DFB-Frauen mit Last-Minute-Sieg in England

Jubel beim deutschen Team

In Wembley

DFB-Frauen mit Last-Minute-Sieg in England

Das deutsche Frauen-Nationalteam hat einen begeisternden Fußball-Abend in Wembley mit einem Prestige-Erfolg gekrönt.

Vor der Traumkulisse mit 77.768 Zuschauern gelang der Auswahl von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg im Klassiker gegen England ein durchaus verdienter 2:1 (1:1)-Erfolg. Den Siegtreffer für die deutsche Mannschaft erzielte am Samstag (09.11.2019) Supertalent Klara Bühl (90. Minute). DFB-Kapitänin Alexandra Popp (9.) und Ellen White (44.) hatten zuvor in einer unterhaltsamen Partie zum Jahresabschluss getroffen, die entgegen der englischen Ankündigungen den bisherigen Europarekord von 80.203 Zuschauern beim Olympia-Finale 2012 an selber Stelle nicht ganz in den Schatten stellen konnte.

Der englische Verband FA hatte als Ausrichter der Frauen-EM 2021 massiv die Werbetrommel gerührt und die Partie Mitte Oktober als ausverkauft vermeldet. Der Zuschauer-Weltrekord von 1999, als beim WM-Finale 90.185 Menschen den Rose Bowl von Pasadena/Kalifornien besuchten, bleibt ebenfalls unangetastet.

DFB-Frauen siegen durch Last-Minute-Tor in Wembley

Sportschau 09.11.2019 00:44 Min. Verfügbar bis 09.11.2020 ARD Von NDR-Reporterin Tabea Kunze

Verjüngte DFB-Elf startet furios

Als "Ehre und Geschenk" bezeichnete Voss-Tecklenburg im Vorfeld diese besondere Begegnung, die für den Olympiasieger den ersten Härtetest seit dem enttäuschenden WM-Viertelfinal-Aus im Sommer bildete. Da die Stammkräfte Almuth Schult, Giulia Gwinn und Svenja Huth fehlten, konnte "MVT" gegen den WM-Vierten nicht ihre Bestbesetzung aufbieten.

So kam die 19-jährige Sophia Kleinherne vom 1. FFC Frankfurt als Linksverteidigerin zu ihrem Länderspiel-Debüt. Doch die verjüngte DFB-Elf startete furios, nach nur 150 Sekunden hatte Popp bei einem Lattentreffer erstmals die Führung auf dem Fuß. Per Kopf zielte sie wenig später besser - und im Hexenkessel Wembley wurde es für einige Sekunden mucksmäuschenstill.

Für die Kapitänin war es im 106. Länderspiel der 53. Treffer. Dabei hätte die 28-Jährige das Highlight in London fast verpasst - nach der Blitzheilung eines Außenbandrisses im Sprunggelenk wurde sie von Voss-Tecklenburg nachnominiert. Gegen sichtlich nervöse Engländerinnen blieb die DFB-Auswahl zunächst spielbestimmend. Besonders das Mittelfeld-Dreieck Dzsenifer Marozsan, Sara Däbritz und Lina Magull setzte die notwendigen Akzente.

Frohms hält Strafstoß

Doch nach einem rotwürdigen Einsteigen von Sara Doorsoun gegen Beth Mead (30.) wurden die Gastgeberinnen mutiger. Nach einem Foul von Torhüterin Merle Frohms an Mead gab Schiedsrichterin Stephanie Frappart Elfmeter - doch die Freiburgerin Frohms machte die Aktion mit einer starken Parade gegen Nikita Parris (36.) wieder wett. Dann schlug Englands Torjägerin White kurz vor der Pause doch noch zu - der Ausgleich fiel aber aus abseitsverdächtiger Position.

Bis zum Schluss hohes Tempo

Zur zweiten Hälfte blieb die starke Innenverteidigerin Lena Oberdorf mit Oberschenkelproblemen in der Kabine, Marina Hegering kam für die 17-Jährige in die Partie. Das Spieltempo blieb hoch, beide Seiten drängten auf den nächsten Treffer. Magulls Abstauber-Tor (63.) zählte aufgrund einer Abseitsstellung der Münchnerin nicht. Kurz vor Schluss traf die 18-jährige Bühl für Deutschland.

sid/dpa | Stand: 09.11.2019, 20:15

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