Europa League - die Favoriten auf den Titel

Lautaro Martinez (Inter Mailand, l.) Bruno Fernandes (Manchester United) und Lucas Ocampos (Sevilla, r.)

Achtelfinale

Europa League - die Favoriten auf den Titel

Wer gewinnt die Europa League? Drei große Vereine machen sich berechtigte Hoffnung auf den Silberpokal. Aber auch ein Geheimtipp ist noch dabei, der auch auf den Faktor "Heimspiel" spekuliert.

Die Europa League zu gewinnen, das war wohl noch nie so einfach wie in diesem Jahr. Wegen der Corona-Pandemie entfallen nach dem Restart Hin- und Rückspiele. Schon drei Siege reichen, um am 21. August ins Endspiel in Köln einzuziehen. Und das alles (teilweise schon ab dem Achtelfinale) auf neutralen Plätzen: Spielorte neben Köln sind Düsseldorf, Duisburg und Gelsenkirchen.

Manchester United mit breiter Brust

Einer der großen Favoriten auf den Titel ist Manchester United. Die "Red Devils" haben die Premier League als Dritter abgeschlossen und dabei im Endspurt eine beeindruckende Siegesserie hingelegt. Das Team von Trainer Ole Gunnar Solskjaer blieb die vergangenen 14 Ligaspiele ungeschlagen und setzte sich im Showdown um Platz drei am allerletzten Spieltag bei Leicester City durch.

Auch in der Europa League hielt sich das Team fast schadlos, es gab nur in der Gruppenphase in Astana eine Niederlage. Der Einzug ins Viertelfinale ist praktisch perfekt. Das Achtelfinal-Hinspiel beim Linzer ASK gewann United klar mit 5:0. Dass im "Old Trafford" noch etwas anbrennt, scheint ausgeschlossen. Der bisher letzte Triumph in der Europa League ist noch gar nicht so lange her - 2017 holte Manchester United den Cup.

Inter kommt als Vizemeister

Zweiter großer Anwärter auf den Titel ist Inter Mailand. Die Italiener haben sich in der Serie A hinter Juventus Turin die Vizemeisterschaft gesichert und blieben dabei in den jüngsten acht Ligaspielen ohne Niederlage. Im Achtelfinale ist das Team von Trainer Antonio Conte gegen den FC Getafe aus Spanien Favorit.

Da das Hinspiel abgesagt wurde, fällt die Entscheidung in nur einer Partie in Gelsenkirchen. Anders als der Gegner, für den die Saison schon am 19. Juli beendet war, stand Inter noch am 1. August beim Spitzenspiel in Bergamo auf dem Platz. Das bedeutet Terminhatz und eine kurze Pause - auf der anderen Seite ist die Mannschaft eingespielt und im Rhythmus.

Sevilla mit toller Serie

Favorit Nummer drei ist der FC Sevilla. Das Team aus Andalusien wurde in der spanischen Liga Vierter und qualifizierte sich für die Champions League, was hinter den beiden Klubs aus Madrid und dem FC Barcelona aller Ehren wert ist. Auch Sevilla hat eine beeindruckende Siegesserie vorzuweisen. In der Liga blieb das Team von Trainer Julen Lopetegui die jüngsten 15 Spiele ungeschlagen, in der Europa League gab es nur eine Niederlage in der Gruppenphase bei Apoel Nikosia.

Obwohl die AS Rom ein großer Name ist, gilt Sevilla im Achtelfinale als Favorit. Spielort ist Duisburg, das Hinspiel musste abgesagt werden. Problematisch für Sevilla könnte die lange Spielpause sein. Genau wie Getafe wurde der FC zuletzt am 19. Juli gefordert, während die Roma genau wie Inter voll im Saft steht. Dass Sevilla sich in der Europa League pudelwohl fühlt, ist bekannt. 2014, 2015 und 2016 holte der Klub drei Siege in Serie.

Geheimfavorit Leverkusen

Als Geheimfavorit auf den Sieg in der Europa League gilt Bayer Leverkusen. Die "Werkself" hat zwar als Bundesliga-Fünfter den Einzug in die Champions League verpasst und musste anschließend noch im DFB-Pokalfinale eine 2:4-Niederlage gegen den FC Bayern einstecken, doch sie hat den "Heimvorteil" auf ihrer Seite.

Das Team von Trainer Peter Bosz erwartet zunächst in Leverkusen die Glasgow Rangers, wobei der Einzug ins Viertelfinale nach dem 3:1-Hinspielsieg fast schon sicher ist. Danach wären Düsseldorf und Köln die Spielorte - also zumindest die direkte Nachbarschaft. Sorgen macht die lange Spielpause, Bayer 04 musste zuletzt am 4. Juli ran.

Manchester gegen Mailand erst im Finale möglich

Interessant ist in Sachen Favoritensuche ein Blick aufs Viertelfinale und aufs Halbfinale, denn der "Spielbaum" steht schon fest. Manchester United etwa würde im Viertelfinale auf Istanbul Basaksehir oder den FC Kopenhagen treffen und wäre auch dort wohl im Vorteil. Der FC Sevilla wäre - im Falle eines Sieges gegen Rom - gegen Olympiaks Piräus oder die Wolverhampton Wanderes favorisiert.

Inter Mailand dagegen müsste zuerst den Geheimfavoriten Leverkusen aus dem Wettbewerb kegeln. Die "Werkself" hätte im Falle eines Überraschungssieges gegen Inter danach gegen den VfL Wolfsburg, Schachtjor Donezk, Eintracht Frankfurt oder den FC Basel die Chance aufs Finale. Inter wäre dort dann in jedem Fall Favorit. Fest steht damit auch, dass die beiden Topfavoriten Manchester und Mailand erst im Finale aufeinandertreffen können.

vdv | Stand: 05.08.2020, 06:00

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