Afrikas Verbandschef Ahmad für fünf Jahre gesperrt

Ahmad Ahmad

FIFA-Ethikkommission sanktioniert unsaubere Geschäfte

Afrikas Verbandschef Ahmad für fünf Jahre gesperrt

Gerüchte über unsaubere Geschäfte gab es schon lange, jetzt hat der Fußball-Weltverband FIFA gehandelt: Afrikas Fußball-Verbandschef Ahmad Ahmad wurde für fünf Jahre gesperrt.

Die Mitarbeiter des afrikanischen Fußballverbandes CAF auf der Geschäftsstelle in Kairo haben ihren Präsidenten schon seit geraumer Zeit nicht mehr zu Gesicht bekommen. Was aber - zumindest offiziell - an medizinischen Gründen liegt. Ahmad Ahmad kuriert offenbar immer noch die Folgen einer Coronavirus-Infektion aus. Bereits seit Mitte Oktober führt CAF-Vize Constant Omari die Geschäfte der CAF. Gut möglich, dass sich der 62-jährige Kongolese auf eine längere Periode als Chef eintellen kann.

Denn FIFA-Vizepräsident Ahmad, zugleich Chef des afrikanischen Fußball-Verbandes, ist von der Ethikkommission des Weltverbandes wegen finanziellen Fehlverhaltens für fünf Jahre gesperrt worden. Außerdem muss der 60-Jährige aus Madagaskar eine Strafe in Höhe von 200.000 Schweizer Franken bezahlen. Damit dürfte natürlich auch die Wiederwahl Ahmads an der Spitze des CAF am 12. März 2021 hinfällig sein.

Amtsmissbrauch, Veruntreuung, Verteilung von Geschenken

Laut der Ethikkommission habe Ahmad in der Zeit von 2017 bis 2019 mehrere Verstöße wie Amtsmissbrauch, Veruntreuung von Geldern oder Annahme bzw. Verteilung von Geschenken begangen. Dabei geht es unter anderem um eine Luxusreise nationaler Verbandspräsidenten zur muslimischen Pilgerstätte Mekka oder seine Beteiligung an den Geschäften des CAF mit dem Sportausrüstungsunternehmen Tactical Steel.

Ahmad hat die Möglichkeit, die FIFA-Sanktionen vor dem Sportgerichtshof CAS überprüfen zu lassen, sobald er die genaue Urteilsbegründung erhalten hat. Das ist ein Prozess, der sich bis zu 60 Tage hinziehen kann.

Wichtiger Verbündeter von Infantino

Ahmad gilt als wichtiger Vertrauter von Gianni Infantino. Ein zuverlässiger Rückhalt aus Afrika ist für den FIFA-Präsidenten bedeutsam: Bei den Kongressen des Weltverbandes stammt rund jeder vierte Stimmberechtigte von dem Kontinent. Als sich Infantino 2019 zur Wiederwahl stellte, erklärte Ahmad frühzeitig, Afrika unterstütze den Schweizer geschlossen.

Bereits 2019 hatte es Korruptionsvorwürfe gegen Ahmad gegeben. Einen Tag nach der Wiederwahl von Infantino hatten die Behörden in Paris Ahmad vernommen. Der Funktionär, der 2017 die Nachfolge von Issa Hayatou angetreten hatte, wies damals Vorwürfe der Korruption zurück und sprach von normalen Vorgängen.

Wegen der Missstände im afrikanischen Verband hatte die FIFA am 1. August 2019 bereits eine Reformkommission unter der Leitung von Generalsekretärin Fatma Samoura für ein halbes Jahr eingesetzt. Die Senegalesin sollte mit einer Expertengruppe das operative Geschäft des CAF überwachen und die professionelle Durchführung von Wettbewerben gewährleisten.

Gravierende Mängel im Rechnungswesen

Im Rahmen von Samouras sechsmonatiger Mission bei der CAF hatte laut der "Neuen Zürcher Zeitung" die Revisionsgesellschaft PwC den Auftrag erhalten, einen Prüfbericht über die Konföderation zu verfassen. Auch dieser Bericht stellte gravierende Mängel im Rechnungswesen fest.

"Die Buchhaltung der CAF ist unzuverlässig und nicht vertrauenswürdig", heisst es in der 55-seitigen Analyse. Untersucht wurden 40 Zahlungen im Gesamtvolumen von zehn Millionen Dollar. Nur fünf Transaktionen seien ausreichend dokumentiert worden. 21 Zahlungen klassifizierten die Experten als "ungewöhnlich" oder "riskant". Bei 14 Transaktionen fehle eine Dokumentation, um Aussagen über Empfänger, Ziel und Nutzen für die CAF machen zu können.

Fehlende Beweise? FIFA stellt Voruntersuchungen gegen Infantino ein

Sportschau 19.08.2020 01:06 Min. Verfügbar bis 19.08.2021 ARD Von Dietrich Karl Mäurer


oja/sid/dpa | Stand: 23.11.2020, 11:48

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