Louis van Gaal, Bundestrainer der Niederlande, auf der Pressekonferenz

Fußball | WM 2022 Van Gaal: "WM in Katar, um Fußball zu entwickeln? Bullshit!"

Stand: 21.03.2022 19:30 Uhr

Louis van Gaal hat die kommende WM in Katar mit deutlichen Worten kritisiert. Der FIFA ginge es nicht um die Entwicklung des Fußballs, sondern um Geld, sagte der Nationaltrainer der Niederlande.

"Ich finde es lächerlich, dass wir in einem Land spielen werden, um - wie die FIFA sagt - den Fußball dort zu entwickeln, indem man dort ein Turnier austrägt", äußerte van Gaal bei einer Pressekonferenz der Nationalmannschaft Kritik an der kommenden Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar. "Das ist Bullshit! Es geht um Geld, um kommerzielle Interessen. Darum geht es der FIFA."

Die Niederlande spielen am Samstag (26.03.2022) in Amsterdam gegen Dänemark und empfangen dort am darauf folgenden Dienstag (29.03.2022) die deutsche Mannschaft.

Van Gaal, von 2009 bis 2011 Trainer von Bayern München, befindet sich in seiner dritten Amtszeit als Bondscoach. Die Niederlande qualifizierten sich als Gruppensieger für das Turnier in Katar, das vom 21. November bis 18. Dezember ausgetragen werden soll. Die Auslosung der Endrunde ist am 1. April vorgesehen. Der 70-Jährige kündigte an, sein Amt nach dem Turnier aufzugeben. Der KNVB führt derzeit Gespräche mit Vorgänger Ronald Koeman, der van Gaal nach der WM als Nationaltrainer beerben soll.

Verstöße gegen Menschenrechte - Katar in der Kritik

Der Gastgeber der WM 2022 wird immer wieder wegen Verstößen gegen die Menschenrechte kritisiert. Einem Bericht der britischen Zeitung "Guardian" zufolge sollen seit der WM-Vergabe 6.500 Gastarbeiter gestorben seien. Katar wies die Kritik zurück, spricht von deutlich kleineren Zahlen. Die FIFA beruft sich ebenfalls auf kleinere Zahlen und verweist darauf, dass nur wenige Fälle auf WM-Baustellen zurückzuführen seien.

Menschenrechtsorganisationen kritisierten die FIFA und warfen ihr vor, ihren Einfluss nicht ausreichend geltend zu machen. Es gab mehrere Forderungen nach einem Boykott des Turniers. In Norwegen sprachen sich mehrere Erstligisten, in Deutschland Fan-Bündnisse für einen Boykott aus. Der DFB erteilte dem eine Absage.