DFB-Frauen unterliegen dem Weltmeister

Im Duell: Leonie Maier und die US-Siegorschützin Megan Rapinoe

SheBelieves Cup

DFB-Frauen unterliegen dem Weltmeister

Der Auftakt ins Länderspieljahr 2018 ist den deutschen Fußballerinnen nicht geglückt. Beim Einladungsturnier in den USA zog das Team von Steffi Jones gegen den Gastgeber und Weltmeister mit 0:1 den Kürzeren. Speziell in der Offensive wirkte die DFB-Auswahl recht ratlos.

Vorweg: Es ist keine Blamage und erst recht keine Schande, im Frauenfußball gegen die USA zu verlieren. Die deutschen Fußballerinnen sind beim SheBelieves Cup, einem Vier-Länder-Turnier des amerikanischen Fußballverbandes, dennoch an ihre Grenzen gestoßen.

Bei ungemütlichen Witterungsbedingungen mit Windböen und einem Mix aus Schnee und Regen musste sich das Team von Bundestrainerin Steffi Jones am Donnerstag (01.03.2018, Ortszeit) gegen den amtierenden Weltmeister und aktuellen Weltrangslistenersten mit 0:1 (0:1) geschlagen geben.

Matchplan ging nur bedingt auf

Jones wollte dennoch ein "positives Zeichen" erkannt haben. "Die USA waren wie immer sehr effizient. Wir haben im Vergleich zum vergangenen Jahr defensiv viel kompakter gestanden. Zweite Halbzeit haben wir ein bisschen den Faden verloren", sagte die 45-Jährige, die immer noch auf der Suche nach der richtigen Balance ist. Bei der EM in den Niederlanden war die offensive Ausrichtung ein zu großes Wagnis, nun kommt bei der defensiven Betonung das Kreativspiel mitunter zu kurz.

Vor 14.591 Zuschauern in Columbus im US-Staat Ohio war es die US-amerikanische Mittelfeldspielerin Megan Rapinoe, die in der 17. Minute nach einem langen Abschlag von Torfrau Alyssa Naeher den Ball im deutschen Tor unterbringen konnte. "Das war ein bisschen unglücklicher Konter für uns. Uns haben bessere Chancen gefehlt", sagte Stürmerin Svenja Huth. "Man hat gesehen, dass die USA sehr effizient spielen", gestand Mittelfeldspielerin Tabea Kemme. "Wir müssen ruhiger spielen und auch mal auf den Ball treten."

Zu wenig Torgefahr

Dick eingepackt in Columbus: Steffi Jones

Dick eingepackt in Columbus: Steffi Jones

Obwohl die DFB-Frauen mehr Ballbesitz hatten, konnten sie nur zwei ihrer sieben Schüsse auf das gegnerische Gehäuse platzieren. Eine richtig gefährliche Aktion war nicht dabei. Das 4-4-2-System war nur bedingt dazu geeignet, dass sich die Offensivabteilung voll entfalten konnte.

Kapitänin Dzsenifer Marozsan und die Technikerin Linda Dallmann sollten von den Außenpositionen immer wieder nach innen rücken und die Spitzen Alexandra Popp und Svenja Huth in Szene setzen. Aber nur bei dem abgefälschten Pfostentreffer von Marozsan deutete sich echte Torgefahr an (20.). "Wir müssen nach vorne effektiver sein", verlangte auch Verteidigerin Kathrin Hendrich.

Goeßling durfte wieder mitmachen

Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Gastgeberinnen den Druck. Die Deutschen kamen zunächst kaum aus der eigenen Hälfte, Torhüterin Almuth Schult wurde in ihrem 50. Länderspiel mehrfach geprüft. Zudem musste Babett Peter nach nicht einmal einer Stunde mit einer Fußverletzung vom Feld. Für die Abwehrchefin kam Lena Goeßling ins Spiel. Die Wolfsburgerin war nach einer Aussprache mit Jones infolge eines Streits in den Kader zurückgekehrt.

In der Schlussphase entwickelte die deutsche Auswahl wieder mehr Zug zum Tor, die USA konzentrierten sich darauf, die Führung über die Zeit zu bringen. Im ersten Spiel des Tages besiegte England die Nationalelf aus Frankreich mit 4:1 (3:0). Deutschland trifft im zweiten Spiel des SheBelieves Cup am Sonntag (21 Uhr MESZ) auf England.

Der SheBelieves Cup dient den DFB-Frauen in diesem Jahr vor allem als intensive Vorbereitung auf die heiße Phase der WM-Qualifikation, die am 7. April mit dem Heimspiel gegen Tschechien in Halle an der Saale fortgesetzt wird. Ausrutscher darf es wegen der Heimniederlage gegen Island im Oktober vergangenen Jahres keine mehr geben, um die Teilnahme an der WM 2019 in Frankreich nicht zu gefährden.

red, dpa, sid | Stand: 02.03.2018, 08:29

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