Paderborn vermiest Union den Jahresabschluss

Paderborns Sven Michel feiert sein Tor im DFB-Pokal

Union Berlin - SC Paderborn 2:3

Paderborn vermiest Union den Jahresabschluss

Von Robin Tillenburg

Union Berlin spielte ein richtig gutes Bundesligajahr 2020 - doch im Pokal ist in der zweiten Runde Schluss. Der Grund: Ein extrem giftiger und fleißiger SC Paderborn, der ein turbulentes Spiel für sich entscheidet.

Der Zweitligist siegte am Dienstagabend (22.12.2020) in Berlin mit 3:2 (3:1) und zieht somit ins Achtelfinale des DFB-Pokals ein.

Sven Michel (3. Minute) schockte den Bundesligisten mit dem frühen Führungstreffer, doch Grischa Prömel glich keine drei Minuten später aus (6.). Nach 31 Minuten legte Paderborn durch Dennis Srbeny wieder vor (31.) und es war erneut Michel, der noch vor der Pause erhöhte (36.). Ein Eigentor von Üwe Hünemeier brachte Berlin nochmal heran (57.) - es reichte aber nicht mehr.

Union Berlin gegen Paderborn - die lange Zusammenfassung Sportschau 22.12.2020 10:27 Min. Verfügbar bis 22.12.2021 Das Erste

Turbulente erste Hälfte

Mit dem ersten echten Angriff der Partie fiel direkt das erste Tor. Mit hohem Tempo kam Paderborn über rechts, die flache Hereingabe konnte Srbeny in der Mitte nicht sauber verwerten und leitete sie somit unabsichtlich zu Michel weiter, der am langen Pfosten nur einschieben musste. Pflichtspiel-Debütant Loris Karius zwischen den Berliner Pfosten war machtlos. Der zweite richtige Angriff, diesmal auf der anderen Seite, bedeutete prompt den Ausgleich. Prömel traf nach nicht ausreichend abgewehrter Hereingabe halbrechts im Strafraum zum 1:1.

Die nächsten Minuten gestalteten sich ausgeglichen, die Paderborner entnervten Union mit ihrem hohen und aggressiven Pressing sichtlich und versuchten dann, blitzschnell Nadelstiche zu setzen. Dann kam die Elf von Urs Fischer aber zu Gelegenheiten, weil der SCP auch im eigenen Passspiel manchmal zu fehlerhaft agierte. Robert Andrich und Taiwo Awoniyi (27.) scheiterten bei einer sehr aussichtsreichen Doppelchance.

Paderborns Michel: "Mit kampfbetontem Fußball kann man auch Bundesligisten schlagen"

Sportschau 22.12.2020 Verfügbar bis 22.12.2021 ARD Von Christian Dexne


Paderborner Doppelschlag

Doch mitten in diese bisher beste Phase der Gastgeber schlugen die giftigen Paderborner eiskalt zu. Nach einem Eckball von rechts konnte Karius einen schwierigen Schuss von Svante Ingelsson nur nach vorn abwehren und Srbeny staubte eiskalt ab - der Außenseiter lag wieder vorn. Und er legte nach. Nach einer abgewehrten Ecke konterte die Elf von Steffen Baumgart unglaublich schnell - der starke Chris Führich fand Michel mit einem Pass genau in die Schnittstelle der zurückeilenden Berliner und der überwand Karius per Beinschuss (36.). Die Köpenicker waren sichtlich geschockt - als Favorit gleich mit zwei Treffern in Rückstand zu liegen war eine Situation, mit der die Fischer-Elf in dieser Saion noch nicht zu tun hatte. Das Ergebnis zur Pause war jedenfalls nicht unverdient.

Union drängt mehrfach auf den Ausgleich - doppelt Aluminium

Nach dem Seitenwechsel hätten die Gäste beinahe direkt nachgelegt, doch Karius parierte einen Gewaltschuss von Ingelsson aus 18 Metern mit einer schönen Flugeinlage (47.). Union brauchte wieder einige Minuten, um präsenter zu werden und spielte sich trotz Ballbesitzvorteilen lange keine Großchance heraus. Schließlich half nach einer knappen Stunde Paderborns Hünemeier mit, als er eine flache Flanke von Christopher Lenz mit dem langen Bein ins eigene Tor verlängerte.

Union Berlins Friedrich: "Haben das Spiel in der ersten Halbzeit verloren"

Sportschau 22.12.2020 01:12 Min. Verfügbar bis 22.12.2021 ARD Von Christian Dexne


Die Gäste wirkten nun auch aufgrund ihrer extrem laufintensiven Spielweise etwas müder, gingen nicht mehr jedem Ball mit voller Intensität nach und Union schnupperte am Ausgleich. Prömel traf mit einem schönen Schuss nur die Querlatte (71.) und Paderborns Keeper Leopold Zingerle stand mehrfach im Blickpunkt und unter Dauerbeschuss. Irgendwie retteten die tapfer arbeitenden Ostwestfalen sich aber über die Zeit, warfen sich in jeden Ball, hatten in der allerletzen Aktion Glück, dass ein Schuss von Awoniyi an den Pfosten klatschte und durften direkt danach völlig ausgepumpt jubeln.

Michel: Schönes Geschenk für den Trainer

"Wir haben in den letzten Wochen ja auch ein paar Körner gelassen. Wir haben es hintenraus auch mit ein bisschen Glück ins Ziel geschaukelt und unserem Trainer ein schönes Geschenk unter den Baum gelegt", meinte Michel, der vor allem dem kampfbetonten Fußball seiner Mitspieler lobte. "Ich denke, dass wir das Spiel in der ersten Halbzeit verloren haben", meinte Unions Marvin Friedrich und ergänzte: "Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht und Paderborn eingeladen."

Für die Eisernen geht es am zweiten Januar in der Bundesliga gegen Werder Bremen weiter, Paderborn hat zwei Tage länger Pause, ehe im Unterhaus das Gastspiel bei Fortuna Düsseldorf ansteht.

Thema in: Sportschau, Das Erste, Dienstag, 22.12.2020, 22 Uhr

Statistik

Fußball · DFB-Pokal 2020/2021

Dienstag, 22.12.2020 | 20.45 Uhr

Wappen 1. FC Union Berlin

1. FC Union Berlin

Karius – Trimmel (77. Ryerson), M. Friedrich, Knoche, C. Lenz (77. Gießelmann) – Andrich – Becker (70. Gogia), Prömel, Teuchert (58. Griesbeck), Endo (58. Bülter) – Awoniyi

2
Wappen SC Paderborn 07

SC Paderborn 07

Zingerle – Dörfler (78. Ananou), Hünemeier, Schonlau, Okoroji – Schallenberg – Führich (66. Antwi-Adjej), Thalhammer (66. Justvan), Ingelsson, S. Michel (90.+3 Pröger) – Srbeny (78. Owusu)

3

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 0:1 S. Michel (3.)
  • 1:1 Prömel (6.)
  • 1:2 Srbeny (31.)
  • 1:3 S. Michel (36.)
  • 2:3 Hünemeier (57./Eigentor)

Strafen:

  • gelbe Karte Schonlau (1 )

Schiedsrichter:

  • Frank Willenborg (Osnabrück)

Vorkommnisse:

  • Das Spiel fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Stand der Statistik: Dienstag, 22.12.2020, 22:40 Uhr

Stand: 22.12.2020, 22:40

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