Mehrheit der deutschen Bevölkerung für WM-Boykott in Katar

Das Logo der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar 2022

Repräsentative Umfrage des WDR

Mehrheit der deutschen Bevölkerung für WM-Boykott in Katar

Von Markus Schmidt

Die Kritik am WM-Ausrichter Katar reißt nicht ab. Fanvereinigungen fordern einen Boykott. Auch eine Mehrheit der Bundesbürger ist dafür, dass die deutsche Nationalmannschaft nicht zum Turnier antritt. Das ergab eine repräsentative Umfrage des WDR.

Danach befürworten 65 Prozent der Befragten, dass die deutsche Nationalmannschaft nicht zur Weltmeisterschaft 2022 nach Katar anreist, 26 Prozent sind für eine Teilnahme am Turnier. Neun Prozent sind unentschieden oder machten keine Angaben. Auch bei den Fußballinteressierten gibt es eine große Mehrheit für einen Boykott der WM aus Protest gegen die Zustände im Gastgeberland. 61 Prozent der Fußballinteressierten sind dieser Meinung, das Turnier zu boykottieren, während 33 Prozent der Fußballinteressierten für die Teilnahme plädieren.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wollte sich auf Anfrage nicht zu den Ergebnissen der Umfrage äußeren. Der DFB erklärte Ende April unter anderem, dass die Vergabe an das Wüstenemirat in Hinsicht auf Menschenrechte und Nachhaltigkeit problematisch sei, lehnt einen Boykott aber ab. Einen Verzicht auf die Teilnahme an dem Turnier halte man "für nicht zielführend". Stattdessen solle die WM ein "Motor für Entwicklung" sein, um in Katar Arbeits- und Sozialstandards zu verbessern.

WDR-Umfrage zur WM in Katar

Sportschau 21.05.2021 01:43 Min. Verfügbar bis 21.05.2022 ARD Von Anne van Eickels


Wilde Streiks in Katar

In den vergangenen Wochen hat es wilde Streiks in Katar gegeben. Videos zeigen, wie Gastarbeiter zweier Sicherheitsfirmen dagegen protestieren, dass ihre Arbeitsverträge nicht den gesetzlichen Vorgaben zu Mindestlohn, Arbeitszeiten und dem Recht auf Arbeitsplatzwechsel entsprächen. Eine der Sicherheitsfirmen, die  "European Guarding & Security Services Co." (EGSSCO), hatte bei der diesjährigen FIFA-Klub-WM Sicherheitspersonal gestellt, unter anderem beim Endspiel des FC Bayern München gegen UANL Tigres (Mexiko).

Zuletzt hatte die britische Zeitung "The Guardian" berichtet, dass seit der Vergabe an Katar 2010 mindestens 6.500 Gastarbeiter gestorben sind. Das WM Organisationskomitee nennt dagegen im Zusammenhang mit dem WM-Stadionbau die Zahl von 37 verstorbenen Gastarbeitern.

Stand: 22.05.2021, 06:00

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