Ferran Torres mit Herzchengeste beim Sieg im Testspiel gegen Albanien Ende März.

Fußball | WM Deutschlands Gegner bei der WM: Ein "Hammer" und viele Fragezeichen

Stand: 02.04.2022 09:45 Uhr

Schwer oder machbar? Gegen Spanien wird Deutschland bei der WM-Vorrunde wohl eher Außenseiter sein. Abgesehen davon stehen hinter den Gruppengegnern noch etliche Fragezeichen.

Noch am Abend nach der Auslosung stieg Bundestrainer Hansi Flick wieder in den Flieger gen Heimat. In seinem Kopf dürfte schon das Gedankenkarussell ordentlich Fahrt aufgenommen haben. Mittendrin: die kurz zuvor ermittelten Gruppengegner bei der WM (Spanien, Japan, Costa Rica/Neuseeland), aber auch der weitere Fahrplan in diesem WM-Jahr.

Wenig Zeit, um Team einzuschwören

Dieser Fahrplan sieht vor, dass ihm nicht allzu viel Zeit bleibt, um seine Mannschaft auf das Turnier einzuschwören. Die Abstellungsperiode beginnt erst am 14. November, unmittelbar nach dem 15. Bundesliga-Spieltag. Neun Tage später wird die Partie gegen Japan angepfiffen (23.11.2022, 14 Uhr).

Der DFB plant ein Testspiel in der heißen Vorbereitungsphase, wie DFB-Direktor Oliver Bierhoff am Freitagabend (01.04.2022) bestätigte. Der Gegner steht noch nicht fest, dürfte aber aus dem WM-Teilnehmerfeld kommen. Auch das Quartier der Deutschen ist noch offen. Dem Vernehmen nach soll aber das Zulal Wellness Resort ganz im Norden des Emirats der klare Favorit sein. 

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Spanien am Peak der sportlichen Entwicklung

Konkrete Gedanken kann sich Flick über zumindest zwei der drei Gruppengegner machen, und da hat die DFB-Elf in Spanien einen Gegner erwischt, der zur Weltmeisterschaft möglicherweise den höchsten Punkt seiner sportlichen Entwicklungskurve erreicht haben könnte.

"Spanien ist nicht gerade unsere Wunschmannschaft, da haben wir, ob das 2010, 2012 oder in der Nations League war, manches Mal Schwierigkeiten gehabt", sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff. Die spanischen Medien schwankten in der Nacht zwischen Vorfreude und großem Respekt. "Spanien wurde das Ungeheuer zugelost", titelte die Fachzeitung "AS". Das Konkurrenzblatt "Marca" schrieb von einem "Angstgegner".

Gute Turnierergebnisse

Nationalcoach Luis Enrique hat eine Mannschaft geformt, die von anfänglichen Zweifeln zu einem Halbfinalisten der EM 2021 wuchs (Niederlage gegen den späteren Europameister Italien) und nur einen Sieg vom Gewinn der Nations League entfernt war (Finalniederlage gegen Frankreich im Oktober 2021).

Die WM-Qualifikation schlossen die Spanier erwartungsgemäß als Gruppenerster vor Schweden mit nur einer Niederlage und einem Remis ab. Gegen Spanien zu gewinnen, ist zu einer Herkulesaufgabe geworden. Luis Enrique hat der Auswahl einen identifizierbaren Stil verliehen. Für die Deutschen wird es schwer, sie sind - Stand jetzt - eher Außenseiter.

Wie stark ist Japan?

Das gilt für den zweiten bereits feststehenden Gegner sicher nicht. Das japanische Team gehört längst zu den Dauergästen bei Weltmeisterschaften. Seit Frankreich 1998 haben die Japaner keine WM verpasst.

Bei der WM 2018 in Russland war das Viertelfinale nah. Japan führte gegen Geheimfavorit Belgien schon 2:0, es waren nur noch 20 Minuten zu spielen, dann warfen die Belgier das Team Nippon mit drei Treffern doch noch aus dem Turnier.

Japans Ao Tanaka (2.v.l) wird nach seinem Tor von seinen Teamkollegen beglückwünscht.

Japans Ao Tanaka wird nach seinem Tor zum 1:0 gegen Australien von seinen Teamkollegen beglückwünscht.

Die Qualifikation für die WM verlief für Japan nicht ganz stolperfrei. Es gab unerwartete Niederlagen gegen Oman und in Saudi-Arabien. Am Ende reichte es dennoch, spielerisch scheint das Team aber etwas schwächer als vor vier Jahren.

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Costa Rica Favorit gegen Neuseeland

Und der dritte deutsche Gegner zum Vorrundenabschluss? Costa Rica oder Neuseeland - erst am 13. oder 14. Juni wird ermittelt, wer in die Gruppe E hinzukommt. Die Mannschaft aus Mittelamerika gilt als Favorit. Costa Rica scheiterte nur knapp an der direkten Qualifikation gegen die USA.

Neuseeland gewann die Ozeanien-Qualifikation, das war aber auch erwartet worden, hießen die Gegner dabei doch Neukaledonien, Fidschi, Tahiti, Salomonen und Papua-Neuguinea.

Danach wird's richtig schwer

Und sollte die Gruppe überstanden werden, wird es richtig knackig. Im Achtelfinale könnte es gegen Belgien oder Kroatien gehen. Im Viertelfinale hätte es die DFB-Elf möglicherweise mit Brasilien zu tun.

Darüber sollte sich Hansi Flick aber erst einmal keine Gedanken machen, zunächst wird es darum gehen, sich in der Vorrunde zu behaupten. Dann wäre schließlich schon mehr gewonnen als beim Turnier vor vier Jahren.

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