Bayer Leverkusen unterliegt dem FC Zürich

Antonio Marchesano jubelt nach seinem Tor gegen Bayer 04 Leverkusen

FC Zürich - Bayer Leverkusen 3:2

Bayer Leverkusen unterliegt dem FC Zürich

Jetzt hat es Bayer Leverkusen auch in der Europa League erwischt: Der Bundesligist unterlag beim FC Zürich. Für die Schweizer war es ein besonderer Sieg.

Nach zwei Siegen zum Auftakt in der Gruppe A unterlagen die Rheinländer am Donnerstagabend (25.10.18) beim FC Zürich mit 2:3 (0:1). Karim Bellarabi hatte die Begegnung mit seinem Doppelpack (50./53. Minute) für die Mannschaft von Trainer Heiko Herrlich zwar zwischenzeitlich gedreht, nach Treffern von Antonio Marchesano (44.), Toni Domgjoni (59.) und Stephen Odey (78.) jubelten jedoch die Schweizer vor 12.427 Zuschauern im Stadion Letzigrund.

Während Zürich mit neun Punkten aus drei Spielen fast schon für die K.o.-Runde qualifiziert ist, muss Bayer mit sechs Zählern nun wieder um das Weiterkommen bangen. Der Druck auf Herrlich ist vor den schweren Auswärtsspielen in Bremen am Sonntag in der Bundesliga und Borussia Mönchengladbach am kommenden Mittwoch im DFB-Pokal weiter angewachsen.

Herrlich wie versteinert

Kurz vor dem Abpfiff setzte sich der Trainer auf die Bank, blieb dort rund 20 Sekunden wie versteinert sitzen und ging dann nach kurzem Abklatschen direkt in die Kabine. Seine Spieler wurden von den mitgereisten Fans vor der Gästekurve ausgepfiffen. "Ich lese nicht viel, und der Trainer auch nicht", sagte Verteidiger Sven Bender, als er auf die Trainerdiskussion angesprochen wurde. Über Herrlich sagte er: "Er war heute wieder sehr leidenschaftlich und hat uns gut eingestellt. Es tut ein bisschen weh, wenn wir das nicht umgesetzt bekommen."

Leverkusen mit Auswärtspleite in Zürich

Sportschau | 25.10.2018 | 00:32 Min.

Nationalspieler Kai Havertz nahm das Team in die Pflicht: "Wir müssen uns an die eigene Nase packen. Wir haben viel zu wenig investiert. Jeder Einzelne hat Luft nach oben."

Fünf Wechsel in der Startelf

Bayer tat sich von Beginn an schwer und wirkte uninspiriert. Zwar erarbeiteten sich die Rheinländer in den ersten Minuten ein Ballbesitz-Plus, im letzten Spielfeld-Drittel fehlte ihnen jedoch die Durchschlagskraft. Die Gastgeber waren gefährlicher: Adrian Winter steckte den Ball durch auf Domgjoni, der jedoch freistehend am stark reagierenden Lukas Hradecky im Bayer-Tor scheiterte (3.). Herrlich hatte seine Startformation im Vergleich zum 2:2 in der Bundesliga gegen Hannover 96 auf gleich fünf Positionen verändert.

Der gewünschte Effekt blieb jedoch aus. Vorne spielte Bayer weiter harmlos, hinten konnte sich die Werkself bei Hradecky und beim Pfosten bedanken, dass es immerhin bis kurz vor der Pause 0:0 stand. Erst rettete der 28 Jahre alte Keeper im Eins-gegen-Eins gegen Odey (27.). Neun Minuten später traf FCZ-Verteidiger Andreas Maxsö nur das Torgestänge. Kurz vor der Halbzeit schlugen die Schweizer dann aber doch noch zu. Zürichs Kevin Rüegg setzte sich rechts im Strafraum durch, passte flach in die Mitte und dort musste Marchesano nur noch den Fuß hinhalten, um sein erstes Europapokal-Tor zu erzielen.

Comeback-Qualitäten

Nach dem Seitenwechsel zeigte Bayer Comeback-Qualitäten. Herrlich hatte zweimal getauscht und unter anderem Stürmer Kevin Volland gebracht und Kapitän Lars Bender von rechts in die Mitte gezogen, doch ein anderer gab dem Spiel kurzzeitig eine neue Wendung: Bellarabi drosch den Ball zweimal auf fast identische Art und Weise fulminant ins Netz. Leverkusen spielte nun deutlich druckvoller, doch der FCZ kam zurück. Domgjoni schoss, Sven Bender fälschte ab und es stand 2:2. Und es kam noch schlimmer für Bayer: Nach einer Flanke von Jagne Pa Modou spitzelte Odey den Ball mit viel Gefühl an Hradecky vorbei ins Leverkusener Tor. Zwar trafen auch die Rheinländer nochmal, doch Schiedsrichter Aliyar Aghajew aus Aserbaidschan versagte dem Treffer nach einer Ecke in der Nachspielzeit wegen eines angeblichen Fouls von Lars Bender die Anerkennung.

Den Schweizern, die vom ehemaligen Bundesligaprofi Ludovic Magnin trainiert werden, gelang damit im zwölften Anlauf der erste Sieg im Europapokal gegen einen Bundesligisten.

Statistik

Fußball · UEFA Europa League · 3. Spieltag 2018/2019

Donnerstag, 25.10.2018 | 18.55 Uhr

Wappen FC Zürich

FC Zürich

Brecher – Rüegg, Bangura, Maxso, Modou Jagne – Domgjoni, Kryeziu – Winter (58. Khelifi), Marchesano (90. Nef), Kololli (79. R. Rodriguez) – Odey

3
Wappen Bayer 04 Leverkusen

Bayer 04 Leverkusen

Hradecky – L. Bender, Jedvaj, S. Bender, Wendell – Kohr, Dragovic (46. Weiser) – Bellarabi, Havertz, Bailey (79. Brandt) – Thelin (46. K. Volland)

2

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Marchesano (44.)
  • 1:1 Bellarabi (50.)
  • 1:2 Bellarabi (54.)
  • 2:2 Domgjoni (59.)
  • 3:2 Odey (78.)

Strafen:

  • gelbe Karte Modou Jagne (1 )
  • gelbe Karte Bailey (1 )
  • gelbe Karte R. Rodriguez (2 )
  • gelbe Karte L. Bender (2 )

Zuschauer:

  • 12.427

Schiedsrichter:

  • Aliyar Aghayev (Aserbaidschan)

Stand: Donnerstag, 25.10.2018, 20:52 Uhr

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, Donnerstag, 25.10.2018, ab 22.50 Uhr

dpa | Stand: 25.10.2018, 20:58

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