WM 2026 - Afrika-Boss setzt auf Unterstützung Europas

Fußball-WM in Marokko: Gebäude der CAF

Fußball-Weltmeisterschaft

WM 2026 - Afrika-Boss setzt auf Unterstützung Europas

In sieben Wochen wird über die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 entschieden. Marokko gilt als heißer Kandidat. Der afrikanische Präsident Ahmad hofft auf die Unterstützung Europas.

104 - das ist die magische Zahl an Stimmen, die für die Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 notwendig ist. Erstmals wird der aus 207 Nationalverbänden bestehende FIFA-Kongress über die Vergabe der übernächsten WM entscheiden - am 13. Juni in Moskau. Zuvor hatte stets das wenig integere Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes das Turnier "vergeben".

"Ihr für uns - wir für Euch"

Sieben Wochen also, in denen sich die Bewerber in Stellung bringen können. Für Marokko hat jetzt der Präsident des afrikanischen Fußballverbandes CAF die Werbetrommel gerührt und dies mit einem Appell an die europäischen Nationalverbände gekoppelt. "Stimmt für uns, und wir werden das nächste Mal für Euch stimmen", sagte Ahmad Ahmad der französischen Nachrichtenagentur AFP. Sollte Ahmad die Europäer mit ihren 55 Verbänden zum Großteil hinter sich bringen, würde die Rechnung aufgehen, nimmt man die 54 afrikanischen Verbände hinzu.

Mögliche Fußball-WM in Marokko

Afrikas Fußball-Präsident Ahmad Ahmad

Die Weltmeisterschaft in Marokko hätte einen enormen Einfluss auf Afrika, sagte Ahmad, "weil es vielen jungen Afrikanern Hoffnung gibt." Marokko wäre nach Südafrika (2010) der zweite WM-Ausrichter des afrikanischen Kontinents. "Zeitzonen, Entfernung, Fans - das alles ist im Interesse Europas", sagte Ahmad und betonte den Gegensatz zur nordamerikanischen Bewerbung, der sogenannten "United 2026", bestehend aus USA/Kanada/Mexiko. Der südamerikanische Kontinentalverband Conmebol mit zehn Stimmen hat sich bereits für die Nordamerikaner ausgesprochen.

Veränderter Anforderungskatalog

Marokko hat aber nicht nur den Mitbewerber "United 2026" gegen sich, sondern offenbar auch die FIFA-Spitze. Jüngst wurden Vorwürfe publik, nach denen die FIFA versucht haben soll, die Vergabekriterien kurzfristig zu Ungunsten Marokkos zu ändern. So soll der Weltverband plötzlich sechs hochmoderne Arenen gefordert haben, die bereits im Land vorhanden sind. Zuvor waren nur vier angesetzt worden. Marokko besitzt fünf schon WM-taugliche Stadien. Mittlerweile ist die Zahl wieder auf vier nach unten korrigiert worden. 2026 wird das Turnier erstmals mit 48 Mannschaften ausgerichtet.

Schon zuvor hatte eine Entscheidung von FIFA-Präsident Gianni Infantino, der eine nordamerikanische WM befürworten soll, Proteste aus Afrika und Europa ausgelöst. Infantino setzte beim Meeting des FIFA-Councils am 16. März eine fünfköpfige sogenannten Task Force durch. Diese Evaluierungskommision besteht im wesentlichen aus Männern, die dem FIFA-Präsidenten nahestehen. Sie können einem Bewerber die Zulassung zu einer Wahl noch absprechen. Kommende Woche werden die Fünf erneut nach Marokko reisen. Dann wird es eine nächste Tendenz geben, ob die fünfte Bewerbung Marokkos vielleicht endlich von Erfolg gekrönt sein wird.

Stand: 25.04.2018, 11:28

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