Enttäuschendes Remis für DFB-Frauen gegen Chile

Deutschlands Jule Brand (r.) gegen Chiles Daniela Zamora

Testspiel in Offenbach

Enttäuschendes Remis für DFB-Frauen gegen Chile

Im letzten Testspiel der Saison haben sich die stark ersatzgeschwächten DFB-Frauen in Offenbach mit einem enttäuschenden Remis gegen Chile in die Sommerpause verabschiedet.

Ohne zahlreiche Stammkräfte war das 0:0 am Dienstag (15.06.2021) für Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg auf dem Weg zur EM 2022 nur ein Muster mit sehr überschaubarem Wert.

Die Bundestrainerin fand dennoch viel Anlass für Kritik. "Wir waren nicht gut in den Zweikämpfen, nicht gut im Positionsspiel, in den Grundlagen also", sagte sie im ZDF: "Gegen einen leidenschaftlich kämpfenden Gegner reicht es dann nicht. Das war keine gute Leistung, das ist nicht unser Anspruch."

Improvisation gefragt

Von Voss-Tecklenburg war Improvisation gefragt, sie schickte eine Startelf mit gerade einmal 10,3 Länderspielen im Schnitt aufs Feld. Im Vergleich zum 0:1 in Frankreich am vergangenen Donnerstag gab es acht Änderungen. Dies resultierte verständlicherweise in Abstimmungsproblemen und fehlendem Rhythmus. Bei viel Ballbesitz, aber wenig Präzision und vielen Fehlpässen sprangen so kaum Chancen heraus.

Die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hatte sich die schwarzen EURO-Trikots der männlichen Kollegen ausgeborgt, um für deren EM-Auftakt am Abend in München noch einen kleinen "Motivationskick" zu schicken, wie Angreiferin Tabea Waßmuth sagte. Trotz einer ellenlangen Liste prominenter Ausfälle wie Alexandra Popp, Dzsenifer Marozsan, Melanie Leupolz, Sara Däbritz, Svenja Huth und Lena Oberdorf wollten die Frauen den Männern einen Sieg vorlegen.

Deutschland bestimmend, aber harmlos

Die Chileninnen, die sich derzeit in Europa auf die Olympischen Spiele in Tokio vorbereiten, stellten die DFB-Auswahl vor knapp 500 Zuschauern jedoch zunächst vor große Probleme und störten früh. Je länger die Partie dauerte, desto mehr Kontrolle erlangte die deutsche Elf. Über die Flügel ging es immer wieder mal gefällig nach vorn, Torchancen blieben aber Mangelware. Die größte Möglichkeit der ersten Hälfte vergab Lena Lattwein (43. Minute), die den Ball aus kurzer Distanz unsauber traf. Dies bestrafte Karen Araya (45.+1) beinahe, als sie nach Abstimmungsproblemen frei zum Schuss kam.

Nach weiteren Wechseln und Umstellungen in der Halbzeitpause kam der zweimaligen Welt- und achtmalige Europameister nur etwas verbessert zurück aufs Feld. Waßmuth (50.) hatte die dicke Chance zur Führung, doch Weltklasse-Torfrau Christiane Endler (Paris St. Germain) parierte glänzend. Die Deutschen blieben das bestimmende Team, fanden mit schwindenden Kräften und zunehmenden technischen Fehlern aber weiter kaum Lücken gegen den tiefstehenden Weltranglisten-37.

Am 18. September wartet die WM-Qualifikation

Ernst wird es für die DFB-Frauen wieder am 18. September. Dann steht das erste Heimspiel in der Qualifikation für die WM 2023 gegen Bulgarien auf dem Programm, drei Tage später geht's gegen Serbien.

sid/dpa/red | Stand: 15.06.2021, 17:01

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