DFB-Pokalfinale: Bayern hat großen Respekt vor Leipzig

Ralf Rangnick (l.), Willi Orban (2.v.l.) von RB Leipzig, Manuel Neuer (2.v.r.) und Niko Kovac (r.)vom FC Bayern bei der Pressekonferenz.

DFB-Pokalfinale: Bayern hat großen Respekt vor Leipzig

Double oder Premierentitel? Das Pokalfinale zwischen Rekordsieger Bayern München und Final-Neuling RB Leipzig verspricht jede Menge Spannung.

Ein Pokalfinale ist für den FC Bayern fast schon normal. Nicht aber für RB Leipzig. Während Münchens Trainer Niko Kovac und Torhüter Manuel Neuer bei der Abschlusspressekonferenz am Freitag (24.05.2019) beim Blick auf den "Pott" nicht einmal mit der Wimper zuckten, schielte Leipzigs Kapitän Willi Orban als Einziger verstohlen auf die begehrte Trophäe. Der begehrliche Blick symbolisierte auch Leipzigs Hunger auf den ersten großen Titel.

Kovac: "Das ist der schwerste Gegner"

Wie gefährlich der sächsische Emporkömmling im Finale von Berlin am Samstagabend (25.05.2019) sein wird, wissen sie bei den Bayern genau. "Das ist der schwerste Gegner, den wir hätten kriegen können", sagte Kovac. Klammerte er Vizemeister Borussia Dortmund bewusst aus, um seinen Spielern nochmal einen Extrakick mit auf den Weg zu geben?

Zukunft weiter offen

Leipzig hat sich längst zur Top-Adresse in Deutschland gemausert und erfährt auch vom Klassenprimus vor dem großen Duell die nötige Wertschätzung. Zusammen mit dem BVB seien diese drei Vereine "die drei Klubs, die in den nächsten Jahren um die Titel spielen werden", so Kovac. Ob der Kroate diese Ära selbst an der Seitenlinie der Münchner prägen wird, ist immer noch offen. "Es wäre verrückt, wenn man von einem Spiel die Zukunft abhängig macht", sagte der Münchner Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge zwar. Aber heißen muss das nichts.

Der Betroffene selbst, der noch bis 2021 unter Vertrag steht, erklärte die langwierige Diskussion um ihn für "deplatziert". Er wolle lieber über Fußball reden, sagte er auf Nachfrage.

Neuer feiert Comeback

Für sportliche Schlagzeilen sorgten die Bayern mit dem Comeback von Nationaltorhüter Manuel Neuer. "Manuel wird spielen, weil er unser Kapitän ist, sehr gute Leistungen gebracht hat und ein wichtiger Eckpfeiler der Mannschaft ist", sagte Kovac. Der Kapitän, der seit Mitte April mit einem Muskelfaserriss in der Wade ausgefallen war, machte sein Ziel für den Saisonabschluss unmissverständlich klar: "Wir wollen das Double perfekt machen."

Löw: Leipzig kann Bayern wehtun

Joachim Löw erwartet ein knappes Duell. "Ich glaube, es gibt keinen ausgemachten Favoriten", sagte der Bundestrainer. Er habe zuletzt das Bundesligaspiel beider Teams (0:0) gesehen, da seien die Bayern etwas feldüberlegen gewesen. "Aber die Leipziger sind schon gefährlich, können gut angreifen, haben gute Offensivkräfte und einen Stil, der den Bayern wehtun kann."

Die Klubs gehen mit höchst unterschiedlichen Vorzeichen in das Finale. Bayern blickt auf 18 Pokaltriumphe zurück und könnte das zwölfte Double feiern. Finalneuling Leipzig greift nur zehn Jahre nach seiner Gründung als Ableger des Red-Bull-Konzerns nach seinem ersten Titel. Trainer Rangnick will sich auf die eigenen Stärken besinnen. "Der Schlüssel wird wieder sein, dass wir Bayern möglichst wenig Zeit geben, um zu kombinieren. Wir hatten die beste Abwehr der Bundesliga und möchten das auch wieder zeigen. Wir müssen aber ein, zwei oder vielleicht sogar drei Tore schießen", sagte er.

Was wird mit Werner?

Unter besonderer Beobachtung steht auch RB-Stürmer Timo Werner. Der 22-Jährige wird bei den Bayern weiter als Neuzugang gehandelt, obwohl seine Wechselchancen im Falle einer möglichen Verpflichtung des Nationalmannschaftskollegen Leroy Sane sinken dürften. Rangnick glaubt, dass sich die Bayern bei Werner noch nicht ganz sicher sind, sonst "hätten sie sich schon offiziell bei uns mit einer Anfrage gemeldet".

sid/dpa/red | Stand: 24.05.2019, 17:38

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