Finale der Copa Libertadores abgesagt

Nach Angriffen auf Boca-Spieler

Finale der Copa Libertadores abgesagt

Das Rückspiel im Finale der Copa Libertadores ist nach einem Angriff auf Profis der Boca Juniors abgesagt worden. Ein neuer Termin soll am Dienstag festgelegt werden.

Die Zuschauer verlassen das Stadio Monumentale

Das gab der südamerikanische Verband CONMEBOL am Sonntag (25.11.2018) bekannt. Fans von River Plate hatten den Teambus von Boca Juniors einen Tag zuvor mit Steinen, Flaschen und weiteren Gegenständen beworfen. Mehrere Spieler wurden dabei verletzt.

Der Präsident und der Rat von CONMEBOL hätten die Verschiebung des Rückspiels "mit dem Ziel der Aufrechterhaltung der Sportgleichheit" beschlossen, hieß es in der Mitteilung. Ein neuer Termin werde am Dienstag in der Zentrale des Verbands in Asuncion (Paraguay) festgelegt. Bei den Beratungen über den neuen Termin sollen demnach auch die Präsidenten beider Klubs teilnehmen.

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River-Fans bewarfen Bocas Bus mit Steinen

Bocas Gonzalo Lamardo (l.) wurde bei dem Angriff am rechten Auge verletzt.

Bocas Gonzalo Lamardo (l.) wurde bei dem Angriff am rechten Auge verletzt.

Das Spiel der beiden Klubs aus Buenos Aires war ursprünglich am Samstag für 21 Uhr MEZ angesetzt worden. Nach den Vorfällen wurde das Spiel zunächst zwei Mal verschoben, dann um einen Tag verlegt.

Bei dem Angriff gingen mehrere Scheiben zu Bruch, Kapitän Pablo Perez sowie Nachwuchsspieler Gonzalo Lamardo erlitten durch Splitter Augenverletzungen. Das von der Polizei eingesetzte Tränengas, um die Randalierer zu vertreiben, sorgte zudem bei weiteren Spielern für gesundheitliche Beeinträchtigungen.

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Vor dem Stadion war es am Samstag zu zahlreichen Zusammenstößen von Fans ohne Ticket mit der Polizei gekommen, bei denen 56 Menschen festgenommen wurden. Es waren 2.100 Polizisten im Einsatz. Das Hinspiel im Boca-Stadion war 2:2 ausgegangen.

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"Es sind nicht die Bedingungen für ein Finale gegeben, weil die Teams nicht in gleichwertiger Verfassung sind", sagte CONMEBOL-Präsident Alejandro Dominguez auf einer Pressekonferenz am Sonntagnachmittag. Domínguez erklärte, Boca habe vier oder fünf Profis, die gesundheitlich nicht imstande seien, anzutreten. Der Dachverband werde in den nächsten Tagen einen neuen Spieltermin festlegen. Der werde aber sicherlich nach dem G20-Gipfel liegen, der am 30. November und 1. Dezember in der argentinischen Hauptstadt stattfindet.

Fans attackieren Mannschaftsbus von Boca Juniors

Sportschau | 25.11.2018 | 01:26 Min.

Boca fordert Strafe für River Plate

Zuvor hatte Boca die Absage offiziell gefordert. In seiner Stellungnahme teilte der Klub darüber hinaus mit, dass man eine Anwendung eines Artikels aus den Statuten von CONMEBOL verlange. Darin sind mögliche Strafen für Klubs geregelt, die von einer Verwarnung bis zu Platzsperren und Spielwertungen reichen. Möglicherweise spekuliert der Klub also auf einen Sieg am Grünen Tisch.

Gästefans nicht zugelassen

Die 66.000 Eintrittskarten für das Rückspiel um den Titel der südamerikanischen Champions League waren allesamt an River-Fans verkauft worden. Seit 2013 dürfen in ganz Argentinien wegen zahlreicher Gewalttätigkeiten keine Gästefans mehr ins Stadion. Vor dem Stadion kam es zu zahlreichen Zusammenstößen von Fans ohne Ticket mit der Polizei.

sid | Stand: 25.11.2018, 18:28

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