Champions League - das letzte Finale vor der neuen Zeitrechnung

Die Trophäe der Champions League - der Wettbewerb soll sich grundlegend verändern.

Neues Format ab 2021/22

Champions League - das letzte Finale vor der neuen Zeitrechnung

Von Chaled Nahar

Das Endspiel der Champions League zwischen dem FC Chelsea und dem FC Barcelona bedeutet das Ende des alten Formats. Ab der Saison 2021/22 soll auch bei den Frauen eine neue Zeitrechnung beginnen: mit einer Gruppenphase, mehr Spielen, etwas mehr Geld - und einer eigenen Hymne.

Das neue Format der Champions League sei "ein gigantischer Schritt für den Fußball", sagte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin Ende April. Nadine Kessler, die Frauenfußball-Chefin der UEFA, sagte bereits 2019 beim Beschluss des neuen Formats, dass sie froh über die Maßnahmen sei. "Weil es richtig ist. Ich hoffe, dass die Spielerinnen, Teams und Fans das auch unterstützen." Das Finale am Sonntag (16.05.2021, 21 Uhr) zwischen dem FC Chelsea und dem FC Barcelona markiert das Ende des alten Wettbewerbs - die Hoffnungen auf die neue Champions League sind groß.

Was sich ab der kommenden Saison ändert

  • Künftig werden vier Gruppen mit jeweils vier Mannschaften ausgetragen. Die Gruppenersten und Gruppenzweiten erreichen das Viertelfinale.
  • Nur vier Teams sind direkt qualifiziert: Die Titelverteidigerinnen sowie die Meisterinnen aus Frankreich, Deutschland und Spanien. Das sind die derzeit drei besten Länder der sogenannten Fünf-Jahres-Wertung.
  • Alle weiteren Meisterinnen Europas der europäischen Ligen spielen über zwei Qualifikationsrunden sieben weitere Plätze in der Gruppenphase aus.
  • 22 Teams, die in ihren Ligen die Plätze zwei oder drei belegt haben, spielen in ebenfalls zwei Runden um fünf Plätze in der Gruppenphase.
  • Darunter sind zwei Teams aus der Bundesliga - damit haben nun drei statt bisher zwei Klubs aus der Bundesliga Zugang zu dem einzigen internationalen Wettbewerb im Frauenfußball.
Bundesligisten in der Champions League
Platzierungab 2021/22bis 2020/21
1GruppenphaseSechzehntelfinale
22. Runde QualifikationSechzehntelfinale
31. Runde Qualifikation-

Dadurch, dass mehr Teams aus den Top-Ligen mitspielen, soll es auch mehr spannende Spiele geben. Das Leistungsgefälle ist aktuell groß, zu viele Begegnungen enden mit zu deutlichen Ergebnissen. Durch die Gruppenphase gibt es zudem sechs garantierte Spiele für die Klubs - und damit mehr Planungssicherheit.

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Ein bisschen mehr Geld - und eine langfristige Strategie

Die UEFA teilte mit, dass das Startgeld für die Klubs vervierfacht wird. Was nach einer großen Erhöhung klingt, bedeutet in Zukunft die garantierte Einnahme von 400.000 Euro pro Klub in der Gruppenphase. Wer bei den Männern die Gruppenphase erreicht, hat dagegen schon fast 16 Millionen Euro sicher.

Die Champions League der Frauen war bislang meist ein defizitäres Geschäft. Laut UEFA-Geschäftsbericht betrug der Verlust in der Saison 2019/20 rund 13,6 Millionen Euro. Um die finanzielle Aufwertung umzusetzen, will die UEFA einen Teil der Gewinne aus den Männer-Wettbewerben an die Frauen weiterleiten. Im Rahmen des Endspiels am Sonntag (16.05.2021) wird die UEFA die Champions League der Frauen mit einem neuen Design ausstatten und ihr eine eigene Hymne verpassen.

Um die Champions League der Frauen langfristig aufzuwerten, hat die UEFA mehrere Maßnahmen ergriffen:

  • Acht Spieltage - davon zwei in der Qualifikation, vier in der Gruppenphase sowie Hin- und Rückspiele im Viertelfinale - sollen so gelegt werden, dass sie nicht mit Männer-Wettbewerben kollidieren. Das soll ein größeres Publikum ermöglichen.
  • Die Medienrechte werden von der UEFA ab der Gruppenphase zentral vermarktet - wie bei den Männern. Damit produziert die UEFA auch das Bildmaterial für Fernsehsender und Streamingdienste.
  • Sponsoren werden ab der Gruppenphase zu einem Teil ebenfalls zentral von der UEFA vermarktet - wie bei den Männern.

Video-Assistent*in künftig in allen K.o.-Spielen

Die UEFA kündigte an, in der Champions League ab 2021 zumindest in allen K.o.-Spielen nach der Gruppenphase den Videobeweis einzusetzen. Im Frauenfußball gab es oft Streit um den Einsatz des Videobeweises, da mit seinem Einsatz auch eine Wertschätzung verbunden wird. 2019 und 2020 war der Videobeweis in den Endspielen der Champions League im Einsatz, bei der WM 2019 nach einigem Zögern und längeren Diskussionen ebenfalls.

Beim DFB-Pokal-Endspiel 2021 wird es dagegen keine Kontrolle von umstrittenen Situationen geben.

Auch im Frauenfußball bleibt die Frage nach der Super League

Das Finale am Sonntag zwischen Chelsea und Barcelona ist auch das Spiel zweier Klubs, die ihre Männermannschaften in eine Super League schicken wollen oder wollten. Diese Super League verkündete bei ihrer Ausrufung Mitte April, dass sie auch eine entsprechende Frauen-Liga gründen wolle. Mit dem FC Barcelona, dem FC Chelsea, Manchester City und Atletico Madrid standen vier dieser Klubs im Achtelfinale der Champions League der Frauen.

"Wenn man sich die Klubs ansieht, sind das bis auf einige Ausnahmen nicht jene, die den Frauenfußball auf europäischer Ebene nach vorne gebracht haben", kritisiert Kessler, die bei der UEFA auf der Gegenseite der Super League arbeitet. "Was ist mit Turbine Potsdam, dem VfL Wolfsburg, Olympique Lyon und den schwedischen Klubs?" Offen ist, ob die UEFA auch bei den Frauen wie bei den Männern durchgreifen und Klubs in der kommenden Saison aus der Champions League ausschließen will. Der FC Barcelona hat sich als einer von drei Klubs noch nicht von der Super League distanziert - und steht mit seinem Frauen-Team im Champions-League-Finale.

Frauen-Champions-League - FC Bayern München scheitert an Chelsea Sportschau 02.05.2021 02:59 Min. Verfügbar bis 02.05.2022 Das Erste

Stand: 15.05.2021, 17:17

Darstellung: