Wolfsburg, Leverkusen und Frankfurt zwischen allem und nichts

André Silva (Frankfurt, l.), Leverkusens Karim Bellarabi und Wout Weghorst (Wolfsburg, r.)

Europa League, Achtelfinale, Rückspiele

Wolfsburg, Leverkusen und Frankfurt zwischen allem und nichts

Zwischen "unmöglich" und "fast durch" ist für die deutschen Klubs in den Achtelfinal-Rückspielen der Fußball-Europa-League alles drin. Vor allem Wolfsburg und Frankfurt haben eine große Hürde vor sich. Der Überblick über die Partien der Bundesligisten.

Mi., 18.55 Uhr: Schachtjor Donezk - VfL Wolfsburg (nach Hinspiel 2:1)

Wolfsburgs Schlager (h.) im Spiel gegen Donezk

Schlager (h.) spielt seine erste Saison in Wolfsburg.

Ausgangslage: Nach der Heimniederlage im Hinspiel lastet der Druck voll auf Wolfsburg. Davon will sich VfL-Trainer Oliver Glasner nicht aus der Ruhe bringen lassen: "Dass wir jetzt bereits wissen, dass wir mindestens zwei Tore schießen müssen, ändert nichts an unserer Spielweise." Immerhin: Wolfsburg hat in dieser Europacup-Saison auswärts immer getroffen. Die Partie findet wegen des Ukraine-Konflikts mit Russland in Kiew statt, einer Region, vor der das Robert-Koch-Institut wegen der Corona-Pandemie warnt.

Gegner: Donezk ist international erfahren, ist regelmäßiger Gast in der Champions League und erreichte 2018 zuletzt das Achtelfinale. In der Ukraine wurde Schachtjor vier Mal in Folge Meister. Vor allem brasilianische Profis machen das Team des portugiesischen Trainers Luis Castro international konkurrenzfähig.

"Nach-Corona"-Form: In der Ukraine wurde die Saison Ende Mai wieder aufgenommen. Donezk holte bis zum letzten Spieltag der Meisterrunde am 19. Juli sieben Siege aus neun ungeschlagenen Spielen. Wolfsburg ist schon seit dem 27. Juni ohne Pflichtspiel. Außer gegen Leverkusen (4:1-Auswärtssieg) standen die "Wölfe" vor allem gegen die Top-Teams auf verlorenem Posten, unterlagen Dortmund, Mönchengladbach und Bayern jeweils zu Null. Trainiert wird beim VfL seit dem 25. Juli, ein Härtetest gegen Leipzig endete 1:1.

Personal: Während Donezk mit dem brasilianischen Linksverteidiger Ismaily wegen eines Kreuzbandrisses eine wichtige Stütze fehlt, muss Wolfsburg mit Kevin Mbabu (Corona-Infektion), Renato Steffen (Gelbsperre) sowie Paulo Otavio, William und Admir Mehmedi (alle verletzt) gleich fünf Profis ersetzen.

Do., 18.55 Uhr: Bayer 04 Leverkusen - Glasgow Rangers (nach Hinspiel 3:1)

Leverkusens Bailey (r.) im Spiel in Glasgow

Bailey (r.) traf im Hinspiel in Glasgow.

Ausgangslage: Das klare 3:1 aus dem Hinspiel in Glasgow sollte für Leverkusen eigentlich schon das halbe Ticket für das Endrunden-Turnier sein - wenn die Rheinländer nicht einen Tag erwischen, wie beim 1:4 in der Bundesliga gegen den VfL Wolfsburg.

Gegner: Die Rangers leben gerade bei den internationalen Spielen von den Emotionen im heimischen Stadion. Offensiv werden die Schotten vor allem von Torjäger Alfredo Morelos getragen (29 Saisontore).

"Nach-Corona"-Form: Das Hinspiel im März gegen Leverkusen war für die Rangers zunächst das letzte Pflichtspiel. Die Saison in Schottland wurde abgebrochen. Die neue Spielzeit ist allerdings schon gestartet. Die Rangers holten am Wochenende zum Auftakt ein 1:0 beim FC Aberdeen. Leverkusen legte nach der Corona-Pause eine wechselhafte Rest-Saison hin, kassierte im Schnitt 1,6 Gegentore, verpasste Platz vier in der Bundesliga und verlor das Pokalfinale. Seit zwei Wochen ist Bayer wieder im Training, hat noch kein Spiel absolviert.

Personal: Bei Glasgow fehlt mit Jermain Defoe (verletzt) ein wichtiger Routinier in der Offensive. Der hochgelobte Neuzugang Ianis Hagi ist in der Europa League nicht spielberechtigt. Anders ist das bei Bayer 04-Youngster Florian Wirtz, der über eine UEFA-Sonderregelung noch in den Kader gerutscht ist. Neben dem verletzten Paulinho (Kreuzbandriss) fehlt zumindest für das Achtelfinal-Rückspiel Nadiem Amiri, der sich Quarantäne befindet.

Rolfes: "Wir wollen mit dem Kader zu Ende spielen" Sportschau 30.07.2020 01:04 Min. Verfügbar bis 30.07.2021 Das Erste

Do., 21 Uhr: FC Basel - Eintracht Frankfurt (nach Hinspiel 3:0)

Frankfurts Kostic (r.) im Spiel gegen Basel

Kostic (r.) ist Frankfurts Topscorer.

Ausgangslage: Für Frankfurt gilt nach dem Heim-Debakel im März das Alles-oder-Nichts-Prinzip. Entsprechend gibt sich Trainer Adi Hütter (vorsichtig) kämpferisch: "Wir wollen versuchen, das Unmögliche möglich zu machen."

Gegner: Serienmeister, das war einmal. Zweiter, Zweiter, Dritter, lauteten die Abschlussplatzierungen des FC zuletzt. Trotzdem hat das Team von Trainer Marcel Koller internationales Format. Basel gewann in dieser Saison sieben seiner neun Europa-League-Spiele und unterlag nur in der Gruppenphase in Krasnodar (0:1).

"Nach-Corona"-Form: Erst Ende Juni wurde in der Schweiz der Spielbetrieb wieder aufgenommen und endete am ersten August-Wochenende. Basel ist also voll im Rhythmus. Allerdings gab es zuletzt Unruhe wegen eines möglicherweise positiven Coronatests - der sich als Fehlalarm erwies. Frankfurt, das im Bundesliga-Endspurt in den letzten vier Spielen ungeschlagen blieb und Neunter wurde, trainiert erst seit dem 27. Juli wieder. In einem ersten Test gab es ein 1:1 gegen Monaco mit Ex-Eintracht-Trainer Niko Kovac.

Personal: Möglicherweise gleich fünf potenzielle Startelfspieler muss Basel gegen Frankfurt verletzungsbedingt ersetzen, unter anderem Stammtorwart Jonas Omlin und Mittelfeldroutinier Luca Zuffi. Bei Frankfurt sind alle Leistungsträger am Start, wurden aber im Monaco-Test noch größtenteils geschont.

red | Stand: 04.08.2020, 13:01

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