Pierre-Emerick Aubameyang im Rausch der Tore

Pierre-Emerick Aubameyang nach seinem Treffer gegen Norwich City

Nach FA-Cup-Gewinn

Pierre-Emerick Aubameyang im Rausch der Tore

Von Jörg Strohschein

Ohne die Tore von Pierre-Emerick Aubameyang wäre der FC Arsenal wohl noch deutlicher in der Premier League abgerutscht. Der 31-Jährige ist der Torgarant der "Gunners". Doch es ist nicht sicher, ob der Gabuner dem Klub beim Neuaufbau erhalten bleiben wird.

Im zweiten Versuch klappte es dann doch. Pierre-Emerick Aubameyang reckte den FA Cup unfallfrei in die Höhe, seine Mannschaftskollegen vom FC Arsenal feierten diesen Moment, wie es üblich ist: eng versammelt um den Kapitän herum. Zuvor hatte der 31-Jahre alte Gabuner die Trophäe noch auf den Rasen fallen lassen, was ihm einige lustig gemeinte Schmähungen seiner Mitspieler eingebracht hatte. Aber Granit Xhaka und Co. wissen natürlich, wem sie diesen Erfolg zu einem gehörigen Anteil zu verdanken haben.

Sowohl im Halbfinale gegen Manchester City (2:0) als auch im Finale gegen den FC Chelsea (2:1) hatte der Ex-Dortmunder beide Treffer erzielt. Aber nicht nur im Pokal, auch in der englischen Liga ist Aubameyang mit seiner Schnelligkeit und seiner Abgeklärtheit vor dem gegnerischen Tor der Fels in der Brandung.

Mit seinen 22 Treffern in 36 Premier-League-Partien verpasste er es nur ganz knapp, erneut englischer Torschützenkönig wie im Vorjahr (ebenfalls 22 Tore) zu werden. Dieses Mal hatte Jamie Vardy von Leicester City die Nase vorn. Dennoch: Aubameyang befindet sich auf der Insel im Rausch der Tore.

Großes Interesse

Dass solch eine Bilanz Begehrlichkeiten von anderen Klubs weckt, steht außer Frage. Zumal sein Vertrag am Ende der Saison 2020/21 ausläuft und die "Gunners" Aubameyang bald verkaufen müssten, wollen sie ihn nicht ablösefrei gehen lassen. Immerhin rund 64 Millionen Euro Ablöse hatte Arsenal 2018 an Borussia Dortmund überwiesen.

Juventus Turin, Paris St. Germain oder auch Inter Mailand sollen bereits ihr Interesse bekundet haben. Allesamt europäische Spitzenvereine, die es sich wohl durchaus leisten könnten, Aubameyang zu bezahlen. Arsenal soll dem Gabuner dem Vernehmen nach in Kürze ein neues Angebot in Höhe von rund 13 Millionen Euro Jahresgehalt anbieten.

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Qualifikation für die Europa League ein Argument?

Bereits vor dem Finale hatte Arsenals Trainer Mikel Arteta Gespräche mit Aubameyang geführt und war zuversichtlich, dass sein Torjäger trotz des enttäuschenden achten Platzes in der Liga bleiben könnte. "Ich hoffe, wir können ihn so überzeugen, dass sich der Klub in die richtige Richtung entwickelt", sagte Arteta nach dem Einzug ins Pokalendspiel: "Ich glaube, er steht unserer Sache nun wieder positiver gegenüber."

Nach dem Finalsieg erneuerte Arteta seinen Optimismus. "Ich hatte ein Gespräch mit ihm und denke, er will bleiben", sagte der Coach. Immerhin haben sich die "Gunners" nun für die Europa League qualifiziert. Allerdings dürfte sich Aubameyang selbst eher in der Champions League verorten. Viel wichtiger dürfte für den Offensivspezialisten das Argument sein, dass der Spanier Arteta, einst Co-Trainer von Pep Guardiola, ein neues, deutlich schlagkräftigeres Team um Aubameyang formen möchte.

Vater Aubameyang meldet sich zu Wort

Ob diese Argumente allerdings wirken, ist noch fraglich. Nach dem Poklasieg hielt sich Aubameyang deutlich zurück. "Darüber denke ich wirklich nicht nach. Ich will einfach nur mit den Jungs feiern", bemerkte er.

Pierre-Emerick Aubameyang (R) mit seinem Vater Pierre-François Aubameyang nach dem Gewinn des DFB-Pokals 2017

Pierre-Emerick Aubameyang (R) mit seinem Vater Pierre-François Aubameyang nach dem Gewinn des DFB-Pokals 2017

Erst kürzlich meldete sich auch Aubameyangs Vater Pierre-Francois in den sozialen Medien zu Wort. Dort verkündete er vor rund einer Woche: "Die Presse weiß nicht, dass wir Bantu sind und dass es eine Hierarchie gibt. Die Entscheidung wird erst nach dem Rat des Weisen, deinem Vater, fallen. Wir werden bald bereit sein."

Die Karriere Aubameyangs biegt so langsam auf die Zielgerade ein. Für ihn wird sich die Frage stellen, ob er Teil eines Neuaufbaus sein oder eher in ein funktionierendes Gebilde einer Mannschaft wechseln will. Verzichten können sie bei Arsenal aber eigentlich nicht auf ihn.

Stand: 02.08.2020, 12:02

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