Blog: Prunkig, protzig, wunderschön - Staunen über Katars Gigantismus 

Menschen vor dem Fußballstadion in Katar

"Zu Gast bei Fremden" – der Blog zum Arab Cup in Katar

Blog: Prunkig, protzig, wunderschön - Staunen über Katars Gigantismus 

Der Arab Cup in Katar ist ein Testlauf für die WM 2022. Sportschau-Autor Olaf Jansen berichtet über seine Erlebnisse vor Ort. Im zweiten Teil des Blogs geht es um den Gigantismus der Eröffnungsfeier.

Technik können sie in Katar. Heute war Eröffnungsfeier des Arab Cups. Mein Gott, was für eine gigantische Show. Prächtige Illuminationen, eine Musik- und Tanzgala, zum Abschluss ein riesiges Feuerwerk rund ums Al Bayt Stadion – in dem 2022 im Übrigen auch die Fußball-WM eröffnet wird.

Gigantismus pur. Aber ich habe mich schon dran gewöhnt: Klein oder gar bescheiden – das machen die Kataris nicht. Was sie auch tun – es muss möglichst das Größte, Beste und Schönste sein. Um bei diesem protzigen Spektakel dabei zu sein, habe ich mich auf den Weg nach Al Khor gemacht. Das liegt rund 50 Kilometer nördlich von Doha. Eine Kleinstadt mit etwas mehr als 30.000 Einwohnern. Genau doppelt so viele Menschen passen in das Al Bayt Stadion, was sie dort – designt wie eine alte Beduinen-Zeltstadt - in den Wüstensand am Stadtrand gebaut haben.

Vor der Skyline von Katar liegt ein Fußball auf dem Rasen

Braucht natürlich kein Mensch. Zumindest nach der WM nicht mehr. Die Hälfte der Plätze ist rückbaubar und soll nach 2022 in Entwicklungsländer verschenkt werden. Schlappe knapp 800 Millionen Euro hat das Ding gekostet. War sogar überraschend gut gefüllt, die – man muss es einfach sagen – wunderschöne Arena: Gut 40.000 Zuschauer dürften es gewesen sein. Nicht so schlecht, aber der Eintritt hat auch nur etwas mehr als umgerechnet fünf Euro gekostet.

Man kommt gut hin – etwas mehr als die Hälfte der Strecke bin ich mit der neuen Metro (Kosten: etwa 40 Milliarden Euro) unter der Erde gerast, für den Rest standen Shuttle-Busse bereit.

Mann mit Flagge vor dem Fußballstadion in Katar

Mann mit Flagge vor dem Fußballstadion in Katar

Vorher – das geht in Doha, weil alle acht WM-Stadien höchstens maximal eine Fahrtstunde auseinanderliegen – habe ich mittags das erste Spiel des Tages angeschaut: Tunesien gegen Mauretanien. Ganz auf der anderen Seite der Stadt, in Al Wakra. Ebenso eine kleine Vorstadt, die mit dem "Al Janoub" auch ein Stadion-Schmuckstück vor die Stadttore gesetzt bekommen hat, was natürlich völlig übergeschnappt ist.

Ein 40.000-Seater für knapp 600 Millionen Euro, bei dem das Dach schließbar ist und dessen Inneres dank eines Kühlsystems auch während des heißen Sommers auf angenehme 20 Grad temperiert werden kann. Da waren übrigens heute so gut wie gar keine Zuschauer. Am Wetter kann das kaum gelegen haben, denn Katar ist in diesen Tagen total angenehm temperiert. Abends herrscht bei rund 22 Grad optimales Fußballwetter, selbst mittags bei etwa 27 Grad dürfte sich kaum ein Fußballprofi beschweren. Die Kataris dürften also rundum zufrieden sein. Auch über ihr Team: Bahrain wurde mit 1:0 besiegt.

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Stand: 28.11.2021, 20:54

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