Afrika-Cup 2019 - Gastgeber dringend gesucht

Der afrikanische Fußballverband sucht nach einem Gastgeber für den Afrika-Cup 2019

Südafrika und Ägypten stehen als Ersatz bereit

Afrika-Cup 2019 - Gastgeber dringend gesucht

Kamerun darf nicht, Marokko will nicht, Ägypten und Südafrika würden's machen - das Chaos um die Suche nach einem Gastgeber für den Afrika-Cup 2019 geht weiter.

Es ist ja nichts Neues, dass in der Organisation von Afrika-Cups etwas schiefgeht. Stadien sind nicht fertig, es fehlen Schlafplätze für die Teams. Es gab sogar schon einmal einen Terroristenanschlag, der die Austragung fast verhindert hätte. Dass man aber keinen Gastgeber für die größte Sportveranstaltung des afrikanischen Kontinents findet - das ist neu.

Als der afrikanische Fußball-Verband CAF am 30. November beschloss, Kamerun die Austragung des Afrika-Cups 2019 zu entziehen, weil die Vorbereitungen nicht ausreichend seien, schien das nur noch eine Formalie zu sein. Schließlich hatte die Führungsriege der CAF um den neuen Präsidenten Ahmad Ahmad (Madagaskar) dem alten Präsidenten Issa Hayatou (Kamerun) schon lange in die Parade fahren wollen. Und außerdem hatte sich Marokko schon lange als mögliches Ersatzland positioniert.

Marokko springt ab

Marokko - so hatte man bei der CAF überlegt - sei ideal. Zum einen würde der Afrika-Cup im dortigen Königreich sicherlich bestens organisiert werden, so dachte man. Zum anderen könnte man das Land in der künftigen Bewerbung um eine WM-Austragung stärken.

Doch dann passierte Erstaunliches: Marokko gab keine Bewerbung für den Cup 2019 ab. "Wir sind nicht interessiert", gab Marokkos Sportminister Rachid Talbi Alami am 13. Dezember formlos bekannt.

24 statt 16 Teilnehmer

In Kairo, dem Sitz der CAF, brach hektische Betriebsamkeit aus. Man hatte der Fußball-Welt versprochen, bis Ende des Jahres einen neuen Gastgeber zu präsentieren. Plötzlich gab's keinen mehr. Und nun schnell einen zu finden, würde nicht einfach werden. Bis zur Austragung im Juni 2019 war ja nur noch ein halbes Jahr Zeit. Und das Turnier soll erstmals auch aufgepustet werden. Statt 16 Teams können sich 24 Länder qualifizieren.

Hastig einberufene Krisensitzungen der CAF mündeten in einer Handvoll Maßnahmen: Man verlängerte die Frist der Ausrichter-Bewerbung. Mit Ägypten und Südafrika konnten zwei wirtschaftliche Big-Player des Kontinents gefunden werden, die sich als mögliche Ausrichter doch noch bereit erklärten. Und: Mit dem deutschen Unternehmensberater Roland Berger wurde eine international tätige Firma beauftragt, die Dinge zu prüfen.

Deutscher Berater entscheidet

Berger wird die Unterlagen checken und gegebenenfalls vor Ort besichtigen, ob die Infrastrukturen ausreichend sind. Entschieden wird dann am: 9. Januar 2019. Dann kommt in Senegals Hauptstadt die CAF-Funktionärsriege nochmals zusammen, um den Gastgeber für den Cup 2019 bekannt zu geben. Wenn es dann einen gibt.

Buchtipp: "Der Afrika-Cup - Geschichte und Geschichten vom größten Fußballfest des afrikanischen Kontinents", Autor: Olaf Jansen, Verlag: Books on Demand.

Stand: 31.12.2018, 11:33

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