Rulli gegen de Gea - das dramatische Elfmeterduell der Torhüter

Der entscheidende Elfmeter:  Geronimo Rulli gegen David de Gea

Elfmeterschießen im Finale der Europa League

Rulli gegen de Gea - das dramatische Elfmeterduell der Torhüter

Von Frank van der Velden

Spannend war es, gar episch: Das Elfmeterschießen im Europa-League-Finale zwischen dem FC Villarreal und Manchester United war an Dramatik nicht zu überbieten. Den Showdown nach 20 verwandelten Schüssen lieferten sich die Torhüter.

Eigentlich kommen Torhüter während eines Elfmeterschießens nicht in die Verlegenheit, selbst als Schütze antreten zu müssen. Es sei denn, sie möchten das. Dass sich zwei Torhüter dabei sogar im direkten Duell gegenüberstehen, ist im Fußball enorm selten. Beim Finale der Europa League zwischen dem FC Villarreal und Manchester United in Danzig bot sich Fans und TV-Zuschauern ein solches Schauspiel - am Ende eines Elfmeterschießens, das an Spannung nicht und an Länge kaum zu überbieten war und deshalb wohl durchaus als episch zu bezeichnen ist.

Alle Feldspieler verwandeln

Nachdem es nach 120 nicht immer aufregenden Minuten 1:1 gestanden hatte, musste die Entscheidung vom Punkt fallen. Die ersten 20 (!) Schützen verwandelten - also alle Feldspieler. Eine solche Treffsicherheit ist bemerkenswert.

Geronimo Rulli

Geronimo Rulli

Je zehn Bälle passieren zu lassen, das spricht allerdings auch nicht unbedingt für die beiden Torhüter. Geronimo Rulli vom FC Villarreal und David de Gea von Manchester United machten nicht immer eine gute Figur. Ein ums andere Mal waren sie in der richtigen Ecke und hatten auch mal die Hand am Ball. Vor allem der Schuss von Manchesters Luke Shaw war schlecht geschossen. De Gea hingegen war beim Schuss von Paco Alcacer mit den Fingerspitzen dran, auch bei Alberto Morenos Treffer fehlte nicht viel.

Rulli mit Vollspann

David de Gea

David de Gea

Wenn alle Feldspieler angetreten sind und noch immer keine Entscheidung gefallen ist, dann müssen die Torhüter ran. So steht es in den Regeln. Damit haben die nicht gerechnet. Es ist ungewohnt, ungewollt, und die Fußballwelt fragte sich: Wer behält da jetzt die Nerven?

Rulli war der erste, und der Argentinier setzte den Ball nervenstark mit einer solchen Wucht mit Vollspann in die Maschen, dass man denken konnte, er hätte sein Leben lang nichts anderes gemacht.

Rulli: "Noch nie einen glücklicheren Tag"

De Gea dagegen standen die Anspannung und der immense Druck ins Gesicht geschrieben. Der Spanier in Diensten von United lief schon etwas verhalten an. Seine vier Schritte waren eher zögerlich, und sein Schuss war zwar nicht unplatziert, aber einfach zu schwach. Rulli tauchte nach links unten ab, parierte den Ball, und das Finale war entschieden.

"Es ist unglaublich. Ich kann es nicht mit Worten beschreiben", sagte der 29-jährige Rulli, der sich im kleinen Villarreal zum Helden für die Ewigkeit machte. Für die Spanier ist es in ihrer Geschichte der erste Titel überhaupt. "Ich hatte noch nie einen glücklicheren Tag als heute", jubelte Rulli.

De Gea und die Elfmeterschießen - es passt einfach nicht

Für de Gea war der Abend ein Alptraum. Für den 30-Jährigen war es bereits das zweite traumatische Elfmeterschießen. Bei der Weltmeisterschaft 2018 kassierte er mit Spanien im Achtelfinale gegen Russland vier Treffer. Ein eigener Fehlschuss blieb ihm damals allerdings erspart.

Stand: 27.05.2021, 11:00

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