Olympique Lyons Frauen sind das Maß aller Dinge

Jubel bei Olympique Lyon

Champions-League-Finale gegen Wolfsburg

Olympique Lyons Frauen sind das Maß aller Dinge

Die Fußball-Frauen des VfL Wolfsburg treffen im Finale der Champions League auf Olympique Lyon. Die Übermannschaft aus Frankreich kann die Königsklasse schon zum dritten Mal gewinnen.

Als der französische Geschäftsmann Jean-Michel Aulas 1987 Olympique Lyon als Präsident übernahm, hatte er klare Vorstellungen. Unter dem Schlachtruf "OL - Europe" wollte er den Klub aus dem Rhone-Tal in Frankreich und auch in Europa zum Erfolg führen und nahm dazu jede Menge Geld in die Hand. Und tatsächlich wurde Olympique zwischen 2002 und 2008 sieben Mal in Serie französischer Meister.

Was bei den Männern funktioniert, das klappt auch bei den Frauen, dachte sich Aulas dann irgendwann und steckte fortan auch große Finanzmittel in Olympique Lyonnais Feminin. Die Frauen sollten vor allem das erreichen, was den Männern nie vergönnt war - den Erfolg in der Champions League. Trotz der sieben Meistertitel in Folge war Lyon dort nie über das Halbfinale hinaus gekommen.

Zwölf Meisterschaften in Serie

Bei den Frauen ging der Plan des Präsidenten auf. Olympiques Frauenteam ist das Maß aller Dinge. Seit 2007 geht die Meisterschaft nach Lyon, das Team holte zwölf Titel in Serie. Zudem konnte es vier Mal die Champions League gewinnen. Gegen den Bundesligisten VfL Wolfsburg will Lyon am Donnerstag (24.05.2018) im Finale von Kiew erneut jubeln. Es wäre der dritte Titel in der Königsklasse in Folge.

In Frankreich noch ungeschlagen

In der Meisterschaft lief in dieser Saison alles nach Plan. Den ersten Schönheitsfleck in der französischen Liga gab es erst beim jüngsten 0:0 beim Tabellen-Zweiten Paris Saint-Germain. Ansonsten blieb das Team von Trainer Gerard Precheur ungeschlagen - bei einem Torverhältnis von 98:5. Im letzten Ligaspiel bei Rodez Aveyron wird Olympique wohl wieder die 100-Tore-Marke knacken. Acht Punkte liegt Lyon zurzeit vor dem Team aus der Hauptstadt. Am 31. Mai treffen beide Klubs noch im Pokalfinale aufeinander, und wenn alles nach Plan läuft, bejubelt Olympique dann das Triple.

"Beim besten Verein mit den besten Spielerinnen"

Olympique, das ist ein Ensemble, das vor Qualität nur so strotzt und vor allem auch in der Breite exzellent besetzt ist. Stars der Mannschaft sind die Norwegerin Ada Stolsmo Hegerberg, die Engländerin Lucy Bronze, die Amerikanerin Morgan Brian und die Französinnen Camille Abily, Wendie Renard und Eugenie Le Sommer. Und natürlich DFB-Spielführerin Dzsenifer Marozsan. "Ich bin beim besten Verein der Welt mit den besten Spielerinnen der Welt. Daher kann ich mich jeden Tag weiterentwickeln", sagt die Mittelfeldspielerin, die 2016 vom 1. FFC Frankfurt nach Frankreich wechselte.

Ganz aussichtslos sind die Chancen des VfL Wolfsburg im Finale im Valeriy Lobanovskiy Dynamo Stadion freilich nicht. Lyon spazierte zwar durch die Zwischenrunde und durchs Achtelfinale, hatte dann aber in der Runde der letzten acht Teams viel Mühe mit dem FC Barcelona (2:1 und 1:0). Im Halbfinale gegen Manchester City (0:0 und 1:0) war es dann noch knapper. "Wir müssen versuchen, in der Defensive sehr kompakt zu stehen und aggressiv in die Zweikämpfe gehen. Das kennt Lyon aus der heimischen Liga so nicht", sagt Wolfsburgs Trainer Trainer Stephan Lerch. Auch er kann nach Meisterschaft und Pokalsieg mit seinem Team das Triple gewinnen.

Lyon nicht unschlagbar

Wolfsburg und Lyon standen sich bereits zweimal im Endspiel der Königsklasse gegenüber. 2013 in London gewann der VfL (1:0) und feierte erstmals das Triple, 2016 in Reggio Emilia setzte sich der französische Serienmeister im Elfmeterschießen durch. In der vergangenen Saison scheiterte Wolfsburg im Viertelfinale an Lyon, konnte das Rückspiel in Frankreich allerdings mit 1:0 gewinnen.

Thema in: NDR Info Spezial, Donnerstag, 24.05.2018, ab 18 Uhr

vdv/sid/dpa | Stand: 23.05.2018, 08:56

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