Jones mehr denn je unter Druck

Steffi Jones, Trainerin Daen Nationalmannschaft, beim Training

Nach Pleite beim SheBelieves Cup

Jones mehr denn je unter Druck

Die deutschen Fußball-Frauen haben beim SheBelieves Cup ein erschreckend schwaches Bild abgeliefert. Bundestrainerin Steffi Jones steht jetzt mehr denn je unter Druck.

Beim SheBelieves Cup in den USA wollten sich deutschen Fußball-Frauen neues Selbstvertrauen holen. Das vergangene Länderspieljahr war hart. Unter der neuen Bundestrainerin Steffi Jones war das erfolgsverwöhnte Team bei der Europameisterschaft in den Niederlanden schon im Viertelfinale gescheitert. In der anschließenden WM-Qualifikation setzte es dann eine 2:3-Niederlage gegen Island. Das waren Ergebnisse, die man vom zweimaligen Welt- und achtmaligen Europameister nicht gewöhnt ist.  Ein versöhnlicher Sieg im Testspiel gegen Frankreich rettete Jones denn Job.

Im neuen Jahr sollte es besser werden. Im April beginnt mit den Spielen gegen Tschechien und in Slowenien die heiße Phase im Kampf um einen Platz beim Weltturnier 2019 in Frankreich. Früher hätte man da auf zwei klare Siege wetten können, heute muss man sich eher sorgen um die deutsche Mannschaft.

Erschreckend schwach

Denn die präsentierte sich beim Vier-Länderturnier in den Staaten erschreckend schwach: Drei Spiele, kein Sieg - und zum Abschluss eine klare 0:3-Klatsche gegen Frankreich. Es war die höchste Niederlage seit 2010. Bei der dritten Auflage des Cups blieb Deutschland zum ersten Mal ohne Sieg und wurde Letzter. Die Kritik an Steffi Jones wird immer lauter. Und nicht wenige fragen sich, ob die Ex-Nationalspielerin die richtige für den Job ist. Die wusste bisher allerdings DFB-Präsident Reinhald Grindel hinter sich.

Plan ging nicht auf

Zugegeben: Weltmeister USA, England und Frankreich sind alles andere als leichte Gegner. Doch die Partien sollten ein Wegweiser für die kommenden Aufgaben unter erhöhtem Druck sein. Mit guten Auftritten gegen Topnationen wollte sich Jones Rückendeckung verschaffen. "Wir wollen größtmöglichen Erfolg und jedes Spiel gewinnen", hatte sie gesagt. Doch das ging nach hinten los.

"Das war absolut nicht das, was wir uns vorgenommen hatten. Wir wollten mit einen Sieg nach Hause fahren", sagte Mittelfeldspielerin Sara Däbritz nach dem Frankreich-Spiel: "Wir sind sehr enttäuscht über diese Niederlage. Mit unserer Leistung können wir absolut nicht zufrieden sein und müssen uns einfach steigern." Fakt ist, dass es einfach nicht passte. Vorne war das Team ohne jede Durchschlagskraft, hinten erlaubte das sich die DFB-Auswahl teils erschreckende individuelle Fehler.

Druck wird größer

Erfolge beim SheBelieves Cup hätten Jones auch die dringend benötigte Ruhe gebracht. Stattdessen wird der Druck vor den Spielen in der WM-Qualifikation jetzt immens hoch sein. Trotz der Heimniederlage gegen Island führt das DFB-Team die Gruppe 5 mit neun Punkten an. Beim Rückspiel könnte es jedoch nur Showdown um den Gruppensieg kommen. Bei einer Neuerlichen Niederlage müsste das Team dann den beschwerlichen Weg über die Play-offs nehmen.

Chatzialexiou macht sich ein Bild

In den USA war zum ersten Mal Joti Chatzialexiou mit dabei. Der 42-Jährige ist seit Jahresbeginn beim DFB für die weiblichen Auswahl-Teams zuständig und ist ähnlich wie Oliver Bierhoff bei den Männern Sportlicher Leiter der Nationalmannschaften. Er wollte sich vor Ort einen Eindruck verschaffen, und jetzt will er das alles aufwerten. Ende offen - und das wohl auch für Steffi Jones.

dpa/sid | Stand: 08.03.2018, 11:09

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