Europäische Verbände erwägen im WM-Streit Austritt aus FIFA

Das Logo der FIFA ist außen am Hauptsitz des Weltfußballverbandes zu sehen.

Turnier alle zwei Jahre

Europäische Verbände erwägen im WM-Streit Austritt aus FIFA

In der Debatte um die umstrittenen Pläne für eine WM alle zwei Jahre denken mehrere europäische Fußball-Verbände an einen Austritt aus der FIFA. Auch der DFB äußert sich sehr kritisch.

Mehr als ein Dutzend Verbände aus Europa erwägt nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur, die Mitgliedschaft im Weltverband als letzte Option zu beenden. Zuerst hatte die Nachrichtenagentur AP darüber berichtet, nachdem FIFA-Chef Gianni Infantino mit zahlreichen europäischen Verbandschefs über die Reform für den internationalen Spielkalender der Männer ab 2024 gesprochen habe.

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Eine mögliche Weltmeisterschaft im Zwei-Jahres-Rhythmus wird derzeit kontrovers diskutiert, die Kontinentalverbände Europas und Südamerikas lehnen dies kategorisch ab. Aleksander Ceferin, Präsident der Europäischen Fußball-Union, drohte mit Boykott aus Europa.

DFB reagiert mit strikter Ablehnung

"Insgesamt haben die europäischen Verbände sehr deutlich gemacht, dass sie geschlossen gegen die FIFA-Pläne stehen. Der FIFA wurden zahlreiche Argumente gegen die Pläne vorgelegt", teilte der Deutsche Fußball-Bund mit. "Unser Eindruck war, dass der FIFA-Präsident sehr nachdenklich wirkte und verstanden hat, warum es keinen Sinn macht, so vorzugehen."

Eine Abstimmung über die Pläne noch in diesem Jahr solle unbedingt verhindert werden, erklärte der DFB, dessen Interimspräsident Peter Peters im FIFA-Council sitzt. In dem erbittert geführten Streit setzt der deutsche Verband auf "eine gemeinsame von FIFA und UEFA erarbeitete einvernehmliche Lösung" beim internationalen Spielkalender. Der DFB antwortete auf die Frage, ob der Austritt aus dem Weltverband FIFA eine Option sei: "Der DFB ist in enger Abstimmung mit der UEFA und den anderen Verbänden."

Als möglicher Kompromiss könnte noch eine weltweite Nations League, nach dem Vorbild der europäischen Version, als zusätzliche Veranstaltung anstelle einer WM alle zwei Jahre wieder auf die Agenda rücken.

Gemeinsames Statement aus Skandinavien

Zuletzt hatten die nordeuropäischen Verbände von Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Island und Färöer in einem gemeinsamen Statement ihre Position gegen eine WM alle zwei Jahre verdeutlicht.

"Im schlimmsten Fall und als letzte Option" könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Verbände aus Protest aus der FIFA austreten, hieß es in einer Mitteilung des dänischen Verbands.

Austritt 2021 nicht mehr möglich

Ein möglicher Austritt von Mitgliedsverbänden ist in Artikel 18 der FIFA-Statuten geregelt. Demnach kann ein Austritt zum Ende eines Kalenderjahres erfolgen, eine entsprechende Erklärung muss spätestens sechs Monate vor Jahresende abgegeben werden. Dies könnte also nicht mehr 2021 erfolgen.

Teams aus den jeweiligen Ländern könnten danach nicht mehr an FIFA-Wettbewerben teilnehmen, als UEFA-Mitglied jedoch weiterhin noch an Wettbewerben des europäischen Kontinentalverbands. Bereits am Dienstag hatte es eine Debatte mit den Nationaltrainern der Männer-Nationalmannschaften gegeben. Bundestrainer Hansi Flick nahm nicht daran teil.

Klub-WM 2022 wird verlegt

Die kommende Klub-WM findet Anfang 2022 in den Vereinigten Arabischen Emiraten statt. Das gab Präsident Gianni Infantino nach einer Sitzung des FIFA-Councils am Mittwochabend bekannt. Ursprünglich sollte der Wettbewerb um die Nachfolge des aktuellen Titelträgers Bayern München im Dezember 2021 in Japan stattfinden. Japan hatte allerdings im August wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie und der Risiken einer weiteren Virus-Ausbreitung die Rolle als Ausrichter zurückgegeben. Schon bei der zurückliegenden Austragung in Katar war die Klub-WM aufgrund der Pandemie vom Dezember in den Februar verlegt worden.

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dpa | Stand: 20.10.2021, 18:15

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