Corona-Fall bei DFB-Frauen - Spiel gegen Australien findet statt

Felicitas Rauch im Spiel gegen Belgien

Länderspiele gegen Australien und Norwegen

Corona-Fall bei DFB-Frauen - Spiel gegen Australien findet statt

Aufregung vor dem Länderspiel gegen Australien: Wegen eines positiven Corona-Tests bei einer Spielerin stand die Partie auf der Kippe, findet nun aber wie geplant statt. Vier Spielerinnen müssen in Quarantäne.

Wenn Länderspieltests im Vorfeld als wichtige Standortbestimmung deklariert werden, ist manchmal Vorsicht geboten. Die anstehenden Spiele der DFB-Frauen gegen Australien am Samstag (10.04.2021, ab 16 Uhr live im Ersten) und am Dienstag gegen Norwegen sind aber genau das: Das Länderspiel-Doppel gegen zwei Top-Teams ist ein mehr als willkommener Härtetest für das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg, das mitten im Umbruch steckt und in diesem Jahr kein großes Turnier mehr zu bewältigen hat.

Wie am Samstagmittag, wenige Stunden vor Anpfiff der Partie gegen Australien bekannt wurde, stand die Partie auf der Kippe: Ein Coronafall bei den DFB-Frauen sorgte kurzzeitig für Aufregung. Die betroffene Spielerin Felicitas Rauch und drei weitere Spielerinnen (Lena Oberdorf, Sara Doorsoun und Svenja Huth) müssen in Quarantäne, die Partie findet wie geplant statt.

Teammanagerin Maika Fischer über die Corona-Situation der DFB-Frauen Sportschau 10.04.2021 01:34 Min. Verfügbar bis 10.04.2022 Das Erste

Tests "auf Augenhöhe" gegen Australien und Norwegen

Anders als die Europameisterschaft, die ursprünglich für diesen Sommer geplant war und infolge der Corona-Pandemie erst im Juli 2022 stattfinden wird. Und für die Olympischen Spiele, die in etwas mehr als drei Monaten in Tokio stattfinden sollen, konnte sich die DFB-Auswahl, die 2016 in Rio noch Gold holte, nach dem frühzeitigen Scheitern bei der WM 2019 diesmal nicht qualifizieren.

Coronafall im deutschen Team - Spiel findet statt

Sportschau 10.04.2021 00:39 Min. Verfügbar bis 10.04.2022 ARD Von Martina Knief


"Das wird ein Spiel auf Augenhöhe", sagte Leonie Maier vor dem Auftakt in Wiesbaden gegen die "Matildas" aus Australien. "Wir können uns mit einer Topnation messen, das ist wichtig, damit wir sehen, wo wir stehen", sagte die Verteidigerin vom FC Arsenal, die es unter anderem mit ihrer Teamkollegin Caitlin Foord zu tun bekommt. Auch Samantha Kerr, Australiens Top-Stürmerin vom FC Chelsea, kennt Maier aus der englischen Super League.

Beim Mini-Turnier im vergangenen Februar gegen Belgien und die Niederlande, den bislang einzigen Länderspielen in diesem Jahr, war Maier wegen der Reisebeschränkungen noch außen vor, ebenso wie die übrigen Nationalspielerinnen von der Insel. Vor allem bei der 1:2-Niederlage gegen die Niederlande musste das verjüngte deutsche Team seinerzeit Lehrgeld zahlen und war "anfangs auch etwas eingeschüchtert", so Maier.

"Wir haben Weltklassespielerinnen, wir könnten teilweise noch viel selbstbewusster sein und uns noch mehr zutrauen. Das ist auch etwas, was wir uns für diese Spiele vorgenommen haben", sagte Frankfurts Stürmerin Laura Freigang nun vor den Duellen gegen Australien und Norwegen.

Umbruch seit der WM 2019

Dzsenifer Marozsan, die nach Corona-Fällen bei ihrem Verein Olympique Lyon zur Vorsicht in Frankreich geblieben ist, fehlt dabei ebenso wie Melanie Leupolz und Klara Bühl. Dafür kann Arsenal-Verteidigerin Maier dem Team nun wieder mit ihrer Erfahrung helfen, die 28-Jährige zeigte sich zufrieden mit dem nach der enttäuschenden WM 2019 eingeleiteten Umbruch: "Wir sind in den letzten Monaten auf einem guten Weg. Die Mannschaft harmoniert super mit dem Trainer*innenteam. Und es rücken immer wieder junge Spielerinnen nach, die das Team verstärken."

Noch lange 15 Monate bis zur EM

"Wir sind definitiv weiter als bei der Weltmeisterschaft", sagte Lea Schüller vom FC Bayern, eine jener jüngeren Spielerinnen, die künftig eine tragende Rolle im DFB-Team spielen sollen. Auch für Schüller haben die zwei Spiele gegen Australien und die ebenso starken Norwegerinnen große Bedeutung: "Leider steht für uns in diesem Jahr kein großes Turnier mehr auf dem Programm. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns mit den Besten messen."

Bis zur EM sind es noch 15 Monate, Erfahrungen in großen, internationalen Spielen können die besten deutschen Fußballerinnen bis dahin nur bei ihren Klubs sammeln.

Diskussion über Frauenfußball in Deutschland

Die Stagnation des Frauenfußballs in Deutschland und der wachsende Rückstand gegenüber den professioneller aufgestellten Ligen im Ausland, allen voran der englischen Liga, war auch ein Thema im Vorfeld der beiden Länderspiele. Zuletzt hatten sich Verantwortliche des FC Bayern lautstark gemeldet und eine Loslösung der Frauen-Bundesliga vom DFB gefordert.

Maier vom FC Arsenal: "Mehr Anerkennung in England"

Auch die Nationalspielerinnen, von denen viele inzwischen im Ausland unter Vertrag sind, wünschen sich "bessere Rahmenbedingungen und Strukturen, damit die Spielerinnen sich voll auf den Fußball konzentrieren können", so Arsenal-Spielerin Maier. "In England sieht man im Frauenfußball eine Zukunft. Der Fußball wird dort mehr wertgeschätzt, man bekommt eine größere Anerkennung. Man wünscht sich, dass es auch in Deutschland vorangeht."

red/dpa/sid | Stand: 10.04.2021, 14:15

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