Arsenals Mchitarjan reist nicht zum Finale nach Baku

Henrich Mchitarjan vom FC Arsenal

Kritik an UEFA

Arsenals Mchitarjan reist nicht zum Finale nach Baku

Der FC Arsenal verzichtet beim Europa-League-Finale aufgrund von Sicherheitsbedenken auf einen Einsatz von Henrich Mchitarjan. Dies verstärkt die Kritik am Endspielort Baku.

"Wir haben alle Optionen ausgiebig geprüft, damit Micki im Kader stehen kann", schrieb Arsenal am Dienstag (21.05.2019) in einer Mitteilung, "aber nachdem wir das mit Micki und seiner Familie besprochen haben, haben wir uns darauf geeinigt, dass er nicht mitreisen wird." Der Klub habe der UEFA geschrieben und seine schweren Bedenken dargelegt, hieß es weiter.

Mchitarjan-Verzicht ist schallende Ohrfeige für UEFA

Grund für die Entscheidung des 13-maligen englischen Meisters, bei dem Mesut Özil und Shkodran Mustafi unter Vertrag stehen, sind Bedenken hinsichtlich der Sicherheit des Armeniers Mchitarjan. Dabei geht es in erster Linie um den Konflikt zwischen Aserbaidschan und Armenien hinsichtlich der Region Berg-Karabach. "Es ist eine dieser Partien, die wir als Spieler nicht oft haben. Es tut mir sehr weh, dass ich es verpasse", schrieb der Offensivspieler bei Instagram: "Ich werde meine Teamkollegen anfeuern. Bringt es nach Hause."

Mesut Özil und Henrich Mchitarjan  bejubeln das Tor gegen Bournemouth

Mesut Özil und Henrich Mchitarjan bejubeln ein Tor.

In dieser Saison spielten die Londoner in der Gruppenphase bereits in Aserbaidschan gegen Qarabag Agdam, verzichteten beim Auswärtsspiel (3:0) wegen des Konflikts jedoch auf den früheren Dortmunder. Auch 2015, als der Armenier noch beim BVB unter Vertrag stand, ließ der Bundesligist den 30-Jährigen beim Auswärtsspiel bei FK Qäbälä zu Hause.

Arsenal: "Großer Verlust für uns"

Dass die "Gunners" den Mittelfeldmann nun wegen offen geäußerter Sicherheitsbedenken auch zum Finale nicht mit ins autoritär regierte Aserbaidschan reisen lassen wollen, kommt einer schallenden Ohrfeige für die UEFA-Bosse gleich, die an der umstrittenen Wahl des Endspielortes Baku festhalten. "Micki war auf unserem Weg ins Finale ein Schlüsselspieler, deshalb ist das aus Sicht der Mannschaft ein großer Verlust für uns. Wir sind sehr traurig, dass ein Spieler ein großes europäisches Finale aufgrund solcher Umstände verpasst."

Schon in der vergangenen Woche hatte Arsenal ungewöhnlich harsche Kritik am Endspielort geäußert und ihn als "inakzeptabel" bezeichnet. Ursachen dafür waren Reiseprobleme für die Anhänger und die Verteilung der Eintrittskarten. Die Londoner erhalten für die Begegnung im 68.700 Zuschauer fassenden Olympia-Stadion 6.000 Tickets. Baku ist 4.500 Kilometer von der britischen Hauptstadt entfernt. Die Engländer beklagten vor allem die geringen Kapazitäten des Flughafens in Baku.

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Die Regierung Aserbaidschans teilt die Sicherheitsbedenken von Spieler und Klub dagegen nicht. Eine Sprecherin des Außenministeriums sagte der französischen Nachrichtenagentur AFP: "Trotz des schwierigen Verhältnisses zwischen Aserbaidschan und Armenien kann Mchitarjan das Europa-League-Finale in Baku spielen."

Verstöße gegen Menschenrechte

Die Vergabe von sportlichen Großveranstaltungen nach Aserbaidschan hatte in der Vergangenheit immer wieder zu Kritik geführt, da das Land von Präsident Ilscham Alijew autoritär regiert wird. Amnesty International prangert immer wieder Verstöße gegen die Menschenrechte an.

Dennoch fanden 2015 die European Games in Baku statt. Im kommenden Jahr werden dort drei Gruppenspiele und ein Viertelfinale der paneuropäischen Fußball-EM ausgetragen. Auch die Formel 1 macht in Baku Station.

dpa/sid/Red | Stand: 21.05.2019, 15:02

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