Roman Yaremchuk aus der Ukraine feiert den zweiten Treffer

Fußball | WM-Quali Europa Playoff-Finale gegen Wales - Ukraine will letzten Schritt zur WM gehen

Stand: 04.06.2022 10:35 Uhr

Noch ein Sieg fehlt den Fußballern der Ukraine zur Erfüllung ihres großen WM-Traums. Am Sonntag wartet Wales in Cardiff. "Wir werden alles dafür tun, um die Ukrainer stolz zu machen", versprach Nationaltrainer Oleksandr Petrakow vor dem Showdown.

Der Krieg in ihrer Heimat tobt seit über 100 Tagen - doch die ukrainischen Fußballer präsentieren sich vor dem entscheidenden WM-Qualifikationsspiel in Wales entschlossen und fokussiert. So kurz vor dem großen WM-Traum gehe es nicht mehr um "Kondition oder Taktik", betonte Starspieler Oleksandr Sintschenko, "sondern um das Überleben".

Nur Wales steht nach schweren Monaten noch zwischen der Ukraine und ihrem sportlichen Traum, nur ein Sieg fehlt bis zur Teilnahme an der WM-Endrunde in Katar. "Wir werden alles dafür tun, um die Ukrainer stolz zu machen", versprach Nationaltrainer Oleksandr Petrakow vor dem Showdown am Sonntag (18.00 Uhr) in Cardiff. Sie alle wollen für einen kleinen Lichtblick in dunklen Zeiten sorgen. 

Weiterer Kraftakt nötig

Gegen Superstar Gareth Bale und seine Waliser braucht es allerdings einen weiteren Kraftakt, physisch und psychisch, "die Leistung unseres Lebens", wie Sintschenko betonte. Es sind schließlich Wochen und Monate, die an die Substanz gehen. Nach dem Erfolg gegen Schottland (3:1) sanken gleich mehrere Spieler auf die Knie. Erleichtert, vor allem aber auch erschöpft. Dass etliche Spieler erstmals seit Kriegsausbruch am 24. Februar wieder ein Pflichtspiel absolvierten, dass die emotionale Last für die Mannschaft kaum geringer wird, sieht Sintschenko aber eher als Motivation. "Alle werden bis zum Ende kämpfen und alles geben, denn wir werden für unser Land spielen", sagte der Star von Manchester City.

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Es sind die Botschaften aus der Heimat, die Nachrichten von Soldaten an der Front oder die Schicksale ihrer Mitmenschen, die das Team antreiben. Selbst Präsident Wolodymyr Selenskyj bedankte sich nach dem Sieg in Schottland für "zwei Stunden des Glücks". Im Cardiff City Stadium wartet nun erneut ein Abend voller Emotionen.

Wales voller Respekt

In Wales jedenfalls blicken sie voller Respekt auf den Gegner. Es müsse "unglaublich schwer sein, in ihrer Haut zu stecken", sagte Nationalspieler Ben Davies: "Wir schätzen uns sehr glücklich, dass wir nicht jeden Tag miterleben müssen, wie hart es ist und wie schwer es für sie sein muss, ihr Leben zu verlieren." Eine kleine Zahl an Freikarten soll laut BBC an ukrainische Geflüchtete verteilt werden. 

Wales erscheint schlagbar - und das, obwohl die Briten von der ersten WM-Teilnahme seit 64 Jahren träumen. Für die ukrainischen Spieler aber geht es womöglich auch darum, einen kleinen Beitrag dafür zu leisten, dass die Situation in der Heimat bis zum Turnierstart (21. November bis 18. Dezember) im Fokus der Weltöffentlichkeit bleibt.