Maximal-Rotation: DFB-Frauen besiegen Norwegen mit Perspektivteam

Algarve Cup: Lea Schuller (l.) und Lena Petermann beim Torjubel

Deutschland - Norwegen 4:0

Maximal-Rotation: DFB-Frauen besiegen Norwegen mit Perspektivteam

Elf Änderungen in der Startformation - mehr geht nicht. Trotzdem hat sich Deutschlands Fußball-Nationalteam der Frauen beim Algarve-Cup souverän gegen Norwegen durchgesetzt, auch dank eines taktischen Kniffs.

Nach einer Rundum-Rotation im Vergleich zum 1:0-Auftaktsieg gegen Schweden bezwang ein Perspektiv-Team des Deutschen Fußball-Bundes am Samstag (07.03.20) im Estádio Municipal von Lagos Titelverteidiger Norwegen 4:0 (2:0). Damit trifft das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg im Finale am Mittwoch auf Italien, das 3:0 gegen Neuseeland gewann.

Die Tore für Deutschland erzielten Lea Schüller von der SGS Essen (21. Minute), die Potsdamerin Johanna Elsig (26.), Ingrid Engen per Eigentor (60.) und die als Spielführerin aufgebotene Marina Hegering aus Essen (71.).

Marozsan und Oberdorf auf der Tribüne

Voss-Tecklenburg hatte ihr Team tatsächlich wie angekündigt einem Komplett-Umbau unterzogen. Dzsenifer Marozsán vom Champions-League-Sieger Olympique Lyon und die 18 Jahre alte Abwehrchefin Lena Oberdorf von der SGS Essen saßen zur Schonung nur auf der Tribüne. Dafür bestritten Nachwuchshoffnungen wie Sophia Kleinherne (1. FFC Frankfurt) oder Sydney Lohmann (Bayern München/beide 19 Jahre alt) ihre jeweils zweiten Länderspiele.

Die anfängliche Nervosität legte die ungewohnt komponierte deutsche Elf aber schnell ab, die Anspannung wich einer bemerkenswerten Unbekümmertheit und permanentem Offensivdrang. Schüller hatte es bereits in der 8. Minute mit einem Heber versucht, der aber über das Tor ging. Wenig später war Norwegens Torhüterin Cecile Fiskerstrand aber nach einem langen Ball von Lena Lattwein und dem Abschluss der Essenerin Schüller ohne Abwehrchance.

Offensivkraft Lattwein als Innenverteidigerin

"Sie können Argumente für sich sammeln. Das sind die Spiele, in denen wir was sehen wollen für die Zukunft", hatte Voss-Tecklenburg gesagt. Ihre überraschende Rochade, die gelernte Hoffenheimer Offensivkraft Lattwein als Innenverteidigerin aufzubieten, ging jedenfalls auf. Mit langen Pässen vor allem auf die schnelle Schüller sorgte die 19-Jährige ständig für gefährliche Aktionen. Auf der anderen Seite dauerte es bis zur 49. Minute, ehe Torhüterin Laura Benkarth, die für Merle Frohms zwischen den Pfosten stand, einen Schuss von Norwegens sonst wirkungsloser Spielführerin Caroline Hansen abwehren musste.

Als Bayern-Spielerin Linda Dallmann mit einem Solo über den halben Platz einen Eckball herausholte und Engen diesen ins eigene Tor lenkte, war die Vorentscheidung gefallen. Doch die deutschen Frauen ließen weder bei Konzentration noch Kreativität nach. Hegering erhöhte auf 4:0 - und kurz darauf erlebte Laura Freigang vom 1. FFC Frankfurt noch ihre Nationalmannschafts-Premiere (73.).

dpa/sid | Stand: 07.03.2020, 20:44

Darstellung: