Gruppe C Starke Schwedinnen lassen Portugal keine Chance

Stand: 17.07.2022 21:21 Uhr

Stark verbessert und mit dem 5:0 (3:0)-Sieg gegen Portugal im Viertelfinale Frankreich aus dem Weg gegangen: Der dritte Spieltag brachte Schwedens Nationalteam den maximalen Erfolg inklusive Gruppensieg vor den punktgleichen Niederländerinnen. Damit spielen sie in der K.o.-Runde am Freitag gegen den Zweiten der Gruppe D, der am Montag ermittelt wird. Portugal ist ausgeschieden.

Von Olaf Jansen

Die erste Überraschung lieferte Schweden bereits vor dem Anpfiff: Caroline Seger saß nur auf der Bank. Es bedeutete das Ende einer schier unglaublichen Serie: Die 37-Jährige hatte die letzten 17 schwedischen Europameisterschaftsspiele allesamt von Beginn an bestritten. Begonnen hatte alles mit einer Partie gegen England 2005. Beeindruckend. Aber mit dem heutigen Tag nicht weiter ausbaubar.

Portugal - bloß nicht wieder schnell 0:2

Die Ausgangslage: Während den deutlich favorisierten Schwedinnen (vier Punkte) im Leigh Sports Village Stadium bereits ein Unentschieden reichte, um ins Viertelfinale einzuziehen, mussten die Portugiesinnen (ein Punkt) voll auf Sieg spielen. Vor allem auf die Abwehr und die Anfangsminuten hatten sie ihre Konzentration gelegt, nachdem sie in den ersten beiden Gruppenpartien jeweils frühzeitig mit 0:2 in Rückstand gelegen hatten.

Doch es lief wieder nicht gut: Schon in der ersten Spielminute hatte Schwedens Spielmacherin Kosovare Asllani den Führungstreffer auf dem Fuß, konnte von Ana Borges so gerade eben noch am Einschuss gehindert werden. Drei Minuten später kombinierten sich die Schwedinnen schon wieder vors Tor, Johanna Kaneryd traf aber aus sechs Metern halbrechter Position den Ball nicht richtig.

Verbessertes Schweden mit viel Schwung

Ein regelrechtes portugiesisches Aufatmen schien vernehmbar, als die vertrackte Anfangsviertelstunde ohne Gegentreffer überstanden war. Damit war aber keineswegs die Gefahr gebannt. Die gegenüber den ersten beiden Spielen stark verbesserten Skandinavierinnen spielten weiter frisch und temporeich nach vorn. Man merkte: Mit einem deutlichen Erfolg und dem damit verbundenen Gruppensieg wollten sie im Viertelfinale den starken Französinnen aus dem Weg gehen.

Filippa Angeldahl (v.) und Kosovare Asllani aus Schweden jubeln über das 2:0.

Filippa Angedahl (vorn) traf doppelt

Und sie kreierten Chancen. Asllani legte in der 20. Minute nach einem wunderbaren Solo gut ab, der stark aufspielenden Kaneryd rutschte die Kugel zwölf Meter vor dem Tor aber vom Fuß. In der 21. Minute zappelte der Ball aber dann doch im Netz: Filippa Angeldal staubte aus acht Metern ab, nachdem Portugals Torsteherin Borges den Ball nach einem Eckstoß nicht weit genug weggefaustet hatte.

Angeldal trifft doppelt - 2:0

In der 42. Minute setzte Asllani mit einem Hackentrick herrlich Angreiferin Stina Blackstenius ein, den diese auch mit einem satten Schuss aus 14 Metern rechts ins Eck veredelte. Doch in den Jubel der Schwedinnen hinein hob die Linienrichterin die Fahne - Abseits.

Portugal wankte. Und kassierte in der 45. Minute das 0:2: Asllani legte einen Freistoß flach zurück auf Verteidigerin Angeldal, die aus 15 Metern ihren zweiten Treffer des Tages markierte - 2:0. Schweden blieb dran. Und markierte noch vor der Pause das dritte Tor: Nach einem Eckstoß, der nah vor's Tor gezogen wurde, traf Portugals Carole Costa unglücklich per Kopf ins eigene Netz zum 0:3.

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Schweden turmhoch überlegen

Portugals Ambitionen auf das Weiterkommen waren damit natürlich bereits ad acta gelegt. Eher ging es für die bedauernswerten Südeuropäerinnen nunmehr darum, keine "Packung" zu erhalten. Was nur mittelprächtig gelang. Denn auch im zweiten Abschnitt blieb Schweden turmhoch überlegen.

Das 4:0 fiel in der 54. Minute durch die überragende Asllani, die einen Handelfmeter verwandelte. Diana Silva hatte den Ball im eigenen 16er an die Hand bekommen. Blackstenius wurde hingegen auch ihr zweiter Treffer aberkannt: Ihr Kopfballtor in der 60. Minute zählte ebenfalls wegen einer Abseitsstellung nicht. Ihren Treffer erzielte sie dann aber doch noch: In der Nachspielzeit mit einem strammen Schuss aus 15 Metern in den rechten Winkel.

So wurde es ein Resultat, das den Schwedinnen den Gruppensieg aufgrund der mehr erzielten Treffer gegenüber den punktgleichen Niederländerinnen einbrachte.

Schweden - Portugal 5:0 (3:0)

Tore: 1:0 Angeldal (21.), 2:0 Angeladal (45.), 3:0 Ca. Costa (Eigentor 45.+6), 4:0 Asllani (54. Handelfmeter), 5:0 Blackstenius (90.+1)
Zuschauer: 7.118
Schiedsrichterin: Stephanie Frappart (Frankreich)

Schweden: Lindahl - Glas, Ilestedt, Eriksson (55. Sembrandt), J. Andersson - Angeldal (70. Bennison), Asllani, Björn (78. Rubensson) - Rytting Kanerud (55. Schough), Blackstenius, Rolfö (70. Hurtig)

Portugal: Morais - Amado (34. Marchao), Gomes, C. Costa (84. Rebelo), Borges - T. Pinto, Do. Silva (57. Fa. Pinto), Norton (84. Encarnacao) - J. Silva, Nazareth (57. Faria), Di. Silva

Dieses Thema im Programm: Das Erste | Sportschau | 15.07.2022 | 20:15 Uhr