Bundestrainerin Voss-Tecklenburg will mit Löw zusammenarbeiten

Frauen-Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg (M.) mit DFB-Direktor Oliver Bierhoff (l.) und DFB-Boss Reinhard Grindel bei der Pressekonferenz zur Vorstellung Voss-Tecklenburgs

Vorstellung in Frankfurt

Bundestrainerin Voss-Tecklenburg will mit Löw zusammenarbeiten

Die neue Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg hat am Freitag (30.11.2018) die Nachfolge von Horst Hrubesch als Verantwortliche der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft angetreten. Bei ihrem souveränen Auftritt kündigte sie eine verstärkte Zusammenarbeit mit der Abteilung von Joachim Löw an.

"Mit Jogi Löw hatte ich schon Kontakt. Ich habe ihn zufällig getroffen in Düsseldorf und wir haben über das eine oder andere gesprochen", sagte die 125-malige Nationalspielerin bei ihrer Vorstellung am Freitag in der DFB-Zentrale in Frankfurt/Main. "Diese Synergien werden sehr hilfreich sein. Wir werden sie nutzen, wir werden sie benutzen in vielen Dingen."

Vertrag bis 2021

Als Zeichen eines künftigen Miteinanders nach jahrzehntelangem Nebeneinander durfte auch die Vorstellung Voss-Tecklenburgs in der DFB-Zentrale in Frankfurt gewertet werden. DFB-Direktor Oliver Bierhoff und Verbandsboss Reinhard Grindel hatten die 50-Jährige in die Mitte genommen. Auch Joti Chatzialexiou, der sportliche Leiter Nationalmannschaften beim Deutschen Fußball-Bund, saß mit auf dem Podium und lobte die "hohe internationale Erfahrung" der Neuen.

Martina Voss-Tecklenburg hat klare Ziele

Sportschau | 30.11.2018 | 00:45 Min.

Die Nachfolgerin von Hrubesch erhält nach Angaben von DFB-Direktor Bierhoff einen Vertrag bis Sommer 2021. "Wir wollen den Frauenfußball genauso wie den Männerfußball weiter entwickeln. Wir wollen bei den Frauen als auch bei den Männern zurück an die Weltspitze", sagte Bierhoff angesichts des WM-Debakels des Löw-Teams und des EM-Viertelfinal-Ausscheidens der Frauen. Voss-Tecklenburg hat ihre erste große Bewährungsprobe bei der Weltmeisterschaft vom 7. Juni bis 7. Juli 2019 in Frankreich.

Ein konkretes Ziel für das Turnier wollte sie nicht ausgeben, sagte aber: "Ich möchte Titel gewinnen, ich war noch nie Weltmeisterin. Das Ziel ist natürlich die Olympia-Qualifikation. Dann werden wir sehen, wo wir mit dieser Mannschaft hingehen können." Die Fußballerinnen hatten zwar bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro mit Trainerin Silvia Neid Gold gewonnen, scheiterten aber ein Jahr später unter Steffi Jones bei der EM in den Niederlanden früh. Jones musste im März gehen.

DFB-Präsident Grindel: "Sie bringt alles mit"

Sportschau | 30.11.2018 | 03:33 Min.

Trainingslager im Januar

"Martina Voss-Tecklenburg steht für einen attraktiven, auf Tempo ausgerichteten Fußball", sagte Verbandspräsident Grindel. Die frühere Duisburgerin trainierte zuletzt sieben Jahre das Nationalteam der Schweiz. Im Januar ist ein erstes Trainingslager in Marbella geplant. Hrubesch hatte sich Mitte des Monats mit einem 0:0 gegen Spanien verabschiedet. Der langjährige DFB-Trainer hat nach dem Rauswurf von Jones im März die Mannschaft neu aufgestellt und junge Spielerinnen wie Giulia Gwinn vom SC Freiburg und Lena Lattwein von der TSG 1899 Hoffenheim integriert.

Mit Voss-Tecklenburg will nun eine "starke Persönlichkeit" (Bierhoff) diese Arbeit fortführen. Die Bundestrainerin sitzt auch im Aufsichtsrat von Fortuna Düsseldorf. Vorsichtshalber hatte der DFB seine Ethikkommission beauftragt, prüfen zu lassen, ob das okay ist. Das sei es auch, wie Grindel bestätigte. Voss-Tecklenburg hat also keine Berührungsängste, was den Männerfußball angeht. Die Bundestrainerin will den Frauenfußball - wie sie es in der Schweiz getan hat - insgesamt vorantreiben.

Stand: 30.11.2018, 12:23

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