forderte außerdem von den Fußball-Bossen Erklärungen für die extreme Häufung von Infektionen.

Godin mit Positivtest Nummer 16

Zu Wochenbeginn war Uruguays Topstar Luis Suárez vom spanischen Topklub Atletico Madrid drei Tage nach dem 3:0 der "Urus" gegen Kolumbien als einer der Ersten positiv aus das Coronavirus getestet worden. Die bei Kapitän Diego Godin nach der Rückkehr zum italienischen Erstligisten Cagliari Calcio am Freitag (20.11.2020) festgestellte Infektion bedeutet den 16. Fall.

Salinas hatte bereits vor Uruguays 0:2-Heimniederlage gegen Rekordweltmeister Brasilien am vergangenen Dienstag ohne Suárez verärgert auf das Verhalten bei der Nationalmannschaft reagiert. Auslöser war ein Foto in den sozialen Medien von einem Barbecue des Nationalteams nach dem Erfolg gegen Kolumbien mit neun eng beieinander stehenden und sitzenden Spielern, von denen später fünf positiv getestet wurden, gewesen. "Da fehlte jegliche Vorsicht", schimpfte Salinas.

Umstrittenes Spieler-Barbecue

Uruguays Verbandspräsident Ignacio Alonso wies die Kritik zurück. "Es war uns immer klar, dass so etwas passieren kann", sagte er dem Radiosender "Radiomundo" aus Montevideo. Die Ursache des Ausbruchs sei aber nicht der gesellige Grillabend gewesen, so Alonso: "Wir waren draußen an der Luft, und es wurde auch kein Mate-Tee zwischen den Spielern herumgereicht." Auch der positiv getestete Godin verteidigte sein Team. "Das ist nicht der Ursprung der Ansteckung, und deshalb halte ich es für unfair", sagte der Verteidiger. Er gab aber zu, dass es zu Nachlässigkeiten kam.

Atletico prüft Beschwerde

Auch Atletico, das am Samstag in der Meisterschaft im Schlagerspiel gegen den FC Barcelona außer auf Suárez auch auf den ebenfalls bei der uruguayischen Mannschaft positiv getesteten Mittelfeldspieler Luca Torreira verzichten muss, reagiert sauer. Klubchef Enrique Cerezo attackierte in einem Interview mit RAC1 die FIFA wegen mangelnder Kontrolle der Sicherheitsmaßnahmen bei den Nationalteams und kündigte eine Beschwerde beim Weltverband FIFA.

Brasilianische Liga meldet über 60 Corona-Fälle

Auch Brasiliens Fußball-Liga ist nach den Länderspielreisen schwer getroffen. Nach Medienberichten sind mehr als 60 Spieler positiv auf das Coronavirus getestet, zudem gibt es vier an Covid-19 erkrankte Trainer. Insgesamt sind elf Vereine betroffen - aber trotzdem rollt am Wochenende überall der Ball in Brasiliens erster Fußball-Liga. Laut Erhebung des Internetportals "Globo Esporte" fehlen den 20 Erstligisten derzeit exakt 62 Spieler, die sich in Quarantäne befinden.

Gleich 18 Akteure auf der Fehlliste hat Spitzenklub SE Palmeiras aus Sao Paulo. Dahinter folgen ebenfalls aus den Top 6 der Liga der FC Santos (9) und Atletico Mineiro (8) aus Belo Horizonte. Die zwei letztgenannten Klubs müssen zudem ihre Trainer Cuca (Santos) und Jorge Sampaoli, Argentiniens Nationalcoach bei der WM 2018, wegen positiver Corona-Tests ersetzen.

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sid | Stand: 21.11.2020, 09:45

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