WM-Qualifikation - Rumäniens Hoffnung trägt einen großen Namen

Ianis Hagi aus Rumänien beim WM-Qualifikationsspiel

DFB-Elf gastiert in Bukarest

WM-Qualifikation - Rumäniens Hoffnung trägt einen großen Namen

Bei Rumänien dreht sich noch immer alles um den Namen Hagi. Während Papa Gheorghe den Fußball des Landes als Funktionär prägt, glänzt Sohn Ianis als sein Erbe auf dem Platz.

Nach seinem erlösenden Siegtor zum Auftakt der WM-Qualifkation in einem wahren Thriller schickte Ianis Hagi einen frechen Gruß nach Deutschland. "Wir wollen zur WM! Und wir glauben sehr daran, dass wir es schaffen", sagte der Jungstar nach dem 3:2 gegen Nordmazedonien. Soll heißen: Lasst sie nur kommen, die großen Deutschen!

Beim Duell in Bukarest am Sonntag (28.03.2021, ab 20.30 Uhr im Liveticker bei sportschau.de) sind aus rumänischer Sicht mal wieder alle Augen auf Hagi gerichtet. Der 22 Jahre alte Sohn des einstigen "Karpaten-Maradonas" Gheorghe Hagi elektrisiert die Nation - erst recht nach seinem Jokertor (86. Minute) zum Start, seinem ersten für die "Tricolorii".

"Nie etwas zwischen mir und dem Mister gegeben"

Hagi legte sich nach dem Schuss ins Glück den rechten Zeigefinger auf die Lippen und lief demonstrativ zu Mirel Radoi, um den Trainer zu umarmen. "Ich wollte der Welt zeigen, dass es nie etwas zwischen mir und dem Mister gegeben hat", sagte er über die Geste. Zuvor war über einen Konflikt zwischen Star und Trainer zu lesen gewesen, und dann saß der hochtalentierte Mittelfeldspieler auch noch auf der Bank.

Dass er in Rumänien unter besonderer Beobachtung steht, ist Hagi gewohnt. Sein Nachname sei jedoch "keine Bürde, sondern eine große Ehre", sagte er. Doch die Nation sehnt sich nach einer neuen goldenen Generation wie jener um Papa "Gica", der Rumänien 1990, 1994 und 1998 in die K.o.-Runde der WM führte. Seither hat sich Rumänien nicht mehr qualifiziert.

Das soll sich ändern, dafür arbeitet auch Gheorghe Hagi (56). Als Eigentümer des Klubs Viitorul Constanta, vor allem aber mit der "Academia de fotbal Gheorghe Hagi" in seiner Heimatstadt Ovidiu. Dort wurden nach dem Vorbild von "La Masia" des FC Barcelona, bei dem "Zehner" Hagi einst unnachahmlich Regie führte, zahlreiche Nationalspieler ausgebildet. Auch Ianis Hagi lernte in der Akademie des Vaters, inzwischen spielt er beim schottischen Meister Glasgow Rangers.

Trainer eher skeptisch

Sein technisch stärkster Mitspieler? "Ich", sagte er. Ähnlich selbstbewusst gab sich der "Retter", wie die Zeitung "Libertatea" ihn nannte, nach dem "Herzinfarkt-Spiel" (Gazeta Sporturilor) gegen Nordmazedonien. "Meine Aufgabe auf dem Platz ist es, etwas zu verändern. Ich bin immer gerne da, wenn das Team mich braucht", sagte er. Trainer Radoi, nach seiner Corona-Erkrankung etwas überraschend dabei, sprach von einem "Thriller" und "märchenhaften Abend" - dank Hagi.

Wiederholung am Sonntag? Radoi ist sich da weniger sicher. Angesichts der Gegentore nach der 2:0-Führung prophezeite er: "So haben wir gegen Deutschland keine Chance."

DFB-Erinnerungen an Rumänien: "Mehr Frust als Lust"

Sportschau 27.03.2021 02:04 Min. Verfügbar bis 27.03.2022 ARD


sid | Stand: 27.03.2021, 10:00

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