James Tavernier von den Glasgow Rangers feiert den Führungstreffer zum 1:0 mit seiner Mannschaft.

Fußball | Europa League

Kein deutsches Endspiel - Leipzig scheitert bei Glasgow Rangers

Stand: 05.05.2022, 22:48 Uhr

RB Leipzig scheint in der Endphase der Saison alles zu verspielen: Mit einer rätselhaft passiven Vorstellung bei den Glasgow Rangers verschenkte RB den Einzug ins Finale der Europa League.

Von Christian Hornung

Nachdem die "Bullen" zuletzt in der Liga mit Niederlagen gegen Union Berlin und bei Borussia Mönchengladbach aus den Champions-League-Rängen stürzten, bedeutete am Donnerstagabend (05.05.2022) das 1:3 (0:2) bei den Rangers das Ende aller Träume vom Europapokal.

Schon der Start im Ibrox Park war ein Albtraum. Eine halbe Stunde ging gar nichts für die Leipziger, sie verloren in der Defensive die entscheidenden Zweikämpfe, agierten offensiv völlig planlos und hatten überhaupt keine Abschlüsse.

Kein deutsches Finale: Rangers schlagen Leipzig 3:1

Sportschau 05.05.2022 Verfügbar bis 05.05.2023 ARD


Rangers total dominant

Ganz anders die Rangers. Zunächst versuchten sie es mit lang geschlagenen Bällen, die die Bullen aber noch halbwegs gut verteidigt bekamen. Als Glasgow dann aber mal kombinierte, war es um die Sachsen geschehen: Über Glen Kamara und den schon im Hinspiel starken Ryan Kent landete der Ball am zweiten Pfosten bei James Tavernier, der zum 1:0 vollstreckte (18. Minute).

Das hätte ein Warnschuss für die Mannschaft von Domenico Tedesco sein können, doch die Passivität hielt an - genau wie die totale Dominanz der Schotten. Sechs Minuten nach der Führung legte Kamara das 2:0 nach. Diesmal hatte Josko Gvardiol den Ball verloren und sich Angeliño auf der Außenbahn zu leicht überspielen lassen - nach dem Zuspiel von Wright war Peter Gulácsi gegen Kamaras Distanzschuss machtlos.

Luftloch von Aribo

Und das Abwehrchaos wurde immer schlimmer. In der 29. Minute stand Joe Aribo vier Meter vor dem Leipziger Tor komplett frei, doch statt den Ball zum vielleicht schon vorentscheidenden 3:0 einzudrücken, trat er ein Luftloch.

RB blieb dadurch im Spiel und kam durch Standards wenigstens mal zu einem Hauch von Torgefahr. In der 38. Minute setzte Willi Orban einen Kopfball nach Angeliño-Freistoß knapp neben das Tor, kurz vor der Pause scheiterte der Spanier selbst mit einem Freistoß aus bester Position.

Tedesco reagiert spät

Höchst erstaunlich: Tedesco, der ohnehin eine sehr gewagte Startelf ohne André Silva, Emil Forsberg und Dominik Szoboszlai gewählt hatte, reagierte auf die desaströse Vorstellung zur Pause nicht. Nach dem Wechsel kam dieselbe Mannschaft zurück auf den Rasen, und sie spielte auch weiterhin völlig uninspiriert.

Tedesco brauchte bis zur 61. Minute, um mal einen Impuls von der Bank zu bringen: Mit Szoboszlai für den unsichtbaren Dani Olmo erhöhte er aber auch nicht gerade das Risiko.

Anschluss durch Nkunku

Glasgow tat Leipzig dann aber den Gefallen, den Fuß vom Gas zu nehmen, es war aber auch nachvollziehbar, dass es den Druck und das Tempo der ersten Stunde nicht komplett durchziehen konnte.

20 Minuten vor dem Ende entstanden aus den Ballbesitzvorteilen der Gäste dann auch Torgelegenheiten. Konrad Laimer hätte bereits für den Anschluss sorgen müssen, doch aus kurzer Distanz schoss er Rangers-Keeper Allan McGregor an. Sekunden später jubelten die Leipziger aber doch: Christopher Nkuku verwertete eine perfekte Angeliño-Flanke zum 1:2.

Kalte Dusche durch Lundstram

Das Momentum schien nun tatsächlich noch auf die Seite der Gäste zu kippen, die Kräfte der Rangers ließen nach, RB erhöhte die Schlagzahl. Doch ein Konter brachte die Entscheidung: Nach Kents Flanke tauchte Gulácsi unter dem Ball durch, John Lundstram nutzte den Patzer zum 3:1 - und damit zum Einzug ins Finale von Sevilla.

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