Leipzig gegen Marseille - Abwehr im Fokus

Konrad Laimer, Stefan Ilsanker, Ibrahima KonatŽ und Dayot Upamecano (v.l.n.r)

Europa League

Leipzig gegen Marseille - Abwehr im Fokus

Wenn RB Leipzig heute Abend Olympique Marseille zum Viertelfinalhinspiel in der Europa League empfängt, gehen die Leipziger von Trainer Ralph Hasenhüttl, zumindest was die Personallage angeht, als leichter Favorit ins Spiel.

Form

Die Gäste aus Marseille befinden sich seit Anfang März eigentlich in einer starken Form. In zuletzt sechs Pflichtspielen verlor Olympique nur das vorletzte in der Liga gegen Olympique Lyon mit 2:3. Momentan belegt man den dritten Rang der Ligue 1, allerdings ist in den vergangenen Wochen etwas die defensive Stabilität verloren gegangen: Neun Spiele in Serie konnte der Traditionsverein nicht mehr ohne Gegentor bleiben.

Letzteres ist allerdings auch RB in seiner gesamten - zugegebenermaßen noch nicht langen - internationalen Historie gelungen. In jedem Spiel gab es mindestens einen Gegentreffer für Keeper Peter Gulácsi und Kollegen. Generell befindet sich der Bundesligavierte aber in aufsteigender Form: Sechs Pflichtspiele in Folge ist der Klub unbesiegt, feierte in dieser Serie unter anderem einen Sieg über den FC Bayern München.

Der Weg ins Viertelfinale

Marseille ließ in der Gruppenphase Konyaspor und Vitoria Guimaraes hinter sich, kam aber mit acht Zählern nur als Gruppenzweiter in die nächste Runde - Salzburg war stärker. Ein gutes Omen für RB? In der Zwischenrunde gelang Marseille ein 3:0 (1:0) im Hinspiel über Sporting Braga, sodass das 0:1 (0:1) auswärts im Rückspiel nicht mehr ins Gewicht fiel. Im Achtelfinale zeigte sich das Team von Rudi Garcia dann in starker Form und besiegte Athletic Bilbao erst daheim mit 3:1 (2:1), ehe man das Rückspiel mit 2:1 (1:0) für sich entschied.

Leipziger Jubel nach dem Führungstreffer gegen Zenit St. Petersburg

Leipziger Jubel nach dem Führungstreffer gegen Zenit St. Petersburg

Die Leipziger kamen über den dritten Platz in ihrer Champions-League-Gruppe in die Europa-League-Zwischenrunde. Dort setzte man sich im Hinspiel beim favorisierten SSC Neapel mit 3:1 (0:0) durch und musste beim 0:2 im Rückspiel lange zittern. Im Achtelfinale wurde es ebenfalls spannend, das Hinspiel gewann man gegen Zenit St. Petersburg mit 2:1 (0:0) und trennte sich vom russischen Vertreter im Rückspiel mit 1:1 (1:1). In Sachen namhafter Gegner hat der Bundesligist also etwas die Nase vorn.

Personal

Bei RB sieht es diesbezüglich grundsätzlich ziemlich gut aus. Für Stefan Ilsanker kommt ein Einsatz nach seiner Zerrung im Knie noch etwas zu früh, Marcel Halstenberg fehlt noch bis zur neuen Saison, ansonsten sind alle Spieler gesund. Problematisch könnte allerdings das Fehlen von Kapitän Willi Orban im Abwehrzentrum sein, der aufgrund einer Gelbsperre das Hinspiel verpassen wird.

Garcia hat auf der anderen Seite deutlich größere Sorgen. Stammtorhüter Steve Mandanda muss definitiv verletzt passen, genau wie der erfahrene Abwehrmann Adil Rami. Zu allem Überfluss ist auch der andere gesetzte Innenverteidiger Rolando angeschlagen und sein Einsatz fraglich. Die Probleme werden komplettiert von Florian Thauvin. Der Franzose ist mit 16 Pflichtspieltoren bester Angreifer von "OM", hat aber mit Oberschenkelproblemen zu kämpfen. Auch sein Einsatz ist fraglich.

Stimmen

Der gesperrte Orban über den Matchplan: "Es geht in erster Linie darum, die Balance zu schaffen. Wieviel Risiko gehst du im ersten Spiel, wenn du weißt, du spielst zuhause."

Hasenhüttl: "Olympique Marseille ist eine sehr gute Mannschaft, die in der Defensive sehr geordnet agiert und von ihren Automatismen lebt. Ich erwarte ein spannendes und taktisch interessantes Spiel." Der Trainer der Leipziger über ein potenziell "leichteres" Spiel angesichts der Personalsorgen des Gegners: "Das wird sich so nicht niederschlagen."

Marseille-Coach Garcia: "Wir wissen, dass wir mit diesem Team viel erreichen können. Es könnte für uns eine Zusatz-Motivation sein, dass gesagt wird, dass unsere [personelle] Lage so unglücklich ist."

Sonstiges

Marseille muss aufgrund einer Strafe auf die Unterstützung seiner Fans verzichten. Wegen des Fehlverhalten einiger Olympique-Anhänger gegen Athletic Bilbao sprach die UEFA unter anderem diese Sanktion aus. Eine so enttäuschende Besucherzahl wie in der letzten Runde gegen St. Petersburg, als nicht einmal 20.000 Fans den Weg ins Stadion fanden, muss man bei Leipzig aber diesmal nicht befürchten. Nach Vereinsangaben sind über 30.000 Tickets verkauft worden.

Bei Marseille spielen gleich drei ehemalige Bundesligaspieler: Luiz Gustavo (Hoffenheim, Bayern, Wolfsburg), Hiroki Sakai (Hannover) und Aymen Abdennour (Bremen). Im Kader von RB stehen in Jean-Kévin Augustin, Ibrahima Konaté und Dayot Upamecano auch drei junge Franzosen.

Die möglichen Aufstellungen:

Leipzig: Gulácsi - Laimer, Upamecano, Konaté, Bernardo - Keita, Demme - Forsberg, Sabitzer - Poulsen, Werner

Marseille: Pelé - Sakai, Kamara, Luiz Gustavo, Amavi - López, Zambo Anguissa - Ocampos, Sanson, Payet - Germain

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, Donnerstag, 05.04., ab 22.50 Uhr

rt | Stand: 05.04.2018, 08:30

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