Englands Fußball-Nationalspielerin Ellen White (l.) im WM-Qualifikationsspiel gegen Österreich beim Abschluss

Zweites EM-Spiel für England "Steigerung nötig" - "Lionesses" erwarten Norwegen

Stand: 11.07.2022 09:30 Uhr

Die Erleichterung bei Englands Fußballerinnen nach dem Auftaktsieg gegen Österreich war groß. Im zweiten Gruppenspiel am Montag wartet aber ein "Hammer-Gegner" auf die Gastgeberinnen: Die Norwegerinnen gehören zu den Turnier-Favoritinnen.

Der 1:0-Erfolg gegen Österreich zum Start der "Mission Titelgewinn" beruhigte einerseits die eigenen Nerven, doch angesichts der Gänsehaut-Atmosphäre mit 68.871 Fans im Old Trafford in Manchester verschlug es Englands Fußballerinnen beinahe die Sprache. "Unglaublich", sagte Nationaltrainerin Sarina Wiegman, "dafür gibt es keine anderen Worte, es ist einfach unglaublich."

"Brauchen gegen Norwegen bessere Leistung"

"Wir sind sehr froh über diese drei Punkte", sagte Angreiferin Ellen White in der Pressekonferenz vor dem nächsten Gruppenspiel der Gastgeberinnen. Am Montag (11.07.22 / 21 Uhr MEZ) treffen sie auf Norwegen - es ist die "schwerste Nuss" für die Engländerinnen in der EM-Vorrundengruppe A. Auf den ganz großen Lärm von den Zuschauerrängen werden Englands Spielerinnen in dieser Partie aber verzichten müssen: Das Stadion in Brighton fasst "nur" rund 30.000 Zuschauerinnen und Zuschauer.

Norwegen schlug Nordirland in seinem Auftaktmatch locker mit 4:1, zeigte sich dabei konzentriert und schon ganz gut eingespielt. "Wir brauchen gegen Norwegen eine bessere Leistung als gegen Österreich, das ist klar", sagte White. "Bei Ballbesitz in der gegnerischen Hälfte müssen wir ruhiger spielen", forderte die Stürmerin. "Mit mehr Übersicht und dann auch genauer."

White nach Corona-Infektion wieder bei Kräften

Die 33-Jährige von Manchester City verpasste die letzten Vorbereitungsspiele ihres Teams nach einer Corona-Infektion. "Ich wollte unbedingt vermeiden, es zu bekommen. Es ist trotzdem passiert. Aber jetzt bin ich zurück und möchte dem Team helfen, wo es geht", sagte die englische Rekord-Torschützin. Gegen Österreich stand sie schon wieder in der Startelf, wurde im Laufe der Partie dann ausgewechselt.

Die Begeisterung bei der Fußball-EM in England will auch der DFB für mehr Sichtbarkeit bei den Frauen nutzen. Für deutsche Profi-Clubs sollen Frauen-Teams trotzdem nicht zur Pflicht werden.

Personelle Wechsel denkbar

Beide Teams befinden sich nach ihren Auftaktsiegen in einer komfortablen Situation. Möglicherweise reicht beiden sogar ein Remis im direkten Aufeinandertreffen, um in den letzten Gruppenspielen gegen die Außenseiterteams aus Österreich und Nordirland den Einzug ins Viertelfinale klarzumachen.

Vielleicht ergibt sich auch schon jetzt die Möglichkeit für personelle Wechsel - vor allem bei dem in der Breite hochklassig besetzten englischen Team scheint das zumindest denkbar. Es ist bezeichnend für die Stärke Englands, dass zum Beispiel Beth England und Nikita Parris noch gar nicht spielten. Die gegen Österreich eingewechselten Ella Toone, Alessia Russo und Chloe Kelly spekulieren ebenfalls auf einen Platz in der Startelf.

Die Nummer eins im Team des Titelverteidigers hatte sich im ersten Spiel gegen Schweden eine Schulterverletzung zugezogen.

Respekt vor Hegerberg und Hansen

Der Respekt vor den Norwegerinnen ist im englischen Lager allerdings groß. Vor allem fürchtet man Top-Angreiferin Ada Hegerberg, die am Sonntag (10.07.22) ihren 27. Geburtstag feierte. Die Stürmerin von Olympique Lyon kehrte im vergangenen Oktober nach einer 20-monatigen Verletzungspause zurück und scheint nun pünktlich zur EM wieder in Topform zu kommen. Gemeinsam mit Caroline Graham Hansen - einst VfL Wolfsburg, jetzt für den FC Barcelona aktiv - verfügen die Norwegerinnen über ein Angriffs-Duo, das jedem Gegner Respekt abnötigt.

Hegerberg selbst will ganz entspannt ins Duell mit den Gastgeberinnen gehen. "Wir sind nicht hier, um den Fans die Party zu zerstören. Aber wir werden uns gegen England mit deren Fans im Rücken zu wehren wissen", kündigte sie an. Bei ihr und den Teamkolleginnen ist die Vorfreude auf die Partie groß: "Das Stadion wird voll sein, die Stimmung gigantisch. Wir spielen doch Fußball, um genau solche Situationen zu erleben."

Deutsche Schiedsrichterin Riem Hussein pfeift

Im Übrigen wird es in der Partie auch deutsche Beteiligung geben. Schiedsrichterin Riem Hussein aus Bad Harzburg kommt zu ihrem ersten EM-Einsatz. Die 41-Jährige aus Bad Harzburg leitet gemeinsam mit ihren Assistentinnen Katrin Rafalski aus Baunatal und der Schweizerin Susann Küng die Partie. Die Bundesliga-Referees Christian Dingert und Harm Osmers fungieren als Video-Assistenten.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | Sportschau | 09.07.2022 | 17:45 Uhr