England sagt Frauen-Länderspiel gegen Deutschland wegen Coronafall ab

Martina Voss-Tecklenburg

50 Jahre Frauenfußball

England sagt Frauen-Länderspiel gegen Deutschland wegen Coronafall ab

Es sollte der Höhepunkt der Feierlichkeiten anlässlich von 50 Jahren Frauenfußball in Deutschland sein - doch die Gäste aus England haben das Länderspiel abgesagt. Grund dafür ist ein Coronafall im Betreuerstab der Engländerinnen.

Die Freude über das gelöste EM-Ticket auf der Couch war bei den deutschen Fußballerinnen schnell verflogen. Nur 51 Stunden vor dem geplanten Anpfiff sagte der englische Fußball-Verband FA wegen eines Coronafalls im Funktionsteam das für Dienstag (27.10.2020) angesetzte Länderspiel gegen das DFB-Team in Wiesbaden vorsorglich ab.

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg reagierte enttäuscht auf den Ausfall der wichtigen Standortbestimmung, zeigte aber Verständnis. "Wir hätten sehr gerne gegen England gespielt, müssen aber den Entschluss der FA respektieren. Wir sind uns bewusst, dass wir in schwierigen Zeiten leben und angesichts der Dynamik der Pandemie immer wieder unvorhersehbare Dinge geschehen können", sagte Voss-Tecklenburg.

Trainingslager wird abgebrochen

Der zweimalige Weltmeister bereitete sich in Wiesbaden schon intensiv auf das Spiel gegen den kommenden EM-Gastgeber vor. Das Trainingslager wird nun am Montag vorzeitig beendet, die Spielerinnen kehren nach Angaben des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in ihre Vereine zurück.

DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg "bedauerte" die Absage der Begegnung, die vier Tage vor dem Jubiläum 50 Jahre Frauenfußball im DFB stattgefunden hätte. "Wir sind gut vorbereitet und hatten uns sehr auf diesen Vergleich gefreut", sagte Ratzeburg: "Aber wir müssen diese Entscheidung des englischen Verbandes akzeptieren." Der englische Cheftrainer Phil Neville bedankte sich beim DFB für "das Verständnis". Der Schritt sei "absolut die richtige Vorgehensweise" gewesen.

Deutschland auf der Couch für EM qualifiziert

Dabei hatte es am späten Freitagabend noch positive Nachrichten für die deutsche Auswahl gegeben. Da Verfolger Irland in der Ukraine 0:1 (0:1) verlor, ist der Rekordeuropameister als Tabellenführer der Qualifikationsgruppe I mit fünf Punkten Vorsprung nicht mehr einzuholen. "Wir freuen uns sehr über die vorzeitige EM-Qualifikation. Es bleibt dennoch unser Ziel, auch noch die letzten beiden Spiele in diesem Wettbewerb gegen Griechenland und Irland zu gewinnen. Wir wollen die EM-Qualifikation ohne Punktverlust zu Ende führen", sagte Voss-Tecklenburg.

Die ins Jahr 2022 verschobene EM wird vom 6. bis 31. Juli 2022 in England ausgetragen. Ein Test gegen den Gastgeber wäre daher umso reizvoller gewesen. Mit den Qualifikationsspielen gegen Griechenland (27. November) und in Irland (1. Dezember) sollen die deutschen Fußballerinnen ihr Länderspieljahr beenden.

sid/dpa | Stand: 25.10.2020, 13:16

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