Diskussionen um Großturniere

Infantino: "Bis Ende des Jahres" Entscheidung zu WM im Zwei-Jahres-Rhythmus

Stand: 08.09.2021, 19:04 Uhr

FIFA-Präsident Gianni Infantino hat angekündigt, möglichst "bis Ende des Jahres" über die Möglichkeit zu entscheiden, die Fußball-WM alle zwei Jahre statt wie bisher im Vier-Jahres-Rhythmus auszutragen.

"Dieser Konsultationsprozess wird sehr umfassend sein und wir hoffen, ihn bis Ende des Jahres abzuschließen", sagte Infantino in einem SNTV-Video, das der von ihm angeführte Weltverband an die Nachrichtenagentur AFP weiterleitete. "Der aktuelle Kalender der Länderspiele endet 2024. Bis 2024 müssen wir also einen neuen Spielkalender haben. Wir müssen also bis Ende des Jahres Entscheidungen treffen", fügte er hinzu.

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat sich bereits dagegen ausgesprochen, da dies laut ihrem Präsidenten Aleksander Ceferin das "Juwel" des Weltfußballs "verwässern" würde.

Auch das World Leagues Forum, in dem auch die Bundesliga Mitglied ist, werde "alle Vorschläge ablehnen, die Weltmeisterschaften alle zwei Jahre auszurichten und damit die historischen und traditionellen Werte dieses Wettbewerbs zu verwässern, der den Fans und Spielern zu viel bedeutet", teilte die Organisation mit. Der scheidende DFL-Geschäftsführer Christian Seifert ist stellvertretender Vorsitzender des Word Leagues Forum.

Machbarkeitsstudie auf den Weg gebracht

Bislang wird die WM alle vier Jahre ausgerichtet. Der Weltverband FIFA hatte aber im Mai eine Machbarkeitsstudie für das Männer- und Frauen-Turnier auf den Weg gebracht, die aus Saudi-Arabien angeregt worden war.

Seitdem wird über den Vorschlag gestritten, am Montag hatte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin deutlich gemacht, dass die Europäische Fußball-Union nichts von der Idee halte. Für diesen Donnerstag hat die FIFA eine Pressekonferenz angesetzt, während der es auch um die WM gehen könnte.

Das Internationale Olympische Komitee indes will sich nicht in die Entscheidung über die WM einmischen. Dies sei Sache der FIFA und der Kontinentalverbände, sagte IOC-Präsident Thomas Bach. "Wir verfolgen die Diskussionen und finden sie sehr interessant", fügte Bach hinzu.

Auch Voss-Tecklenburg gegen Zwei-Jahres-Rhythmus

Auch Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg sprach sich gegen eine WM alle zwei Jahren bei den Frauen aus. "Ich habe noch kein Detailwissen. Aber meine natürliche Reaktion ist erstmal: Nein. Wie sollen wir das umsetzen? Wo soll da noch ein großes Turnier rein", sagte die 53-Jährige bei einer Video-Pressekonferenz.

Die nächste Frauen-WM findet 2023 in Australien und Neuseeland statt. "Für mich ist es im Moment fein, so wie es ist. Ich bin mit dem Modus glücklich", sagte Voss-Tecklenburg.

Quelle: dpa/sid

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