Unangenehme Schlagzeilen für DFB-Chef Grindel

DFB-Präsident Reinhard Grindel

"Spiegel" berichtet von heimlichen Zahlungen

Unangenehme Schlagzeilen für DFB-Chef Grindel

Reinhard Grindel kann am Montag (01.04.2019) nur kurz durchatmen. Bei der Eröffnung der "Hall of Fame" im Dortmunder Fußballmuseum zählt der DFB-Präsident zu den Laudatoren.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wird seine "Gründungself" angemessen feiern (Höhepunkte: Di., 23 Uhr, im Ersten), ein an sich angenehmer Termin. Im Anschluss aber drohen Grindel wieder bohrende Nachfragen zu den neuerlichen Negativschlagzeilen, die, so wird spekuliert, sogar seine Wiederwahl im September infrage stellen könnten. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtete am Freitag von angeblich heimlichen Zahlungen an den DFB-Präsidenten zwischen Juli 2016 und Juli 2017 - insgesamt 78.000 Euro, die Grindel als Aufsichtsratsvorsitzender der DFB-Medien GmbH zusätzlich zu den bekannten und später um die Hälfte reduzierten 14.400 Euro erhielt.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur schlossen sich am Sonntag Grindel und die hochrangigen DFB-Präsidiumsmitglieder Reinhard Rauball, Rainer Koch, Peter Peters, Stephan Osnabrügge und Friedrich Curtius telefonisch zusammen. Über Inhalte der Gespräche wurde zunächst nichts bekannt.

Grindel-Gegner bleiben in Deckung

Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" schrieb, dass "Mitglieder des DFB-Präsidiums und Funktionäre aus einigen Landesverbänden" deshalb darauf hinwirken wollen, dass Grindel beim DFB-Bundestag nicht erneut antritt. Dass es innerhalb des DFB eine Opposition zu geben scheint, steht nach den häufigen Medienberichten über Vertrags- und Gesprächsinhalte außer Frage - aus der Deckung haben sich die Grindel-Gegner aber bislang nicht gewagt.

In der Öffentlichkeit hat das Image des DFB-Präsidenten, der für seine internationalen Ämter bei UEFA und FIFA für etwa acht Sitzungen pro Jahr knapp eine halbe Million Euro erhält, längst Schaden genommen. Auch, weil Grindel selten ein Fettnäpfchen auslässt. Das abgebrochene Interview mit der Deutschen Welle, das in den sozialen Medien für Hohn und Sport gesorgt hatte ("Aber Herr Grindel"), ärgerte den 57-Jährigen selbst enorm. Etlichen Fragen war der frühere Bundestagsabgeordnete relativ professionell ausgewichen, ehe er doch die Nerven verlor.

sid/dpa | Stand: 31.03.2019, 18:00

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