Europa League - Leverkusen siegt hauchdünn gegen Ferencvaros

Amine Adli (r.) um Duell mit Prags Ryan Mmaee

Bayer Leverkusen - Fer. Budapest 2:1

Europa League - Leverkusen siegt hauchdünn gegen Ferencvaros

Von Olaf Jansen

Schnell, ungestüm und am Ende erfolgreich: Bayer Leverkusen hat seine Auftaktpartie in der Europa-League-Gruppenphase gegen Ferencvaros Budapest mit 2:1 (1:1) gewonnen. Die Leverkusener Treffer markierten Exequiel Palacios (37.) und Florian Wirtz (69.), nachdem Ryan Mmaee die Ungarn in Führung gebracht hatte (8.).

Bayers Trainer Gerardo Seoane nutzte die Partie gegen den vermeintlich nicht auf international höchstem Niveau agierenden Gegner, um Neuzugang Amine Adli erstmals von Beginn an spielen zu lassen. Der 21-Jährige - erst vor drei Wochen vom französischen Zweitligisten FC Toulouse verpflichtet - kam über die linke Seite. Er sollte dort Mittelstürmer Lucas Alario und die auf seiner Höhe dahinter agierenden Florian Wirtz und Moussa Diaby unterstützen.

Doch aller Anfang ist halt schwer - auch für den als Super-Talent gehandelten französischen Junioren-Nationalspieler. Adli ließ zwar gelegentlich seine außerordentliche Schnelligkeit durchblicken, wirkte aber aufgedreht und fahrig. Und daher fehleranfällig in seinen Abspielen und vor allem: in der Defensiv-Absicherung.

Bayer: Jung, schnell, fehleranfällig

Damit war Adli im enorm jungen Team Bayers allerdings nicht allein - sondern stand eher beispielhaft. Die jungen Leverkusener Hüpfer hatten sich noch gar nicht recht ins Spiel eingefunden, da lagen sie schon hinten. Ferencvaros - vom ehemaligen Kölner Peter Stöger gecoacht - spielte sich in der 8. Minute über die linke Seite nach vorn und Mittelstürmer Ryan Mmaee brauchte nach Tokmacs Querpass allein vor dem Tor nur noch den Fuß hinhalten - 0:1.

Bayers Youngster waren zumindest irritiert - und antworteten mit zum Teil blindwütig anmutenden Gegenangriffen. Das sah wenig überlegt aus, brachte die Abwehr der Ungarn mit zunehmender Spielzeit aber dennoch in Bedrängnis. Eben weil die Bayer-Offensive mit Adli und Co. ihre Aktionen allesamt in höchstem Tempo inszenierte. Es entwickelte sich ein wildes Hin und Her, aus dem beinahe zwangsläufig das 1:1 resultierte: Jeremie Frimpong war auf rechts durch und passte zurück auf Exequiel Palacios, der die Kugel sehenswert aus 16 Metern im linken Giebel zum 1:1 unterbrachte (37.).

Spektakuläre Partie

Die Partie wurde nun spektakulär - bis zur Pause hätte es eigentlich weitere Treffer geben müssen. Doch nach Videobeweis zählte weder Budapests Torerfolg durch Bálint Vécsei (wegen Handspiels), noch Jonathans Kopfballtor nach einem Eckball (wegen Aufstützens). Zudem vergaben Diaby und Kerem Demirbay für Bayer zwei weitere riesige Chancen noch vor der Halbzeit nur hauchdünn.

Das alles setzte sich so auch im zweiten Abschnitt fort. Spritzige Offensivaktionen wechselten sich bei Bayer mit wenig konsequenter Defensivarbeit ab - Tore fielen zunächst nicht. In der 65. Minute wechselte Seoane dreifach - auch Debütant Adli wanderte nun wenig begeistert vom Feld. Er hatte sich mehr versprochen.

Wirtz trifft zum 2:1

Mehr kam dann aber ohne ihn: In der 69. Minute spielte Frimpong Kollege Wirtz frei und der vollstreckte sicher aus 13 Metern zum 2:1. Dabei blieb es in einer anschließend zunehmend verflachenden Partie - deren Ende Amine Adli mutmaßlich unter der Dusche verbrachte.

Für Bayer Leverkusen geht's nun mit einem Auswärtsspiel in der Bundesliga weiter: Am Sonntag (19.09.2021) tritt das Team um 15.30 Uhr beim VfB Stuttgart an.

Stand: 16.09.2021, 20:35

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