Champions League - Frauen des FC Barcelona bestrafen FC Chelsea gnadenlos

Melanie Leupolz

FC Chelsea - FC Barcelona 0:4

Champions League - Frauen des FC Barcelona bestrafen FC Chelsea gnadenlos

Von Christian Hornung

Nach gerade mal 20 Minuten war das Finale der Women’s Champions League schon zugunsten des FC Barcelona entschieden - und die deutsche Nationalspielerin Melanie Leupolz vom FC Chelsea hatte mit zwei Patzern entscheidenden Anteil.

Fast 30 Jahre hatte der Chelsea Football Club Women auf diesen Höhepunkt hingearbeitet. Und dann waren im Finale der Women’s Champions League gegen den FC Barcelona 33 Sekunden absolviert - und der Ball lag erstmals im Netz der Engländerinnen. Dorthin befördert hatte ihn eine deutsche Nationalspielerin: Melanie Leupolz besorgte die frühe Barça-Führung per Eigentor, nachdem zuvor Lieke Martens das Lattenkreuz getroffen hatte.

Danach ging beim mit Spannung erwarteten Showdown in Göteborg sowohl für Leupolz als auch für Chelsea gar nichts mehr. Am Ende stand eine 0:4 (0:4)-Niederlage, die bereits in der ersten Halbzeit besiegelt war. Barcelona holte den Pokal zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte, zuletzt hatte fünfmal in Serie Olympique Lyon triumphiert.

Harder scheitert zweimal

Nach dem 0:1 hatte Chelsea aber zunächst versucht, eine schnelle Antwort zu geben. Pernille Harder, die im vergangenen Sommer für die Rekordablöse von 350.000 Euro vom VfL Wolfsburg zum englischen Spitzenklub gewechselt war, verfehlte zunächst knapp das Barça-Tor (3.), dann scheiterte sie mit einem weiteren aussichtsreichen Versuch an Torfrau Sandra Panos (9.).

Parallel zu den Offensivbemühungen verloren die Engländerinnen aber jegliche Ordnung in der Abwehrarbeit. Als Jennifer Hermoso in der 13. Minute in den Strafraum eindrang, wusste sich Leupolz nur mit einem Foul zu behelfen - Alexia Putellas verwandelte den Strafstoß zum 2:0.

Alexia glänzt auch als Vorbereiterin

Und Barcelona blieb konsequent. Chelsea versuchte zwar immer wieder, Druck aufzubauen, aber das defensive Umschaltspiel nach Ballverlusten war schlimm. In der 20. Minute setzte sich erneut Alexia durch, schickte dann Aitana Bonmati steil, die sich im Zweikampf robust und fair behauptete - und den Ball cool an der deutschen Chelsea-Torfrau Ann-Katrin Berger vorbei ins rechte Eck schob.

Berger berief daraufhin sofort eine Versammlung ihrer Vorderleute ein, erklärte gestenreich, dass die Barça-Spielerinnen viel intensiver in ihrem Kombinationsspiel gestört werden müssten. Es half nichts.

Martens nicht zu stoppen

Eine Viertelstunde nach dem 3:0 setzte sich die überragende Martens erneut durch, stürmte über die linke Seite bis an die Grundlinie und legte den Ball perfekt quer - Caroline Graham Hansen brauchte am Fünfmeterraum nur noch den Fuß zum 4:0 hinzuhalten. Für Leupolz war der verkorkste Abend kurz danach vorzeitig beendet: Chelsea-Coach Emma Hayes erlöste sie per Auswechslung zur Halbzeit.

Wo der Unterschied an diesem Abend auch lag, hatte sich Sekunden vor dem 0:4 gezeigt. Da war Sandra Panos etwas zu optimistisch aus ihrem Tor gestürmt, Samantha Kerr hätte Chelsea nochmal heranbringen können, verfehlte aber mit ihrem Heber das leere Gehäuse.

Harder ohne Abschlussglück

Im Vergleich zu dieser spektakulären ersten Halbzeit verlief der zweite Durchgang deutlich weniger aufregend. Chelsea präsentierte sich vermutlich auch in dem Glauben, dieses Ergebnis nicht mehr drehen zu können, wesentlich stabiler und nahm nun auch mal die Zweikämpfe rund um den eigenen Strafraum an.

Im Abschluss blieben die Londonerinnen aber weiter glücklos. Kerr scheiterte gleich nach Wiederanpfiff aus aussichtsreicher Position, dann vergab Harder zunächst eine große Kopfballchance (60.) und verfehlte dann einen Volleyschuss (68.).

Moral stimmte bei Chelsea

Bemerkenswert blieb bis zum Schlusspfiff die Einstellung der "Blues", die trotz der zunehmend aussichtslosen Lage einen Angriff nach dem nächsten initiierten. Barcelona ging in den letzten 20 Minuten dazu über, die Führung nur noch zu verwalten. Am klar verdienten Triumph in der Königsklasse, den die Barça-Spielerinnen auf der Tribüne schon Minuten vor dem Schlusspfiff ausgelassen feierten, änderte das aber nichts.

Siegerliste Champions League und UEFA-Cup der Frauen

UEFA-Cup der Frauen
JahrTeam
20021. FFC Frankfurt
2003Umea IK/Schweden
2004Umea IK/Schweden
2005Turbine Potsdam
20061. FFC Frankfurt
2007 FC Arsenal
20081. FFC Frankfurt
2009FCR Duisburg
Champions League der Frauen
JahrTeam
2010Turbine Potsdam
2011Olympique Lyon
2012Olympique Lyon
2013 VfL Wolfsburg 
2014 VfL Wolfsburg 
20151. FFC Frankfurt 
2016Olympique Lyon
2017Olympique Lyon
2018Olympique Lyon
2019Olympique Lyon
2020Olympique Lyon
2021FC Barcelona

Stand: 16.05.2021, 22:48

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