Elf von zwölf Klubs wollen den Neustart der Frauen-Bundesliga

Jubel über das Tor zum 1:0 für den VfL durch Alexandra Popp (L) mit Pernille Harder (Archiv)

Fußballsaison soll fortgesetzt werden

Elf von zwölf Klubs wollen den Neustart der Frauen-Bundesliga

Von Christian Hornung

Das Votum ist eindeutig: Elf von zwölf Klubs der Frauen-Fußball-Bundesliga haben sich für die Fortsetzung der Saison ausgesprochen. Nur ein Klub enthielt sich.

Trainer Thomas Tuchel darf sich mit Paris Saint-Germain über die zweifelhafte Ehre des Meistertitels einer abgebrochenen Saison freuen - der VfL Wolfsburg bei den Frauen muss sich noch gedulden. Während in Frankreich kein Ball mehr rollen wird, kämpfen in Deutschland die Eliteklassen geschlechtsübergreifend weiter.

Bei einer außerordentlichen Managertagung der Frauen-Bundesligaklubs, über die sportschau.de bereits am Mittwoch (29.04.2020) berichtete, haben der Deutsche Fußball-Bund und der Ausschuss Frauen-Bundesligen am Donnerstagnachmittag ein klares Meinungsbild erhalten: Elf von zwölf Klubs votierten für eine Fortsetzung der Saison unter strikter Einhaltung der Vorgaben zum Gesundheitsschutz, sofern die behördliche Verfügungsgrundlage sowie politischen Genehmigungen dafür vorliegen. Ein Verein enthielt sich der Stimme: der 1. FC Köln.

Rund 130 Personen pro Spiel

Laut DFB-Mitteilung lag den Klubs das Konzept "Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb" vor, das bei einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs bestmögliche medizinische Rahmenbedingungen gewährleisten soll. Die gemeinsam von DFB und DFL erarbeiteten Vorgaben sehen unter anderem strenge Hygienevorgaben, engmaschige Testungen sowie kontinuierliches Monitoring vor. Das Konzept für die Frauen-Bundesliga entspricht laut DFB grundsätzlich den Inhalten für die beiden Ligen der DFL. Es unterscheidet sich lediglich in organisatorischen Details, beispielsweise bei der Personenzahl für die festgelegten Zonen im Innen- und Außenbereich der überwiegend kleineren Stadien. Für die Frauen-Bundesliga sind hierbei rund 130 Personen pro Spiel vorgesehen.

DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg kommentiert das Votum so: "Wir haben ein klares positives Meinungsbild der Vereine erhalten, dies ist die Grundlage, die weiteren Maßnahmen bezüglich der Fortführung des Spieltriebes vorzubereiten. So können wir bei einer entsprechenden Anpassung der behördlichen Verfügungslage handeln. Die Vereine haben in schwierigen Zeiten Verantwortung gezeigt."

"Roter Faden der DFL"

Siegfried Dietrich, Liga-Vertreter im DFB-Ausschuss für Frauen-und  Mädchenfußball sowie Manager und Investor des aktuellen Tabellensechsten 1. FFC Frankfurt, hatte bereits im Gespräch mit sportschau.de klargestellt, dass seine Empfehlung die "Fortsetzung des Saison" sei. Dietrich betonte nach der Sitzung erneut, dass "der rote Faden der DFL in Sachen Krisenbewältigung" weiter verfolgt werden solle.

Dietrich lobte dabei den Solidarfonds der DFL in Höhe von 7,5 Millionen Euro, der den Frauen und den Männern der 3. Liga im Falle der Fortsetzung des Spielbetriebs zur Verfügung gestellt wird: "Ein starkes Zeichen, das gar nicht hoch genug zu bewerten ist." Dass von der Politik noch kein klares Signal in Richtung Fortsetzung der Saison gesendet wurde, kommentiert er so: "Natürlich wäre es klasse, wenn jetzt auch die Jugendspieler bald wieder kicken dürfen. Aber ich glaube, die freuen sich auch sehr, wenn sie ihre Vorbilder mal wieder live erleben dürfen."

Stand: 30.04.2020, 23:57

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