Finanzstarke Favoriten - die Championship startet

Aleksandar Mitrovic

Saisonstart in England

Finanzstarke Favoriten - die Championship startet

Von Robin Tillenburg

Die englische "Championship" startet am Wochenende in die neue Saison. Die Teilnehmer sind finanzstark wie sonst nirgendwo im Unterhaus. Premier-League-Absteiger haben einen Vorteil und sind daher auch die Favoriten.

Weil die Fernsehgelder in der Premier League so exorbitant hoch sind und auch relativ gleichmäßig unter den Teams aufgeteilt werden, sodass nicht nur die Topteams über enorme finanzielle Mittel verfügen, trifft ein Abstieg aus dem englischen Oberhaus die betroffenen Klubs extrem hart. Sollte man meinen.

Rettungsschirm fängt die Absteiger auf

Sogenannte "parachute payments" - frei übersetzt "Rettungsschirm-Zahlungen" - sorgen aber unter anderem dafür, dass die Absteiger in die Championship nicht ihren sehr teuren Kader komplett verkaufen müssen, um den finanziellen Ruin zu verhindern. Über 40 Millionen Pfund erhalten also Cardiff City, der FC Fulham und Huddersfield Town, um sich zu konsolidieren.

Zum Vergleich: Das ist laut "transfermarkt.de" etwa der Marktwert des gesamten Kaders des 1. FC Nürnberg - oder eben von Championship-Ligakonkurrent Hull City. Man muss kein Mathematik-Genie sein, um hier ein Ungleichgewicht zu erkennen. Huddersfield, das im Gegensatz zu Cardiff und Fulham nicht direkt nach dem Aufstieg wieder abstieg, sondern zwei Jahre in der Premier League verbrachte, erhält sogar das "volle Paket" an Zahlungen, das sich über drei Jahre erstreckt und pro Jahr sukzessive etwas weniger wird.

Hoher Anteil an Legionären

Kein Wunder also, dass die drei Absteiger auch zu den Topfavoriten auf den Aufstieg zählen, gemeinsam mit Stoke City und West Bromwich Albion, die 2017/18 aus der Premier League abstiegen, und somit immer noch Zahlungen erhalten, sowie Leeds United und Derby County. 15 der 20 wertvollsten Spieler der Liga stehen bei einem der Absteiger aus 2018 oder 2019 unter Vertrag.

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Die verhältnismäßig hohe Finanzkraft der Topklubs (aber auch anderer Teams) der Liga sorgt dafür, dass auch etablierte ausländische Nationalspieler wie Fulhams Serbe Aleksandar Mitrovic in der Liga aktiv sind. Fast 50 Prozent beträgt der Anteil an sogenannten "Legionären" in der Championship - in der 2. Bundesliga liegt er bei 27 Prozent.

Marathon-Saison

Dass die Teams aber zumindest etwas mehr Geld für ihre Kader brauchen als der durchschnittliche deutsche Zweitligist liegt auch daran, dass die Liga aus 24 Teams besteht - und damit knackige 46 Saisonspiele anstehen und dazu gegebenenfalls noch Playoffs. Denn: Landet eine Mannschaft zwischen Rang drei und sechs, muss sie im Anschluss noch einmal in einer Playoff-Runde um den letzten offenen Platz in der Premier League spielen. Dazu kommen dann noch FA Cup und Carabao Cup, und schon übersteigt die Anzahl der Spiele schnell die 50. Dementsprechend breit müssen die Kader aufgestellt sein.

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Zwei deutsche Trainer - einige deutsche Spieler

Jan Siewert

Huddersfield-Coach Jan Siewert

In der Liga sind auch einige Deutsche aktiv: Christopher Schindler, Abdelhamid Sabiri und Collin Quaner spielen, genau wie die deutschstämmigen Elias Kachunga und Herbert Bockhorn, zum Beispiel bei Aufstiegskandidat Huddersfield, das in Jan Siewert auch einen deutschen Trainer hat. Auch die sportlichen Geschicke von Aufsteiger FC Barnsley liegen in deutscher Hand: Daniel Stendel (früher Hannover 96) ist der Coach des Teams und hat im von Hannover nun fest verpflichteten Mike Bähre auch einen Landsmann im Spielerkader.

Auf Barnsley wartet auch direkt die wohl schwerste Aufgabe: Am Samstag (03.08.2019) geht es zum Auftakt gegen Fulham. Der Marktwert des Stendel-Teams beträgt dabei, so "transfermarkt.de", etwa ein Viertel von dem von Mitrovic. Huddersfield muss sich am Montag (05.08.2019) im Abendspiel gegen Mitanwärter Derby County behaupten.

Stand: 30.07.2019, 13:41

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